Drei Einrichtungen aus Bergisch Gladbach, Dortmund und Duisburg haben den neuen Landespreis für Kulturelle Bildung in den Hauptkategorien Jugendarbeit, Kultur und Schule gewonnen. Ziel des mit insgesamt 80 000 Euro dotierten Preises ist es, gut vernetzte Projekte nachhaltig zu stärken, die Kindern und Jugendlichen künstlerische Erfahrungen ermöglichen und so neue Interessen und Fähigkeiten wecken. Wichtige Grundlage solcher kulturellen Bildungschancen ist die Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren vor Ort – etwa von Kommunen, Schulen, Vereinen, Jugend- und Kultureinrichtungen sowie von Künstlerinnen und Künstlern. Vier Vorhaben aus Bochum, Essen, Hamm und Alsdorf erhielten zudem Förderpreise, um ihr starkes Potenzial weiterzuentwickeln. Die neue Auszeichnung der Landesregierung ist am Donnerstag (17. März) im Rheinischen Landestheater in Neuss erstmals vergeben worden.

In der Kategorie „Jugendarbeit“ ging der Preis an die Kreativitätsschule Bergisch Gladbach e. V. in Kooperation mit dem Sozialen Netzwerk Bergisch Gladbach. Die Anne-Frank-Gesamtschule Dortmund in Kooperation mit dem Quartiersmanagement Nordstadt wurde in der Kategorie „Schule“ ausgezeichnet. Im Bereich „Kultur“ erhielt die Stiftung Klavier-Festival Ruhr in Kooperation mit Schulen und Kindertageseinrichtungen in Duisburg die Ehrung. Die drei Hauptgewinner erhalten je 20 000 Euro Preisgeld. Dieses Geld kann zur Weiterentwicklung des vorgestellten Konzeptes und zur Durchführung von Projekten genutzt werden. Ins Leben gerufen hatten die neue Auszeichnung das Ministerium für Kultur und Wissenschaft, das Ministerium für Schule und Bildung und das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen überreichte den Preis in der Kategorie Kultur: „Das beispielhaft vernetzte Projekt der Stiftung Klavier-Festival Ruhr eröffnet Kindern in sechs Duisburger Schulen und zwei Kindertageseinrichtungen die Möglichkeit, künstlerische Erfahrungen zu sammeln. Dabei arbeiten Teams aus Künstlerinnen und Künstlern sowie Lehrkräften zusammen. Ihre Angebote sind für die individuelle Entwicklung der Kinder von hoher Bedeutung. Alle mit dem Landespreis ausgezeichneten Vorhaben zeigen, dass Kulturelle Bildung besonders gut gelingt, wenn Jugend-, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie alle Akteurinnen und Akteure vor Ort zusammenarbeiten. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.“ 

Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer erklärte: „Die kulturelle Bildung ist ein wichtiger Teil des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags. Mit dem Landespreis für kulturelle Bildung wollen wir die vielen verschiedenen kreativen Ideen und kulturellen Projekte in Nordrhein-Westfalen sichtbar machen und unterstützen. Die Preisträger zeigen in beeindruckender Weise, wie kulturelle Bildung im Alltag umgesetzt und mit Leben gefüllt werden kann. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern und wünsche mir, dass sich viele weitere Schulen und außerschulische Partner davon inspirieren lassen.“

Andreas Bothe, Jugendstaatssekretär des Landes Nordrhein-Westfalen, sagte: „Ich gratuliere den Gewinnerinnen und Gewinnern sehr herzlich. Sie stehen beispielhaft für unseren Ansatz, allen Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen Zugang zu hochwertigen Angeboten kultureller Bildung, zu Kunst und Kultur zu ermöglichen. Sie zeigen, dass die Kooperation der verschiedenen Akteure vor Ort, entsprechende Netzwerkarbeit und natürlich die Einbindung der jungen Menschen wichtige Erfolgsfaktoren sind. Mit dem Landespreis machen wir die gute Arbeit in Nordrhein-Westfalen sichtbar und möchten zu neuen Ideen in der Jugendarbeit anregen. Mein Dank gilt allen Engagierten, die durch ihren wichtigen Einsatz Angebote für Kinder und Jugendliche möglich machen.“

Insgesamt waren rund 100 Bewerbungen eingegangen, die anschließend von einer Fachjury begutachtet wurden. Die mit jeweils 5000 Euro dotierten Motivationspreise erhielten: das Junge Schauspielhaus Bochum / Theaterrevier in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendaufsichtsrat Drama Control, die Caritas-SkF-Essen gGmbH in Kooperation mit dem Jugendamt Essen und der Weststadthalle, die Martin-Luther-Schule Hamm in Kooperation mit dem Kulturrevier Radbod und das Team der Schülervertretung der Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf in Kooperation mit der Künstlergruppe Öztürk ve Sarac.

 Die drei Gewinner der Kategorien Jugendarbeit, Schule und Kultur im Kurzportrait:

 Jugendarbeit: Die Kreativitätsschule Bergisch Gladbach e. V. ist in Kooperation mit dem Sozialen Netzwerk Bergisch Gladbach neue Wege gegangen und hat mit dem Interkulturellen Treffpunkt PAULA eine offene Tür geschaffen, die sich besonders an geflüchtete Kinder und Jugendliche und den umliegenden Sozialraum richtet. Der Interkulturelle Treffpunkt PAULA steht dabei beispielhaft für die herausragende kulturelle Kinder- und Jugendarbeit der Kreativitätsschule Bergisch Gladbach, die einen Schwerpunkt auch besonders auf jene Kinder und Jugendliche legt, denen Angebote von Kunst und Kultur nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.

 Schule: Die Anne-Frank-Gesamtschule Dortmund arbeitet in Kooperationen seit vielen Jahren daran, die Kulturelle Bildung zum Entwicklungsschwerpunkt ihrer Schulprogrammarbeit zu machen. Kulturelle Bildung ist dabei Gestaltungsmerkmal der Schulentwicklung und unverzichtbarer Bestandteil des Schullebens.

 Kultur: Die ausgezeichnete Stiftung Klavier-Festival Ruhr mit Sitz in Essen in Kooperation mit Schulen und Kindertageseinrichtungen in Duisburg integriert die Auseinandersetzung mit künstlerischen Ausdrucksformen in den Schul- und Kita-Alltag. Es wird musiziert, getanzt, gesungen und auch die bildende Kunst findet Eingang in die Werke der Kinder und Jugendlichen, die sie als fester Programmpunkt auf dem Klavier-Festival Ruhr der Öffentlichkeit präsentieren. Die Kooperation hat sich seit 2008 entwickelt.

 

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