Der Preis der deutschen Schallplattenkritik (PdSK) präsentiert seine dritte Vierteljahresliste in 2015. 160 Juroren kürten in 32 Kategorien die besten neuen Ton- und Bildtonträger aus dem zurückliegenden Quartal. 284 Titel waren für die Longlist nominiert, 30 Titel schafften es diesmal auf die Liste. In der Kategorie Bildmedien empfehlen die Juroren die Aufzeichnung von Stefan Herheims Londoner Inszenierung von Giuseppe Verdis „Les Vêpres Siciliennes“, außerdem ein Porträt der famosen dirigierenden Sopranistin Barbara Hannigan sowie die Dokumentation Brett Morgens über das kurze Leben von Rock-Ikone Kurt Cobain. In der Popmusik setzten sich ansonsten diesmal vor allem innovative Klänge durch: Die subtilen Texturen des Sound-Tüftlers Jamie xx schafften es ebenso auf die Liste wie die Liebeslieder der Hamburger Band Tocotronic, der Rap von Kendrick Lamar, die tiefgründige Elektronik des Berliner DJs Nick Höppner und das avantgardistische Songwriting von Holly Herndon. In der Kategorie Jazz gibt es zwei Siegertitel: das Benjamin Schmid Jazz Quartet mit seiner Hommage an die Ära Django Reinhardt sowie Klarinettist Rolf Kühn mit seinem Album „Stereo“. Die Jury Grenzgänge dagegen entschied sich für eine Aufnahme des schwedischen Jazz-Bassisten Anders Jormin mit seiner Landsfrau Lena Willemark und der Japanerin Karin Nakagawa. Die Opern-Jury kürte Christophe Roussets Einspielung von Antonio Salieris „Les Danaïdes“, in der Lied-Jury machte das Debutalbum des Heldentenors Bryan Hymel das Rennen, die Jury Orchestermusik votierte für das neue Schönberg-Album des Kölner Gürzenich-Orchesters, die Jury Konzerte für Isabelle Fausts Lesart des Schumannschen Violinkonzerts, und die Juroren der Kategorie Historische Aufnahmen freuten sich, dass Friedrich Guldas epochemachende Einspielung des Wohltemperierten Klaviers wieder greifbar ist. In den Folk- und Weltmusik-Kategorien siegten der dänische Geiger Harald Haugaard, die spanische Sängerin Marina Lledó sowie eine Dokumentation von Feldforschungsaufnahmen mit Pygmäen-Frauen aus dem Kongo.

Außerdem auf der Bestenliste: Triosonaten von Antonio Caldara, der Liedermacher Manfred Maurenbrecher, die Heavy-Metal-Band Armored Saint, das neue Borodin Quartet mit Schostakowitsch, das Vokalensemble Conspirare mit Joby Talbot, der wortmächtige Dichter Thomas Kling, der Kinderbuchautor Salah Naoura, das Münchner Blues-Original Dr. Will, die Pianistin Claire Huangci mit Scarlatti, die Cembalistin Jane Chapman mit Transkriptionen indischer Lieder von William H. Bird sowie Orchestermusiken von Tristan Murail.

Die komplette aktuelle Bestenliste mit den Begründungen der Jury ist online zu finden unter www.schallplattenkritik.de