Stefan Klingele
Stefan Klingele  
Foto:  Jörg Landsberg

Stefan Klingele kommt als Nachfolger von Yoel Gamzou zu Beginn der Spielzeit 2022/23 als Musikdirektor und Chefdirigent ans Theater Bremen. Der Vertrag, der fünf Jahre läuft, ist bereits unterzeichnet, wie Michael Börgerding zum Spielzeitauftakt bekannt gab. Klingele wird pro Spielzeit drei musikalische Leitungen übernehmen, in der laufenden jedoch nur eine. Trotzdem wird er bereits ab Spielzeitbeginn in Bremen sein und gemeinsam mit der künstlerischen Leitung des Musiktheaters, der leitenden Dramaturgin Brigitte Heusinger und dem leitenden Regisseur Frank Hilbrich, die nächsten Spielzeiten planen und verantworten.

Stefan Klingele ist dabei in Bremen ein alter Bekannter. Von 1999 bis 2007 arbeitete er bereits in der Hansestadt, er begann als Erster Kapellmeister am Bremer Theater und war in seiner letzten Bremer Spielzeit schon einmal Chefdirigent hier. Nach Gastengagements an zahlreichen europäischen Bühnen wie der Königlichen Oper Stockholm, der ENO London, der Wiener Volksoper und der Staatsoper Hannover, war er zuletzt seit 2015 Musikdirektor und Chefdirigent an der Musikalischen Komödie Leipzig.

„Ich freue mich sehr, dass Stefan Klingele für die nächsten fünf Jahre als Musikdirektor und Chefdirigent zu uns kommt. Noch mehr als ich scheinen sich allerdings die zu freuen, die Stefan Klingele noch aus den acht Jahren seiner Arbeit hier am Haus kennen“, so Börgerding: „Klingele hat an vielen großen Opern gastiert und das hätte er auch weiter können. Er ist aber ein Theatermensch, der an ein Ensemble und eine gemeinsame kontinuierliche Arbeit glaubt. Wie schön, dass er sich für uns entschieden hat.“

Stefan Klingele selbst kommt gern zurück nach Bremen, wie er betont: „Die Berufung ans Theater Bremen ist für mich eine ganz besondere Ehre, der ich gerne folge. Es gibt am Haus beste Voraussetzungen für packendes Musiktheater, weil alle Kolleg:innen immer größte Leidenschaft in gute Ergebnisse legen. Ich freue mich auf viele szenisch und musikalisch berührende Aufführungen in den nächsten Jahren, zu denen ich das wunderbare Bremer Publikum schon jetzt einlade. Für mich ist das Theater der perfekte Ort, um gemeinsam Geschichten zu erleben und das Leben zu befragen und zu genießen.“

Biografie

Stefan Klingele wurde 1967 in Ingolstadt geboren. Studium in den Fächern Dirigieren und Violoncello an der Musikhochschule Würzburg. Klingele begann als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung am Nationaltheater Mannheim (1993–1996), wechselte als Dirigent/Korrepetitor an das Staatstheater am Gärtnerplatz München (1996–1999) und schließlich als Erster Kapellmeister ans Bremer Theater (1999–2007). Dort leitete er die deutsche Erstaufführung der Urfassung von Bohuslav Martinus „The Greek Passion“ und die Uraufführungen von „Der Herbst des Patriarchen“ (Giorgio Battistelli, 2004) sowie „Inferno“ (Johannes Kalitzke, 2005) und widmete sich weiteren zeitgenössischen Opern wie „Solaris“ (Michael Obst, 2003; UA 1996). In seiner letzten Spielzeit war Klingele schon einmal Chefdirigent der Bremer Oper. Gastengagements an zahlreichen europäischen Bühnen, darunter zuletzt am Aalto-Musiktheater Essen, am Nationaltheater Weimar, an der Semperoper Dresden, an der Königlichen Oper Stockholm, an der ENO London, der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg, der Wiener Volksoper, den Opern von Göteborg und Oslo sowie an der Staatsoper Hannover (2016 Verdis „Macht des Schicksals“, Regie Frank Hilbrich).
Zuletzt war Klingele seit 2015 Musikdirektor und Chefdirigent an der Musikalischen Komödie Leipzig, ab der Spielzeit 2022/23 kommt er in gleicher Position ans Theater Bremen.