Es ist ein besonderes Ereignis unter besonderen Umständen: Im ostthüringischen Altenburg jährt sich die Einweihung des prächtigen Theaterbaus Mitte April zum 150. Mal. Obwohl das Theater zurzeit aufgrund umfassender Sanierungsarbeiten einerseits und pandemiebedingter Schutzmaßnahmen andererseits geschlossen ist, soll der Anlass gewürdigt werden.

Am Freitag, 16. April 2021 wird ab 18.00 Uhr im Fernsehen Altenburg-TV sowie als kostenloses Streaming über die Website www.theater-altenburg-gera.de und im YouTube-Kanal des Theaters die Festveranstaltung "Freistatt schöner Geister“ ausgestrahlt. Anschließend steht das Video dort auch zum Abruf bereit. Am selben Abend um 20.05 Uhr folgt eine Sondersendung mit musikalischen Beiträgen, Interviews und historischen Bezügen auf MDR Kultur und MDR Klassik im Radio und online.

Als man am Herzoglichen Hoftheater zu Altenburg im Herbst des Jahres 1870 Eröffnung feiern wollte, kam der Deutsch-Französische Krieg dazwischen. Nicht nur die Verschiebung der Eröffnung, auch die Ausbreitung der Pockenepidemie in Deutschland hatte der Krieg damals mit sich gebracht. Am 16. April 1871 war es dann aber doch soweit: Das Altenburger Theater konnte mit der Premiere von Carl Maria von Webers Oper "Der Freischütz“ feierlich eröffnet werden.

150 Jahre später begrüßt nun Generalintendant Kay Kuntze das Publikum zu einer medialen Jubiläumsfeier voller musikalischer Geburtstagsgrüße und blickt mit Künstlerinnen und Künstlern zurück auf die bemerkenswerte Geschichte des Altenburger Theaters.
Der Theaterneubau in der Residenzstadt, den Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg in Auftrag gegebenen hatte, "möge eine Freistatt schöner Geister und ihrer ewigen Gebilde sein“. Mit diesen Worten wurde das Theater zu seiner Eröffnung in einem Festprolog geweiht, den anlässlich des Jubiläums nun Peter Prautsch, Ehrenmitglied des Theaters Altenburg Gera, vorträgt.
In einem Streifzug durch den Spielplan des Herzoglichen Hoftheaters bringt das Philharmonische Orchester Altenburg Gera unter der Leitung seines 1. Kapellmeisters Thomas Wicklein Ausschnitte aus jenen Opern zu Gehör, die in der ersten, verkürzten Saison in Altenburg zur Premiere kamen. In nur vier Wochen, von Mitte April bis Mitte Mai, hatte man 1871 erstaunliche elf Opernpremieren bewältigt. Auf Webers "Freischütz“ folgten dabei mit Bellinis "Norma“ und Verdis "Troubadour“ Werke, die zu ungebrochener Berühmtheit avancierten. Aber auch zwischenzeitlich in Vergessenheit geratene Opern, etwa Friedrich von Flotows "Alessandro Stradella“ oder Adolphe Adams "Der Postillion von Lonjumeau“, offenbaren bezaubernde Bravourstücke für das Musiktheaterensemble.
Als ab September 1871 auch für das Schauspiel der Aufführungsbetrieb in Altenburg begann, hatte man gleich 74 Stücke in einer Spielzeit zur Premiere zu bringen. Wie das funktioniert haben könnte, erprobt das Schauspielensemble nun dementsprechend kurzweilig unter der Leitung des damaligen Theaterdirektors Podolsky in einem Sketch von Schauspieldirektor Manuel Kressin.

Mitwirkende der Festveranstaltung sind Kay Kuntze (Moderation), das Philharmonische Orchester Altenburg Gera unter Leitung von Thomas Wicklein, Peter Prautsch (Sprecher), Anne Preuß, Miriam Zubieta und Maia Andrews (Sopran), Isaac Lee (Tenor), Alejandro Lárraga Schleske (Bariton), Ulrich Burdack (Bass) sowie die Schauspieler*innen Markus Lingstädt, Sebastian Schlicht, Rebecca Halm, Mechthild Scrobanita, Mario Radosin, Robert Herrmanns, Thomas C. Zinke, Ines Buchmann und Thorsten Dara.

Die Sendungen werden vorab unter Einhaltung strenger Hygienekonzepte aufgezeichnet.