Am gestrigen Abend wurde die Ausstellung „Vom Neuen Operetten-Theater zur Musikalischen Komödie - Die Geschichte des Leipziger Operettenensembles“ im Stadtarchiv Leipzig eröffnet. Der Verein „Freunde und Förderer der Musikalischen Komödie Leipzig e. V.“ blickt gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern Oper Leipzig und Stadtarchiv Leipzig in die bewegte Geschichte des Leipziger Operettenensembles zurück.Mit dem 1902 eingeweihten Centraltheater am westlichen Innenstadtring verfügte Leipzig erstmals über eine Bühne, die von 1906 an ausschließlich der Aufführung von Operetten gewidmet war. Durch Solistinnen und Solisten der Opern- und Operettenwelt Wiens und Berlins und durch internationale Gäste aus Brüssel, Paris oder New York etablierte sich das neue Operettenhaus in der Stadt schnell. Die Ausstellung zeichnet anhand zahlreicher Quellen erstmals die Geschichte des Operettenensembles in Leipzig nach, aus dem 1968 die Musikalische Komödie hervorging. Kurator und Vereinsmitglied Hendrik Reichardt stellt zudem in einzelnen Biografien die Leipziger Operettenwelt dar.
 
Im Stadtarchiv Leipzig liegen wichtige historische Unterlagen zur Geschichte der beleuchteten Institution, darunter zu den Ensemblemitgliedern, den künstlerischen Leitern, zu Spielplänen oder zu den historischen Spielstätten selbst. Dr. Michael Ruprecht, Direktor des Stadtarchivs Leipzig, sagt: „Ich freue mich, dass die Forschungsergebnisse des Vereins durch die Ausstellung nun einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Ehrenamtliches Engagement wie dieses ist essentieller Teil einer lebendigen Stadtgeschichtsforschung.“ Intendant der Oper Leipzig Tobias Wolff ergänzt: „Auch ich habe die Initiative des Vereins mit Freude unterstützt – die Ausstellung trägt zur Erforschung der Musikgeschichte Leipzigs bei und taucht tief in eine schillernde, aufregende Zeit ein, in der die Leipziger Stadtgesellschaft die Operette lieben lernte.“ Seit 1990 ist die Musikalische Komödie Teil des städtischen Eigenbetriebs Oper Leipzig.

Der Verein unterstützt mit seinen Aktivitäten die künstlerische Arbeit und die denkmalgeschützte Spielstätte der Musikalischen Komödie. Vorstandsvorsitzender Jens Geßner sagt: „Unser Hauptanliegen ist es, die rege Geschichte des Operettenensembles fest im Stadtgedächtnis Leipzigs zu verankern.“ Das Ausstellungsprojekt wurde durch das Kulturamt der Stadt Leipzig unterstützt.
 
Bis zum 14. Dezember besteht die Möglichkeit, die Ausstellung im Stadtarchiv kostenfrei zu besichtigen: montags 12–18 Uhr, ausgenommen 30.10., 06.11. und 13.11, sowie dienstags bis donnerstags 9–18 Uhr. Zudem gibt es Sonderveranstaltungen im Rahmen der Ausstellung: Am 10.11.2023, 18:30 Uhr erleben Interessierte den Themenabend „Jüdische Künstlerinnen und Künstler am Neuen Operettentheater“ gemeinsam mit der Musikalischen Komödie Leipzig, am 27.11.2023, 18:30 Uhr „Das Leipziger Operettenensemble in historischen Ton- und Bildaufnahmen“.