
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gab es im Wintersemester 2024/25 insgesamt 31.092 Fachbelegungen in Studiengängen für Musikberufe. Berücksichtigt sind sämtliche Belegungen von 1. , 2. und 3. Studienfächern im Fachbereich „Musik, Musikwissenschaft“, vom Bachelor bis zur Promotion. Nach Höchstständen im Wintersemester 2016/17 und 2017/18 mit jeweils mehr als 34.100 Fachbelegungen ist der Trend seither insgesamt rückläufig, auch wenn es zwischenzeitlich während der COVID‑19-Pandemie 2020/21 in manchen Fächern zu leicht erhöhten Belegungszahlen bei gleichzeitig ausbleibenden Abschlussprüfungen kam. Für das Wintersemester 2023/24 verzeichnete das Statistische Bundesamt mit 30.962 Fachbelegungen den tiefsten Stand seit 2011/12; zum Wintersemester 2024/25 stieg die Zahl wieder leicht um 130 bzw. 0,4 % an.
Das beliebteste Studienfach ist die Instrumentalmusik und Orchestermusik. Zuletzt zählte das künstlerische Fach 8.909 Studierende, ein Rückgang um 2 % im Vergleich zu den vorpandemischen Belegungszahlen 2019/20. Das Fach „Lehramt Musik an allgemeinbildenden Schulen“ verzeichnete im Wintersemester 2024/25 rund 7.515 Studierende und ist damit das zweitbeliebteste Musikstudienfach in Deutschland. Im 5-Jahresvergleich waren auch hier die Belegungszahlen um 2 % rückläufig. Weitere musikpädagogische Fächer – Musikerziehung im freien Beruf und an Musikschulen und Rhythmik – belegten zuletzt 3.808 Studierende – im Vergleich zu 2019/20 ein Rückgang um sogar 10 %.
In den musikwissenschaftlichen Studiengängen kann ein kontinuierlicher Rückgang der Belegungszahlen bereits seit 2012/13 beobachtet werden. Seither sank die Zahl von 7.870 1.-, 2.- und 3.-Fachbelegungen auf zuletzt 5.612 (-2.258 bzw. -29 %). Zu beachten ist allerdings, dass die Musikwissenschaft an verschiedenen interdisziplinären Studiengängen beteiligt ist; diese Anteile schlagen sich in den amtlich ausgewiesenen Belegungen des Studienfachs nicht ausreichend nieder.

In den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt und auch zuletzt positiv entwickelt haben sich die Studierendenzahlen für Jazz und Popularmusik. Im Wintersemester 2024/25 zählte das Fach 1.864 Belegungen. Im Fach Gesang unterlagen die Belegungszahlen im Zeitverlauf leichten Schwankungen; 1.563 Studierende gab es hier zuletzt im Wintersemester 2024/25, 6 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Kompositionsfächer wurden zuletzt 460 Studierenden belegt, Dirigieren von 324, Kirchenmusik von 472 Studierenden.
Die Zunahme der Studienangebote für Tonmeister ging zeitweise mit einem Anstieg der Studierendenzahlen dieser Fachrichtung einher. Die Hochschulstatistik verzeichnete zuletzt 565 Tonmeister-Studierende.

Hinweis
Grundlage der Studierendenstatistik sind die Verwaltungsdaten der einzelnen Hochschulen, die im Rahmen der Ersteinschreibung bzw. der Rückmeldung der Studierenden erhoben und anschließend an die Statistischen Landesämter und von diesen an das Statistische Bundesamt übermittelt werden. Die Daten beziehen sich jeweils auf das Wintersemester (WS) und umfassen alle in einem Fachstudium eingeschriebenen Personen (ohne Beurlaubte, Studienkollegiat:innen und Gasthörer:innen). In der vorliegenden Tabelle sind die Daten für den bundeseinheitlichen Fachbereich „Musik, Musikwissenschaft“ ausgewiesen. Aufgrund von z. T. voneinander abweichenden Schlüsselzuordnungen landesspezifischer Hochschulfächer in den bundeseinheitlichen Fachbereich kann es bei den Zahlenreihen zu Ungenauigkeiten kommen.
Die Gesamtzahl der Studierenden in Studiengängen für Musikberufe lässt sich nur annähernd ermitteln, da über den Umfang möglicher Mehrfachbelegungen von Studienfächern innerhalb des Bereichs „Musik, Musikwissenschaft“ keine Angaben vorliegen; die in der vorliegenden Darstellung ausgewiesene Summe aller Belegungen von 1., 2. und 3. Studienfächern dürfte daher etwas höher ausfallen als die unbekannte Gesamtstudierendenzahl des Fachbereichs. Dagegen spiegelt die in den Publikationen des Statistischen Bundesamts ausgewiesene Gesamtzahl der Studierenden im Fachbereich „Musik, Musikwissenschaft“ die Summe aller 1.-Fachbelegungen ohne Mehrfachzählung, lässt aber solche Studierende außer Betracht, deren Musikstudienfach als 2. oder 3. Fach erfasst ist und deren 1. Studienfach außerhalb des Bereichs „Musik, Musikwissenschaft“ liegt.
Nicht erfasst sind Studierende in Studiengängen für Musikberufe, die in der bundeseinheitlichen Fächersystematik nicht dem Fachbereich „Musik, Musikwissenschaft“ zugeordnet sind. Dazu zählen Studierende im Fachbereich „Darstellende Kunst, Film und Fernsehen, Theaterwissenschaft“ (darunter Bühnenkunst, Regie u. a.) sowie Studierende in musikbezogenen Studiengängen mit z. B. betriebswirtschaftlicher, journalistischer, therapeutischer oder materialwissenschaftlicher Ausrichtung. Auch gibt es interdisziplinäre Studiengänge mit musikwissenschaftlichem Anteil, die nicht dem Fachbereich „Musik, Musikwissenschaft“ zugeordnet sind. Zudem gibt es für den Musikbereich relevante Hochschuleinrichtungen wie die Popakademie Baden-Württemberg sowie weitere Fachakademien, Konservatorien, Privatinstitute sowie Kirchenmusik- und Fachhochschulen, die gar nicht durch das Statistische Bundesamt erfasst werden und für die aktuell keine Studierendenzahlen vorliegen.
Die in der vorliegenden Statistik aufgeführten Studienfächer weichen z. T. von der Fächersystematik des Statistischen Bundesamts ab. So sind die vom Statistischen Bundesamt separat erfassten Studienfächer „Instrumentalmusik“ und „Orchestermusik“ aufgrund fehlender Trennschärfe als ein Studienfach zusammengefasst dargestellt. Hingegen weist das Statistische Bundesamt Lehramt Musik nicht als eigenes Studienfach aus: Sämtliche Studierende musikpädagogischer Studienfächer werden in der amtlichen Statistik unter „Musikerziehung“ abgebildet. Nur über ergänzende Angaben zur Prüfungsgruppe lassen sich die Studienfächer „Lehramt Musik an allgemeinbildenden Schulen“ und „Musikerziehung im freien Beruf und an Musikschulen“ differenziert darstellen. Da sich das Statistische Bundesamt beim amtlich ausgewiesenen Fach „Rhythmik“ aktuell nur noch auf die Studierenden des Fachs an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen bezieht, werden diese in der vorliegenden Darstellung nicht separat, sondern zusammen mit den Studierenden der „Musikerziehung im freien Beruf und an Musikschulen“ ausgewiesen.
Die Daten für das Wintersemester 2017/18 werden in der vorliegenden Darstellung der einzelnen Studienfächer nicht berücksichtigt, da bei der Übermittlung der Verwaltungsdaten für das Semester bei mindestens einer Hochschule Fehler aufgetreten sind, was auf Bundesebene zu teils erheblichen Verzerrungen der Studierendenzahlen in einzelnen Studienfächern führte.
Fußnoten
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Die Musikwissenschaft ist an verschiedenen interdisziplinären Studiengängen beteiligt, deren Curricula musikwissenschaftliche Lehrinhalte in unterschiedlichem Umfang enthalten. Diese Anteile schlagen sich in den amtlich ausgewiesenen Fachbelegungen des Studienfachs „Musikwissenschaft, Musikgeschichte“ nicht ausreichend nieder, da die betreffenden Studiengänge über den bundeseinheitlichen Studienfachschlüssel anderen Studienfächern innerhalb oder außerhalb des Fachbereichs „Musik, Musikwissenschaft“ zugeordnet sein können, was sich in den Daten des Statistischen Bundesamts teilweise nachvollziehen lässt.
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Ohne Studierende der Popakademie Baden-Württemberg.
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Berücksichtigt sind die Studienangebote für Tonmeister an den Musikhochschulen Berlin (UdK) und Detmold sowie die B.A.-Studiengänge Musikproduktion und Audiodesign an der Hochschule der populären Künste Berlin (seit 2019/20 Berlin School of Popular Arts); ab WS 2013/14 zusätzlich auch der B.A.-Studiengang „Sound, Music and Production“ an der Hochschule Darmstadt, sowie Studierende der FH Dortmund (ab WS 2016/17) und der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf (ab WS 2018/19).
Quelleninformationen
Zusammengestellt und berechnet vom Deutschen Musikinformationszentrum nach Angaben des Statistischen Bundesamts.

