Der Zustand der musikalischen Bildung in Deutschland ist Thema des Kongresses "Musik bewegt !?", den der Deutsche Musikrat (DMR) am 8. September in Berlin veranstaltet. Der Kongress will dafür werben, künftig jedem Kind und jedem Jugendlichen Angebote der musikalischen Bildung zugänglich zu machen. Christian Höppner, DMR Vizepräsident: "Die Bedeutung der Musik für die soziale und kulturelle Bildung ist unbestritten. Es ist an der Zeit, diese theoretischen Erkenntnisse auch in die Praxis umzusetzen. Musikpolitik ist Gesellschaftspolitik."

Bundespräsident Johannes Rau wird die Debatte mit einem Grußwort eröffnen. Zu den Teilnehmern gehören neben Karin Wolff, der hessischen Kultusministerin und KMK-Präsidentin, auch Monika Griefahn MdB, Vorsitzende des Kulturausschusses des Bundestages und Ernst Elitz, der Intendant des DeutschlandRadio. Mit dabei u.a. Hermann Lange, als Staatsrat und PISA-Beauftragter lange Zeit die "graue Eminenz der deutschen Bildungspolitik", Prof. Karl Karst, Mitinitiator der Stiftung Hören, Scorpion Klaus Meine sowie Liz Mohn. Die First Lady der Bertelsmann AG engagiert sich für die Ausbildung von Opernsängern mit ihrer Initiative "Neue Stimmen" und daneben für die Verbesserung des Musikunterrichts in Schulen. Meine, der mit den Scorpions weltweit über 60 Mio. Tonträger verkauft hat, hat die Stiftung Nordoff-Robbins Musiktherapie ins Leben gerufen.

Der Kongress "Musik bewegt !?" ist Auftakt für den Projekttag "Musik für Kinder", zu dem Bundespräsident Johannes Rau am 9. September ins Schloß Bellevue lädt. Hier werden Kinder und Jugendliche ihre Musik vom Pop über HipHop bis zur Klassik präsentieren.

Christian Höppner: "Der neue Deutsche Musikrat versteht sich nicht nur als fachpolitischer Verband. Wir mischen uns als Bürger dieses Landes in alle Themenfelder ein, die mit Bildung und Kultur in Beziehung stehen."

Mit dem Kongress "Musik bewegt !?" meldet sich der Deutsche Musikrat (DMR) in die kulturpolitische Debatte zurück. Der 1953 gegründete Verband hat sich nach seiner Insolvenz Ende letzten Jahres reorganisiert, eine neue Satzung erarbeitet und einen neuen Vorstand gewählt. Als Dachverband des Musiklebens repräsentiert der Deutsche Musikrat die Interessen von über 8 Millionen Menschen, die sich professionell oder als Laien mit Musik befassen. Zum DMR gehören 89 bundesweit agierende Musikverbände sowie 16 Landesmusikräte. Er ist Mitglied des Internationalen Musikrates, einer "non-governmental organization" der UNESCO. Der DMR stößt musikpolitische Initiativen an und koordiniert sie, berät die politischen Entscheidungsträger und fördert den musikalisch-künstlerischen Nachwuchs u.a. mit den Wettbewerben "Jugend musiziert", "Deutscher Musikwettbewerb" und "School Jam" sowie dem Projekt "Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler". Weitere Projekte fördern die zeitgenössische Musik und das Laienmusizieren. Weitere Informationen zu Kongress und Projekttag unter www.deutscher-musikrat.de und www.bundespraesident.de/musik-fuer-kinder

Die Pressekonferenz zum Kongress findet am 08.09.03 um 13.15 Uhr im Staatsratsgebäude, Berlin statt. Teilnehmen wird neben Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrats, Vizepräsident Christian Höppner und Präsidiumsmitglied Prof. Hans Bässler auch Klaus Meine.