Festakt 500 Jahre Bayerisches Staatsorchester
Festakt 500 Jahre Bayerisches Staatsorchester  
Foto:  W. Hösl

Vor einem halben Jahrtausend begann die Geschichte des Bayerischen Staatsorchesters. Das Jahr 1523 markiert den Beginn des institutionalisierten Musizierens im instrumentalen Verband am bayerischen Hof; damit entstand die Keimzelle des heutigen Bayerischen Staatsorchesters.

Mit der Berufung von Ludwig Senfl an den Hof von Herzog Wilhelm IV. und Senfls Entscheidung, fortan nur noch ausgebildete Musiker in seinem Ensemble zu beschäftigen, wurde in jenem Jahr der Grundstein für das professionelle Musizieren im Dienst der bayerischen Herzöge, Könige und des Freistaates Bayern gelegt. Aus kleinen Anfängen im höfischen Kontext wurde allmählich ein großes Opernorchester, das bald auch regelmäßig symphonische Werke aufführte und seit dem frühen 19. Jahrhundert im Rahmen der Musikalischen Akademie die erste öffentliche Konzertreihe in München veranstaltet.
 
Das Bayerische Staatsorchester brachte mehrere Uraufführungen auf die Bühne des Nationaltheaters in München, von Wolfgang Amadeus Mozarts Idomeneo, Richard Wagners Tristan und Isolde, Die Meistersinger von Nürnberg sowie Das Rheingold und Die Walküre bis Krzysztof Pendereckis Ubu Rex, Aribert Reimanns Bernarda Albas Haus, Jörg Widmanns Babylon, Miroslav Srnkas South Pole und Hans Abrahamsens The Snow Queen.

Seit Anbeginn haben die wichtigsten Künstler ihrer Zeit als Musikdirektoren fungiert, von Richard Strauss, Hermann Levi, Bruno Walter und Hans Knappertsbusch bis hin zu Georg Solti, Joseph Keilberth, Wolfgang Sawallisch, Zubin Mehta, Kent Nagano und Kirill Petrenko. Seit Herbst 2021 ist Vladimir Jurowski Bayerischer Generalmusikdirektor und Chefdirigent des Bayerischen Staatsorchesters.
 
Heute gehört das Bayerische Staatsorchester zu den internationalen Spitzenensembles mit Mitgliedern aus 24 Nationen. Die Exzellenz und Vielseitigkeit dieses Klangkörpers, der im Orchestergraben für Oper wie Ballett genauso wie auf dem Konzertpodium zu Hause ist, wird weltweit geschätzt. Seit 2013 wurde das Bayerische Staatsorchester acht Mal in Folge und insgesamt zehn Mal von 50 internationalen Kritikern in der Zeitschrift Opernwelt zum „Orchester des Jahres“ gewählt.
 
Seit Mai 2021 wird die Arbeit des Bayerischen Staatsorchesters durch das eigene Label Bayerische Staatsoper Recordings (BSOrec) dokumentiert. Außerdem engagiert sich das Bayerische Staatsorchester mit der Hermann-Levi Akademie und dem Jugendorchester ATTACCA in der Nachwuchsförderung.
 
Das Bayerische Staatsorchester blickt somit auf eine 500-jährige Geschichte zurück. Damit ist es eine der wenigen Kultureinrichtungen, deren Tradition fast die gesamte europäische Musikgeschichte umfasst.
 
In der Nachfolge Herzog Wilhelms IV. und als langjähriger treuer und kundiger Zuhörer im Nationaltheater übernimmt S.K.H. Herzog Franz von Bayern die Schirmherrschaft des Jubiläumsjahres.
 
Die etablierten Reihen wie die symphonischen Akademiekonzerte, die Kammerkonzerte in der Allerheiligen Hofkirche und die Festspiel-Kammerkonzerte im Cuvilliés-Theater erhalten einen besonderen Akzent. Neben dem amtierenden Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski sind seine Vorgänger eingeladen, ihr ehemaliges Orchester zu dirigieren; den Anfang macht in dieser Spielzeit Zubin Mehta, der dem Bayerischen Staatsorchester von 1998 bis 2006 als Generalmusikdirektor vorstand.
 
Die Kraft der Musik wird in diesem Jubiläumsjahr ausstrahlen in die nähere und weitere Welt, mit einer Tournee durch europäische Musikmetropolen ebenso wie bei Kooperationspartnern in der Stadt München und im Umland, um möglichst viele Menschen zu bereichern – Musik für alle auf höchstem Niveau.