Neuheitenanteil liegt bei 14,3%, deutschsprachige Neuheiten sogar nur bei 1,2% - 50:50 - Deutsche Musikwirtschaft fordert Radioquote für mehr musikalische Vielfalt


"Ein Neuheitenanteil von 14,3% für Musik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist ein beschämend niedriger Anteil", erklärt Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände. "Der Anteil deutschsprachiger Neuheiten liegt sogar nur bei 1,2%! Dieses Ergebnis einer Untersuchung bekräftigt unsere Forderung nach einer Radioquote für mehr musikalische Vielfalt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk massiv."
Im Radio wird immer mehr Bekanntes gespielt, die meisten öffentlich-rechtlichen Sender haben immer weniger Lust auf Neues - und dies, obwohl ihr Kulturauftrag die öffentlich-Rechtlichen auf Vielfalt verpflichtet. Dabei hängt von der Musikpräsentation im Radio ein wichtiger Teil der Musikvielfalt in Deutschland ab. Deswegen fordert die Musikwirtschaft in Deutschland eine Radioquote für mehr musikalische Vielfalt. 50:50 lautet das Motto - die Hälfte aller gespielten Titel sollen neue Künstler sein, davon wiederum die Hälfte deutschsprachig. Dies ist eine Initiative der deutschen Musikwirtschaft, vertreten durch den Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft, den Verband Unabhängiger Tonträgerunternehmen (VUT) und den Deutschen Musikverleger-Verband, unterstützt von der GEMA und der GVL.
Um den Anteil von Neuheiten insgesamt und deutschsprachigen Neuheiten speziell zu ermittelt, hat der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft media control beauftragt, die Sendelisten der öffentlich-rechtlichen Radiosender auszuwerten. Zu Grunde gelegt wurden alle Titel im Beobachtungsprogramm von media control, die innerhalb des Auswertungszeitraums von 1.5.2001 bis 30.4.2002 nicht älter als ein Jahr waren (so dass viele ältere Titel gar nicht mehr berücksichtigt wurden, sonst wäre der Anteil neuer Künstler noch niedriger gewesen). Die Ergebnisse zusammengefasst:


Der Anteil von Neuheiten am Gesamteinsatz bei den öffentlich-rechtlichen Sendern liegt bei 14,3%.
Der Anteil deutschsprachiger Neuheiten liegt bei den öffentlich-rechtlichen Sendern bei 1,2% und ist damit verschwindend gering.
Private Radiostationen senden im Vergleich 17,1% Neuheiten, also mehr als die zu Vielfalt verpflichteten öffentlich-rechtlichen.
Der Anteil deutschsprachiger Neuheiten liegt im Privatradio mit 0,6% allerdings kaum über der Wahrnehmungsgrenze.
Es gibt aber auch Programme, die mit neuer Musik attraktive Sendekonzepte machen. Sender wie z.B. Das Ding, Radio 1 oder Eins Live zeigen, dass einige Radiomacher sich bemühen, jungen Künstlern im Radio wenigstens ab und zu eine Chance zu geben.
"Die Ergebnisse zeigen, dass die Diskussion über eine Radioquote dringend geführt werden muss. Wir sind hierzu mit Medienpolitikern des Bundes und der Länder im Gespräch. Frankreich hat uns vorgemacht, dass eine Radioquote musikalische Vielfalt im Radio sichern und attraktive, erfolgreiche Programme ermöglichen kann", sagt Gerd Gebhardt abschließend.

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