Das Deutsche Tanzarchiv Köln soll zu einem Forschungs- und Kompetenzzentrum Tanz ausgebaut werden. Dies haben das Land Nordrhein-Westfalen, das das Archiv seit dem Jahr 2021 auch finanziell unterstützt, und die beiden Trägerinnen SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn und Stadt Köln gemeinsam beschlossen.

Um für diese Weiterentwicklung die erforderlichen Schritte und Maßnahmen zu planen, fand am 29. März 2022 eine erste Konferenz des neuen Expertengremiums statt, das den Ausbau des Deutschen Tanzarchivs Köln begleiten soll. An der Konferenz nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Hochschulen mit tanzbezogener Ausbildung, Lehre bzw. Forschung teil, ferner Expertinnen und Experten, die archiv-, bibliotheks- und museumsfachliche Expertise sowie tanzwissenschaftliche und tanzpolitische Expertise auf Bundesebene einbringen teil; dazu kamen Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Köln und der SK Stiftung Kultur mit der Archivleitung. Geplant ist, dass das Gremium mögliche Zukunftsmodelle einer inhaltlich-institutionellen Konzeption erarbeitet, diskutiert und zur Entscheidungsreife bringt. Zu den zentralen Zielsetzungen gehören:

  • die Verbesserung der wissenschaftlichen Informationsversorgung zu den performativen Künsten – unter Berücksichtigung der Bedarfe der Tanz- und Theaterwissenschaft sowie verwandter Studienrichtungen in Nordrhein-Westfalen;
  • Online-Zugänge zu den Forschungsdaten in Zusammenarbeit mit den Hochschulen gemäß der jeweiligen Lehrangebote und Forschungsfelder sowie der entsprechenden technischen Infrastruktur;
  • die Schaffung von speziellen Zugängen zu den historischen Quellen und Wissensbeständen für Studierende, Lehrende und Forschende in Zusammenarbeit mit den Hochschulen (Virtueller Lesesaal / Online-Bibliotheken).

Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen: „Ich bin überzeugt, dass das geplante Kompetenzzentrum eine zentrale Schnittstelle für die Vernetzung zwischen den Archiven und Hochschulen im Bereich Tanz in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus werden kann. Unser Ziel ist es, die Institutionen miteinander zu vernetzen und ihre Bestände und Forschungsergebnisse digital zugänglich zu machen. Denn die tanzwissenschaftliche Forschung eröffnet auch der künstlerischen Praxis immer wieder neue Zugänge.“

Ulrich Voigt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse KölnBonn und der SK Stiftung Kultur sieht ebenfalls viel Zukunftspotential in dem Projekt: „Das seit Mitte der 1960er Jahre in Köln ansässige Deutsche Tanzarchiv hatte sich im Laufe der Jahrzehnte von einer Privatsammlung zu einem profilierten wissenschaftlichen Archiv in öffentlich-privater Trägerschaft gewandelt, das jetzt den nächsten Schritt ins digitale Zeitalter wagt.“
Kölns Kulturdezernent Stefan Charles freut sich besonders über die Stärkung Kölns als Wissenschaftsstandort in Sachen Tanz: „Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Tanz kann in Köln auf eine lange Tradition zurückblicken, die bis an den Beginn der 1960er Jahre zurückreicht. Hier gab es Ende der 1990er Jahre den ersten Lehrstuhl für Tanzwissenschaft im deutschsprachigen Raum. Durch die Etablierung eines vernetzten Forschungszentrums ergeben sich neue Perspektiven für Forschung, Ausbildung und künstlerische Praxis in der Tanzstadt Köln und darüber hinaus.“

Das Deutsche Tanzarchiv Köln entwickelte sich seit 1985/86 Dank des gemeinschaftlichen Engagements von SK Stiftung Kultur und Stadt Köln zu einer Einrichtung von regionaler, nationaler und internationaler Bedeutung. Aufgrund seiner beträchtlichen Archivbestände zählt es neben der Jerome Robbins Dance Division der New York Public Library und dem Dansmuseet Stockholm zu den drei renommiertesten Informations-, Dokumentations- und Forschungszentren für Tanz weltweit. Das Deutsche Tanzarchiv Köln ist seit 2004 An-Institut der Kölner Hochschule für Musik und Tanz.

 

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