Nachdem ein Gutachten die Kosten für den Neubau des Volkstheaters mit mehr als 100 Millionen Euro beziffert hat, wird in Rostock über die finanzielle Machbarkeit des Vorhabens diskutiert. "Bei der nun zu treffenden Entscheidung darf die Kultur nicht gegen die Sanierung von Schulen, Kitas oder Straßen ausgespielt werden. Sie ist für den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Rostock wichtig. Die nächste Generation wird der Stadt für den Theaterneubau dankbar sein“, sagt Andreas Masopust, stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung (DOV)

Wenn die genannte Summe gerechtfertigt ist, sollte mit dem Bau zügig begonnen werden. "Jeder Aufschub treibt die Kosten naturgemäß nur weiter in die Höhe“, sagt Masopust. 2015 entschieden sich die Stadt Rostock und das Land Mecklenburg-Vorpommern für einen Neubau, nachdem zuvor mehrere Jahrzehnte diskutiert worden war. Das neue Theater soll bis 2025 fertig sein. Bislang waren 50 Millionen Euro veranschlagt, von denen die Landesregierung die Hälfe übernehmen will. Laut Gutachten kann mit dieser Summe ein Gastspielhaus mit 40 Mitarbeitern finanziert werden, jedoch nicht ein Mehrspartentheater mit eigenem Spielbetrieb und 250 Mitarbeitern. Der nun im Raum stehende Betrag sei vergleichbar mit den Kosten anderer Theaterneubauten.

"Investitionen in Kultur sind Investitionen in die Zukunft“, sagt Masopust. "Dass dieses Denken zum Erfolg führt, hat die Stadt Dresden vorgemacht, die sich als Kulturhauptstadt Europas 2025 bewirbt. Dort wurden in kurzer Zeit der Kulturpalast saniert sowie das Theater Junge Generation und die Staatsoperette neu gebaut. Der Erfolg der neuen Spielstätten beim Publikum ist überwältigend.“

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