Die Produktionsstatistik des Statistischen Bundesamts weist Wert und Menge der zum Umsatz bestimmten Produktion von in Deutschland ansässigen Unternehmen aus, sofern diese mindestens 20 dort tätige Personen zählen. Im Berichtsjahr 2024 wurden 57 solcher größeren Unternehmen im Bereich der Herstellung von Musikinstrumenten sowie von Teilen und Zubehör für Musikinstrumente erfasst – ein Bruchteil der in Deutschland ansässigen Unternehmen im Musikinstrumentenbau, die häufig kleine Betriebe sind. Der Wert der zum Umsatz bestimmten Produktion belief sich bei den 57 berücksichtigten Unternehmen auf insgesamt rund 379 Millionen Euro.
Neun größere Betriebe wurden im Berichtsjahr 2024 als Produzenten von insgesamt 1.336 Klavieren berücksichtigt, neun Unternehmen stellten zudem (auch) Flügel in einer Stückzahl von 1.286 her. Zusammen brachten es die Klaviere und Flügel auf einen Wert von rund 128,5 Millionen Euro, ein Drittel des erfassten Produktionswerts aller Musikinstrumente. Die Stückzahl der produzierten Tasteninstrumente sank in den vergangenen Jahren indes deutlich (2022: 3.627 Klaviere und 2.228 Flügel, 2023: 2.410 Klaviere und 2.190 Flügel).
Vier größere Betriebe produzierten im Jahr 2024 17 Orgeln und Harmonien im Wert von rund 5,9 Millionen Euro. Aus Datenschutzgründen bzw. Gründen der statistischen Geheimhaltung wurden für 2024 keine Produktionsdaten zu Handzuginstrumenten und Mundharmonikas veröffentlicht; im Vorjahr lag der Wert der zum Absatz bestimmten Instrumente von drei größeren Herstellerbetrieben in diesem Segment bei rund 11,6 Millionen Euro.
Im Segment Streichinstrumente, Gitarren, Saiteninstrumente werden erst seit 2022 drei größere Unternehmen erfasst; zuletzt produzierten sie 6.484 Musikinstrumente im Wert von knapp 6,6 Millionen Euro.
Rund 2.381 gefertigte Waldhörner, Tenorhörner, Baritonhörner und ähnliche Blechblasinstrumente (4 Unternehmen) brachten es auf einen Wert von 12,2 Millionen Euro, der Wert von knapp 4.000 hergestellten Trompeten, Kornetten und Flügelhörnern (3 Unternehmen) lag bei mehr als 6,3 Millionen Euro. Für die Tuben wurden zuletzt keine Daten veröffentlicht, andere Blechblasinstrumente erzielten einen Wert von knapp 3,2 Millionen Euro.
Zu den hergestellten Blockflöten wurden zuletzt Stückzahlen von rund 310.000 (2022) und 564.000 (2023) ausgewiesen (3 Unternehmen); die Stückzahl war seit den 2000er Jahren deutlich rückläufig, damals wurden von drei Unternehmen jährlich mehr als 1,1 bis 1,25 Millionen Blockflöten produziert. Höhere Stückzahlen gab es zuletzt bei den Schlaginstrumenten (2024: 754.130; 4 Unternehmen).
Im Segment der Metronome, Stimmgabeln, Stimmpfeifen und Musikwerke flossen in den vergangenen Jahren Daten von vier größeren Unternehmen in die Statistik ein; 2024 produzierten sie 2,24 Millionen Stück im Wert von rund 28,8 Millionen Euro. Teile und Zubehör für Musikinstrumente brachten es 2024 auf einen Wert von insgesamt rund 108 Millionen Euro.

Hinweis
Die Produktionsstatistik erfasst im Inland gelegene produzierende Betriebe mit mindestens 20 tätigen Personen; kleinere Unternehmen werden nicht berücksichtigt, wodurch sich die Aussagekraft lediglich auf einen Teil der in Deutschland produzierten Musikinstrumente beschränkt. Die Daten beruhen auf einer von den Statistischen Landesämtern durchgeführten Primärerhebung und werden nach ihrer Aufbereitung und Plausibilisierung an das Statistische Bundesamt weitergeleitet und hier zum Bundesergebnis zusammengefasst. Erhoben werden die Daten per Online-Meldeverfahren; die Angabe ist verpflichtend. Dargestellt sind Wert und Menge der zum Umsatz bestimmten Produktion der berücksichtigten Unternehmen (endgültige Werte). Erzeugnisse, die entweder von weniger als drei Unternehmen produziert wurden oder an deren Herstellung ein Unternehmen überwiegend beteiligt war, werden aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht veröffentlicht und sind durch einen Punkt gekennzeichnet. Die Ergebnisse der geheim gehaltenen Unternehmen sind in den Gesamtsummen enthalten. Die dieser Statistik zugrundeliegende Klassifikation ist das Güterverzeichnis für die Produktionsstatistiken 2019 (GP 2019); bis einschließlich 2018 wurde das GP 2009 genutzt, dessen Gliederung von Musikinstrumenten und Musikinstrumentenzubehör weitestgehend dem GP 2019 entsprach.
Generell zu beachten ist die geringe Anzahl der in dieser Statistik berücksichtigten Unternehmen mit mindestens 20 tätigen Personen (2024: 57). Die Handwerkszählung bezifferte die Zahl der selbstständigen Betriebe mit einem nach der Handwerksordnung zulassungspflichtigen oder zulassungsfreien Hauptgewerbezweig im Jahr 2023 auf 1.497, davon 1.465 (98 %) mit weniger als 20 tätigen Personen (einschließlich Inhaber:innen, weitere Abgrenzungskriterien vgl. Statistik „Handwerksunternehmen im Musikinstrumentenbau“). Die Umsatzsteuerstatistik erfasste im Jahr 2024 insgesamt 1.222 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen im Wirtschaftszweig „Herstellung von Musikinstrumenten“, 52 % davon mit einem steuerbarer Umsatz von weniger als 100.000 Euro.
Mit Bezug auf die Daten der Außenhandelsstatistik (vgl. Statistik „Außenhandel mit Musikinstrumenten“) ist zu beachten, dass im Inland gelegene Betriebe Instrumente auch im Ausland fertigen lassen, die dann als Importware in der Außenhandelsstatistik zum Tragen kommen.
Legende
. Aus Datenschutzgründen und Gründen der statistischen Geheimhaltung werden Erzeugnisse, die entweder von weniger als drei Unternehmen produziert wurden oder an deren Herstellung ein Unternehmen überwiegend beteiligt war, nicht ausgewiesen.
- Nichts vorhanden.
Quelleninformationen
Zusammengestellt vom Deutschen Musikinformationszentrum nach: Statistisches Bundesamt (Destatis): Genesis-Online. Vierteljährliche Produktionserhebung im Verarbeitenden Gewerbe, diverse Jahrgänge, Datenlizenz by-2-0 (Zugriff 18. März 2026). Weiterführende Informationen zu den Unternehmen im Musikinstrumentenbau nach: Statistisches Bundesamt (Destatis): Genesis-Online. Handwerkszählung 2023, Datenlizenz by-2-0 (Zugriff 5. Februar 2026); sowie: Statistisches Bundesamt (Destatis): Genesis-Online. Umsatzsteuerstatistik 2024 (Voranmeldungen), Datenlizenz by-2-0 (Zugriff 18. März 2026).