Abbildung: Portraitfoto des Komponisten
Der Komponist Johannes Brahms im Portrait (1889)  
Foto:  Musikhochschule Lübeck

Mit dem Brahms-Portal, einer neuen frei zugänglichen Online-Plattform, wird das Lübecker Brahms-Institut zu einem digitalen Knotenpunkt für Wissenschaft und Öffentlichkeit. Ende August ist das Projekt an den Start gegangen.

Das Brahms-Portal verknüpft 43.000 Digitalisate auf innovative Weise und ermöglicht für Wissenschaft und allgemeine Öffentlichkeit einen komplett neuen Zugang zur wertvollen Sammlung des Brahms-Instituts an der Musikhochschule Lübeck (MHL). Die historisch bedeutenden Quellen zum Komponisten Johannes Brahms gelten als nationales Kulturgut ersten Ranges. Das Projekt wird mit einer Förderung von insgesamt 800.000 Euro im Rahmen des Exzellenz- und Strukturbudgets des Landes Schleswig-Holstein sowie durch die Lübecker Possehl-Stiftung realisiert. In der dreijährigen Projektlaufzeit bereitet ein Team aus Musikwissenschaftlerinnen, Musikwissenschaftlern und IT-Fachleuten das kulturelle Erbe semantisch auf und reichert es wissenschaftlich fundiert mit Informationen zu den Werken von Brahms an.

Projektleiter Wolfgang Sandberger, der als Professor für Musikwissenschaft das Lübecker Brahms-Institut leitet, erläutert das Projekt: „Im Mittelpunkt des Brahms-Portals steht eine vernetzte Werkliste, in der alle Quellen unserer Sammlung inhaltlich verknüpft sind. Wenn Sie zum Beispiel das Klavierquartett op. 26 suchen, finden Sie auf einen Blick die Werkeinführung, die wertvolle Handschrift von Brahms, den Erstdruck, Fotografien aus dem Entstehungszeitraum, den Programmzettel der Erstaufführung, Briefe mit inhaltlichem Bezug – und Sie können das Werk auch online hören! Diese Zusammenführung aller werkspezifischen Quellen ist ein echter Gewinn für alle Interessierten.“

Herzstück des 1991 gegründeten Brahms-Instituts ist die umfangreiche Quellensammlung zu Johannes Brahms (1833 – 1897) und seinem Umfeld. Mit einem 360°-Gang durch die Ausstellungsräume der denkmalgeschützten Villa Brahms bietet das „Brahms-Portal“ einen weiteren attraktiven Zugang zu dem einzigartigen kulturellen Erbe. Die hohen technischen und bibliothekarischen Standards ermöglichen den Anschluss unter anderem an das „Digitale Kulturwerk Lübeck“, die „Deutsche Digitale Bibliothek“ oder die „Europeana“. Während die inhaltliche Kompetenz bei den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Brahms-Institut liegt, sind für die technische Umsetzung und Projektsteuerung die externen Partner Dataport, digiCULT und VGZ Göttingen verantwortlich.

2025 soll das neue Brahms-Portal online gehen. Weitere Informationen unter www.brahms-institut.de