Wöchentlicher Musikkonsum (Juni 2020)
Wöchentlicher Musikkonsum (Juni 2020)
Im Jahr 2020 hörten 16- bis 70-Jährige durchschnittlich 19 Stunden und 43 Minuten Musik pro Woche. Insgesamt ist die Hördauer rückläufig, außer bei der Nutzung kostenpflichtiger Streaming-Angebote und Online-Radios.

Die Langzeitstudie „Zukunft der Musiknutzung in Deutschland“ untersucht Veränderungen in der Nutzung von Musik in sechs Befragungswellen über einen Zeitraum von drei Jahren. Vorliegend handelt es sich um die Ergebnisse der ersten fünf Wellen. Unter anderem wurde in der Studie danach gefragt, wie viele Stunden Musik in den letzten sieben Tagen über welche Medienformate gehört wurde. Insgesamt waren es zuletzt durchschnittlich 19 Stunden und 43 Minuten.

Die Summe des wöchentlichen Musikkonsums war konstant rückläufig, auch mit Beginn der COVID-19-Pandemie. Die erste Befragungswelle im August 2018 ergab noch einen Wert von durchnittlich 21 Stunden und 29 Minuten. Seitdem verringerte sich die Zeit, in der Musik gehört wurde, um ca. 8 %.

Durchschnittlicher wöchentlicher Musikkonsum (August 2018 bis Juni 2020)
Abbildung: Durchschnittlicher wöchentlicher Musikkonsum

Stetig abgenommen hat insbesondere der Musikkonsum über das herkömmliche Radio. Wurden im Sommer 2018 noch durchschnittlich 9 Stunden und 23 Minuten über dieses Medium gehört, waren es im Sommer 2020 nur noch 7 Stunden und 58 Minuten. Dies entspricht einem Rückgang von 15 %. Hingegen nahm im selben Zeitraum der Musikkonsum über Online-Radios von 1 Stunde und 38 Minuten auf 2 Stunden und 50 Minuten um 73 % zu. Kostenpflichtige Musikstreaming-Dienste wurden ebenfalls immer häufiger genutzt, auch wenn der Anstieg mit 19 % geringer ausfiel. Zuletzt waren es bei diesem Medium durchschnittlich 2 Stunden und 35 Minuten in der Woche.

Bei anderen Online-Streamings war die Tendenz leicht rückläufig. Über YouTube wurden zuletzt wöchentlich im Schnitt 1 Stunde und 7 Minuten Musik gehört (19 Minuten weniger als im Sommer 2018), über andere Videostreaming-Dienstportale im Internet 6 Minuten (ein Minus von 5 Minuten) und über kostenlose Musikstreaming-Dienste 45 Minuten (ein Minus von 7 Minuten).

Auch bei Musikmedien, die im Besitz der Konsument*innen sind, war der Trend rückläufig. Über physikalische Tonträger wurde zuletzt in der Woche durchschnittlich 1 Stunde und 30 Minuten Musik gehört (11 Minuten weniger als im Sommer 2018), von gespeicherten digitalen Musikdaten wurden 2 Stunden und 38 Minuten Musik abgespielt (55 Minuten weniger).

Bei Live-Musik lag die durchschnittliche wöchentliche Hördauer in den ersten vier Befragungswellen bei durchschnittlich rund 30 Minuten im Sommer und bei etwas weniger als 20 Minuten im Winter. Unter Pandemiebedingungen wurden auf Konzerten im Sommern 2020 nur noch durchschnittlich 9 Minuten Musik pro Woche gehört.

Tabelle
Hörgewohnheiten nach Medienformat
Tabelle: Hörgewohnheiten nach Medienformat

Hinweis

Bei der Studie handelt es sich um eine auf drei Jahre angelegte repräsentative Panelbefragung der Universität Hamburg, die in sechs Wellen mittels Online-Fragebogen durchgeführt wird. Das Design der Studie wurde in Kooperation mit den Auftraggebern (BDKV, BVMI, GEMA, GVL, LIVEKOMM,
SOMM, VUT) entwickelt. Ziel der Studie ist die Analyse, wie in Deutschland aktuell und zukünftig Musik entdeckt, gekauft und konsumiert wird. Für die erste Welle im August 2018 wurden 5.140 in Deutschland lebende Menschen im Alter von 16 bis 70 Jahren zu ihrem Musiknutzungs-, Such- und Kaufverhalten befragt. Alle Teilnehmer*innen der ersten Welle wurden in den folgenden Wellen erneut eingeladen, wobei eine Teilnahme an allen Wellen nicht notwendig war. An der 2. Befragungswelle im Juli 2019 beteiligten sich 3.365, an der 3. Welle 2.514, an der 4. Welle 1.576 und an der 5. Welle 1.670 Menschen.

Quelleninformationen

Michel Clement, Michael Kandziora und Janek Meyn. Studie zur Zukunft der Musiknutzung 2018-2020. Ergebnisse der fünften von sechs Stufen der Panelbefragung. Hamburg 2020.

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