Durch Musikverkäufe wurde 2024 ein Gesamtumsatz von 2,64 Milliarden Euro erzielt. 1,86 Milliarden Euro entfielen auf das Segment Streaming, nur noch 379 Millionen auf den CD-Verlauf.

Der Gesamtumsatz durch Musikverkäufe erreichte nach Angaben des Bundesverbands Musikindustrie 2024 miz 2,64 Milliarden Euro den höchsten Wert der vergangenen 20 Jahre. Der Handelsumsatz erreichte dabei ein Volumen von 2,38 Milliarden Euro. Dieser ist als Umsatz zu Endverbraucherpreisen definiert, die Mehrwertsteuer und Gewinnmargen des Handels sind daher in den Angaben inbegriffen.

Zwei gegensätzliche Entwicklungen bestimmten den Tonträgermarkt der letzten zwei Jahrzehnte. Zusammengenommen führten sie zunächst zu einem Umsatztief der Branche in der ersten Hälfte der 2010er Jahre (die Umsätze sanken von 2004 bis 2012 zunächst von 1,90 auf 1,58 Milliarden Euro) und anschließend zu einem kontinuierlich steigenden und starken Gesamtumsatz. Im Jahr 2024 lag dieser bei 2,64 Milliarden Euro; dies entspricht einer Umsatzsteigerung gegenüber 2012 von rund 66 %.

Gesamtumsatz aus dem Verkauf von Tonträgern und digitalen Musikprodukten in Deutschland
Infografik: Gesamtumsatz Entwicklung 2004 bis 2024

Die Umsätze aus dem Verkauf physischer Tonträger sanken von 1,74 Milliarden Euro im Jahr 2004 auf 379 Millionen Euro im Jahr 2024. Damit generierten physische Tonträger zuletzt nur noch 16 % des Handesumsatzes, der 2024 bei 2,38 Millarden Euro lag. Während der physische Tonträgermarkt weltweit in den letzten Jahren wieder Umsatzsteigerungen erzielen konnte, zeigt sich diese Trendumkehr auf dem deutschen Markt nicht. Den Umsatzsteigerungen durch den Verkauf von Vinyl-LPs in Deutschland standen stärkere Umsatzeinbußen im CD-Geschäft gegenüber. 

Im Gegensatz zum physischen Tonträgermarkt verzeichnete der Verkauf von digitalen Musikprodukten in den letzten zwei Jahrzehnten ein kontinuierliches und starkes Umsatzplus von 13 Millionen Euro im Jahr 2004 auf 2 Milliarden Euro im Jahr 2024. Mit 1,86 Milliarden Euro bzw. 93 % entfiel nahezu der gesamte Digitalumsatz auf das Segment Streaming. Die übrigen 7 % verteilten sich auf Download (37 Millionen Euro bzw. 2 %) und sonstige digitale Produkte (Video-Streaming-Plattformen und Mobile Realtones/Ringbacktunes und Einkommen aus Cloud-Services: 106 Millionen Euro). Das Download-Geschäft, das in der ersten Hälfte der 2010er Jahre noch den Digitalmarkt prägte, hat damit stark an wirtschaftlicher Bedeutung eingebüßt. Durchgesetzt hat sich der Streaming-Markt, dessen Umsatzzahlen im Digitalmarkt seit 2016 und im Gesamtmarkt seit 2018 die höchsten sind. Die positive Umsatzentwicklung des Gesamtmarkts der letzten Jahre ist auf den wirtschaftlichen Erfolg des Streamings zurückzuführen.

Die Gesamtbetrachtung des Markts umfasst neben den Endverbraucherpreisen bei Musikverkäufen physisch und digital auch die Einnahmen der GVL aus Leistungsschutzrechten. Ihr Volumen wird 2024 auf 249 Millionen Euro geschätzt.

Komplettiert wird die Gesamtbetrachtung des Markts durch die Synchronisation: Dies sind die Lizenzeinnahmen der Musikfirmen aus der Verwendung von Musik in TV, Film, Games oder Werbung, die 2024 bei 8 Millionen Euro lagen.

Tabelle
Umsatz aus Musikverkäufen in Deutschland
Tabelle: Umsatz aus Musikverkäufen in Deutschland

Tabelle
Umsatz aus Verkäufen physischer Tonträger
Tabelle: Umsatzentwicklung 2004 bis 2024

Tabelle
Umsatz aus dem Verkauf von digitalen Musikprodukten
Tabelle: Umsatzentwicklung 2004 bis 2024

Hinweis

Der Umsatz wird zu Endverbraucherpreisen dargestellt, d. h. Mehrwertsteuer und Gewinnmargen des Handels sind in den Angaben inbegriffen. Gesamterträge der GVL und Synchronisation werden wie angefallen ausgewiesen. Dies gilt auch für werbefinanzierte Services und Sonstiges im Digitalgeschäft. Eine Ausdifferenzierung des Umsatzes aus digitalen Musikverkäufen liegt erst ab 2008 vor. 

Die Jahresangaben beruhen auf z. T. nachträglich veröffentlichten Revisionen. Alle Angaben sind gerundet, wodurch es zu Differenzen zwischen Gesamtumsatz und der Summe der einzelnen Umsatzsegmente eines Jahres kommen kann.

Statistik

Fußnoten

  1. Bis 2017 inkl. Hörbuch-Umsätze, ab 2018 ohne.

  2. Physisch setzt sich zusammen aus CD (inkl. SACD/DVD-Audio), Vinyl-LP und sonstige physische Tonträger wie Video (DVD, Blu-ray, VHS), Single, MC.

  3. Download: Singles (Single-Tracks und Single-Bundles) und Album, inkl. Musikvideo und sonstige Downloads.

  4. Digital sonstiges: Video-Streaming-Plattformen, Mobile Realtones/Ringbacktunes, Einkommen aus Cloud-Services.

  5. Audio-Streaming-Plattformen; Premiumumsätze hochgerechnet zu Endverbraucherpreisen.

  6. Gesamterträge der GVL: Die Einnahmen aus Leistungsschutzrechten des Jahres 2024 standen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Musikindustrie in Zahlen 2024 noch nicht abschließend fest. Daher wurde ein Schätzwert angegeben. Für das Geschäftsjahr 2024 wurde im Vergleich zum Vorjahr von einer stabilen Erlösentwicklung ausgegangen.

  7. Synchronisation: Lizenzeinnahmen der Musikfirmen aus der Verwendung von Musik in TV, Film, Games oder Werbung.

Quelleninformationen

Zusammengestellt und berechnet vom Deutschen Musikinformationszentrum nach: Musikindustrie in Zahlen, hrsg. vom 
Bundesverband Musikindustrie, diverse Jahrgänge.

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