Die Intendanten der Opernhäuser, Konzertsäle, Ballettkompanien und Festivals des Ruhrgebiets trafen sich am 15. Dezember in der Philharmonie Essen zum gemeinsamen Arbeitsgespräch mit dem Komponisten Hans Werner Henze und Steven Sloane, Künstlerischer Direktor von RUHR.2010.

Der gebürtige Westfale Henze zählt zu den wichtigsten lebenden Künstlern der Region. Als Komponist, Festivalleiter, Entdecker und Förderer junger Talente und Impulsgeber gehört er zu den prägenden Protagonisten und Pionieren der Moderne.

Für das Kulturhauptstadtjahr 2010 schließen sich die Musik-Institutionen der Region erstmalig zu einem Netzwerk zusammen, um gemeinsam das musikalische Werk und gesellschaftliche Handeln Hans Werner Henzes zu präsentieren. Das Programm, das die Partner bis 2010 gemeinsam entwickeln, spiegelt spannungsreich sein bisheriges Schaffen im Zusammenspiel von Tradition und Moderne, von lokalen Ressourcen und internationalem Musikleben. Folgende Programm-Sektionen sind geplant: Musiktheater, Ballett, Orchesterwerke, Kammerkonzerte, Lesungen, Musikvermittlung, Radiostücke, ein Jugendorchesterfestival und eine Filmretrospektive.

Hans Werner Henze zeigte sich beeindruckt von den imposanten Industriedenkmälern in Bochum, Essen und Duisburg. „Ich nähere mich langsam einer geheimnisvollen Mitte. Ob das gelingt? Nun, ich weiß es nicht. Man fürchtet. Man legt Kraft zu. Man hofft. Ich habe von den Planungen für 2010 gehört und bin bis zur Unaussprechlichkeit gerührt. Ich habe urgroßväterliche Verbindungen zur Rhein- und Ruhrzone. Meine Vorfahren kommen von hier. Mein neues Werk ist eine Gabe an meine Heimat. Im Grunde bringe ich einen Affekt musikalisch zum Ausdruck.“

Im Zentrum der großen Hommage an Hans Werner Henze steht die Uraufführung einer Oper für Jugendliche, die Hans Werner Henze im Auftrag der RUHR.2010 komponieren wird. Inspiriert von den offenen Bühnenräumen der Industriespielstätten entwickelt Henze ein Konzept, in dem junge Künstler Gesangs- und Orchesterstimmen übernehmen. Die Uraufführung ist eine Kooperation mit der RuhrTriennale.

Zum Abschluss seines Besuchs traf er sich zum Arbeitsgespräch mit den 33 Partnern, die im Kulturhauptstadtjahr das Werk Hans Werner Henzes als offene musikalische Praxis zeigen, die sich den Nachbarkünsten digitale Medien, Bildende Kunst, Film und Literatur öffnet. Besondere Aufmerksamkeit soll dem Verstehen Neuer Musik gelten, vor allem der Vermittlung an junge Zuschauer. Im inspirierten Dialog sprachen Hans Werner Henze und Steven Sloane sich dafür aus, Neue Musik als ein Angebot für ein großes Publikum anzuerkennen.

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