Alle fünf Musikhochschulen des Landes werden künftig ein „Kernangebot“, u. a. mit den Orchesterinstrumenten, unterhalten. Darüber hinaus werde jeder Standort ein spezifisches Profil mit ‚qualifizierten Zentren‘ entwickeln. Dies erklärte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am Montag (21. Juli) im Rahmen des 5. Symposiums der Zukunftskonferenz Musikhochschulen Baden-Württemberg.

„Unsere - auch im nationalen und internationalen Vergleich - ausgesprochen kleinteilige Musikhochschullandschaft wird ihre Qualität nur durch Profilierung jedes einzelnen Standorts halten können. Deshalb erwarte ich von den Musikhochschulen, dass sie landesweit Schwerpunkte setzen und sich bei der Gestaltung eines Vollangebots für Baden-Württemberg konstruktiv einbringen“, sagte Ministerin Bauer.

Dazu gehört nach Aussagen der Ministerin, dass die fünf Hochschulen ihre individuellen Profile schärfen und ihr Studienangebot arbeitsteiliger als bisher organisieren. Dabei habe Qualität Vorrang vor Quantität, auch bei der Zahl der Studienplätze. „In den fünf Fachsymposien der Zukunftskonferenz wurde deutlich, dass nur ein sinnvolles und arbeitsteiliges, landesweites Konzept für die Musikhochschulen die erforderliche Qualität gewährleisten kann - Qualität, die es zu sichern und in einigen Bereichen auch zu verbessern gilt“, so Bauer.

Von den Hochschulen seien auch neue Formen der Kooperation, über die einzelnen Häuser hinaus, gefordert. Als Beispiel nannte die Ministerin die Zusammenarbeit der Musikhochschule und der Pädagogischen Hochschule Freiburg im Bereich der Musikpädagogik sowie die geplante Kooperation der Musikhochschulen Mannheim und Stuttgart im Fach Jazz. „Vor einer abschließenden Beurteilung müssen die Pläne aber noch mit Leben erfüllt werden und ein echter Mehrwert für die Studierenden erkennbar werden. Auch die Popakademie sollte in die Kooperation mit einbezogen werden, als landesweites Kompetenzzentrum für Popmusik und Kreativwirtschaft“.

Die Ministerin hob hervor, dass es sich bei den fünf Fachkonferenzen der „Zukunftskonferenz Musikhochschulen Baden-Württemberg“ um einen einmaligen Dialogprozess gehandelt habe, der auf eine hohe Resonanz gestoßen sei. „Bei den Fachkonferenzen ging es nicht um Finanzierungs- und Standortfragen, sondern um Inhalte, die im bisherigen Angebot der Musikhochschulen noch zu sehr am Rande stehen. Die Ergebnisse der Fachkonferenzen nehmen wir in die weiteren Überlegungen zum Vollangebot mit“.

Zu den fachlichen Anliegen, die künftig stärker berücksichtigt werden sollen, zählen u. a. die Aufwertung der Musikpädagogik in den Musikhochschulen, der Ausbau der Elementaren Musikpädagogik auch im Hinblick auf die Ganztagesschule, die bessere Vorbereitung der Studierenden auf den schwierigen Arbeitsmarkt Musik und die Freiberuflichkeit, die Einbeziehung der wichtigen Bedarfe der Amateurmusik in das Studienangebot der Musikhochschulen ebenso wie die Berücksichtigung außereuropäischer Musiktraditionen, diskutiert unter dem Stichwort „Weltmusik“. Im Hinblick auf den hohen Anteil an ausländischen Studierenden soll auf den Nachweis von Sprachkompetenz künftig mehr Wert gelegt werden, als Voraussetzung für Verständigung und interkulturelle Kommunikation.

Die fünf Symposien sind auf der Homepage der Zukunftskonferenz dokumentiert (www.zukunftskonferenz-musikhochschulen-bw.de).