Nach Angaben des Instituts für Demoskopie Allensbach für das Jahr 2025 besuchen 7,6 % der Bevölkerung ab 14 Jahre Musikveranstaltungen bzw. Konzerte regelmäßig, 59,8 % tun dies gelegentlich. Die Anteile sind unter den 20- bis 29-Jährigen am höchsten (11,5 % regelmäßig, 68,4 % gelegentlich), in der Altersgruppe 70 Jahre und älter sind sie am niedrigsten (5,9 % regelmäßig, 45,2 % gelegentlich). Damit hatten 2025 knapp die Hälfte der Über-70-Jährigen keine Teilhabe an musikalischer Live-Kultur (48,9 %). Der Wert war vor 20 Jahren zwar höher (55,9 %) – in den Jahren vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie lag der Anteil der Nicht-Besucher:innen unter den Ältesten der Bevölkerung allerdings nur noch bei 45,5 bis 46,8 %. Die deutlichste Zurückkehr zur Live-Kultur nach der Pandemie war bei den Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahre zu beobachten. Besuchten 2023 ein Drittel der Jugendlichen (33,5 %) gar keine Konzerte, sank der Anteil bis 2025 auf nur noch ein Viertel (24,9 %). Die meisten Jugendlichen gehen zumindest gelegentlich auf ein Konzert (68,5 %); regelmäßige Konzertbesuche finden sich in dieser Altersgruppe seltener (6,6 %).
Frauen besuchen ein wenig häufiger musikalische Veranstaltungen als Männer: 8,3 % der Frauen und 6,9 % der Männer nehmen regelmäßig an Musikveranstaltungen teil, 61,4 % der Frauen und 58,1 % der Männer gehen gelegentlich in ein Konzert. Damit liegt der Anteil der Nicht-Besucher:innen unter Männern (35,0 %) knapp 5 Prozentpunkte über dem Wert der Frauen (30,3 %).

Die Soziodemographika weisen auf einen Zusammenhang zwischen Bildungsstand und Teilhabe an musikalischer Live-Kultur hin. Je höher die Schul- und Berufsbildung, desto höher ist der Anteil derjenigen, die regelmäßig oder gelegentlich Musikveranstaltungen und Konzerte besuchen. Die Anteile für regelmäßige Besuche liegen zwischen 3,4 % bei Volks-/Hauptschulbildung und 12,2 % bei abgeschlossenem Studium; bei gelegentlichen Besuchen liegt die Spanne zwischen 45,5 % und 67,8 %. Etwas mehr als die Hälfte der Menschen mit Volks-/Hauptschulbildung (51,1 %) haben damit gar keine Teilhabe an musikalischer Live-Kultur. Dagegen zeigt sich die Nicht-Teilhabe bei nur knapp einem Drittel der Bevölkerung mit höherer Schulbildung ohne Abitur (30,5 %) sowie bei genau einem Fünftel der Menschen mit Hochschulreife (mit oder ohne abgeschlossenem Studium).

Beim Einkommen sind die Unterschiede zwar weniger stark ausgeprägt als beim Bildungsstand, aber auch hier variieren die Besuchsanteile je nach Einkommensgruppe deutlich. So besuchen 74,1 % der Menschen, die in Haushalten mit einem Nettoeinkommen von 3.500 Euro und mehr leben, regelmäßig oder gelegentlich eine Musikveranstaltung. Bei einem Haushaltsnettoeinkommen von 2.500 bis unter 3.500 Euro sind es 64,7 %. Dagegen besuchen von den Menschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen zwischen 1.000 und 1.500 Euro nur etwa die Hälfte (52,3 %) musikalische Veranstaltungen. In der niedrigsten Einkommensgruppe (unter 1.000 Euro) liegt der Anteil mit 58,5 % wiederum etwas höher.
Kein Zusammenhang zeigt sich hingegen mit der Gemeindegröße. Der Anteil derjenigen, die Musikveranstaltungen bzw. Konzerte häufig bis gelegentlich besuchen, liegt in Landgemeinden, Klein-, Mittel- und Großstädten bei gut zwei Dritteln (66,6 bis 68,8 %).



Hinweis
Grundlage der Daten ist eine repräsentativ angelegte Personenstichprobe (Quoten-Auswahlverfahren) bezogen auf die deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahre in Privathaushalten am Ort der Hauptwohnung in der Bundesrepublik Deutschland (2025: 70,001 Mio. Menschen). Befragt werden jährlich insgesamt über 20.000 Personen (2025: 23.075) in Privathaushalten am Ort der Hauptwohnung in der Bundesrepublik Deutschland. Die Umfrage stützt sich ausschließlich auf mündlich-persönliche, nicht auf telefonische Interviews.
Fußnoten
-
„Mache ich regelmäßig“, „Mache ich gelegentlich“ bzw. "„Mache ich nie“ nach Selbsteinschätzung der Befragten.
-
Die Feldzeit der AWA 2020 lag überwiegend vor dem wesentlichen Einbruch der COVID-19-Pandemie in Deutschland; sie endete am 17. März 2020.
-
Das Haushaltsnettoeinkommen berücksichtigt das gesamte Einkommen aller Haushaltsmitglieder (z. B. aus Erwerbstätigkeit, Rente, Vermietung oder Verpachtung, staatliche Leistungen).
Quelleninformationen
Zusammengestellt vom Deutschen Musikinformationszentrum nach: Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA), hrsg. vom Institut für Demoskopie Allensbach, diverse Jahrgänge.
