Die Stadt Frankfurt will sich als Modellregion des Landes Hessen bewerben - und zwar zugeschnitten auf die Kultur- und Veranstaltungsbranche. Die Gastronomie soll ebenfalls eingebunden werden. Das hat der Verwaltungsstab der Stadt am Donnerstag, 25. März, beschlossen. "Diese Wirtschaftszweige wurden bisher stark benachteiligt“, so Oberbürgermeister Feldmann. Und weiter: "Dazu kommt, dass Kultur und Veranstaltungen für uns Menschen essenziell sind, wir müssen hier dringend Perspektiven bieten. Frankfurt ist ideal für ein solches Projekt – denn hier sind nicht nur national bedeutende Kultur- und Veranstaltungsinstitutionen beheimatet, sondern auch das nötige fachkundige wissenschaftliche Personal.“

Für Gesundheitsdezernent Stefan Majer steht fest, dass zugleich alles dafür getan werden muss, die Inzidenzzahlen wieder zu senken: "Deswegen favorisieren wir ein Modellprojekt, bei dem der Gesundheitsschutz im Vordergrund steht – mit wissenschaftlicher Begleitung und mit der Expertise aus dem Gesundheitsamt der Stadt“, so Majer. "Die Gesundheit der Besucherinnen und Besucher hat für uns oberste Priorität. Wir wollen aber Erkenntnisse gewinnen, wie wir die Hygieneauflagen künftig gestalten können, um mit wohlüberlegten Öffnungen Perspektiven für die Kultur und die lokale Wirtschaft zu bekommen.“

Geplant sei ein Modellprojekt unter der Federführung des Gesundheitsamtes und mit wissenschaftlicher Begleitung in ausgewählten Kultur-, Veranstaltungs- und Gastronomiebetrieben in einem begrenzten Gebiet des Frankfurter Stadtgebiets. Kultur und Veranstaltungen könnten dort wieder stattfinden – mit den üblichen derzeit geltenden Hygienestandards, mit negativen Schnelltests beim Eintritt und digitaler Kontakpersonennachverfolgung. Besucherinnen und Besucher von Veranstaltungen bekommen bei negativem Test eine entsprechende Bescheinigung via QR-Code, die einen Tag gültig ist. Die Veranstalterinnen und Veranstalter kontrollieren die Einhaltung der Hygienestandards sowie die Testergebnisse und melden die Besucherinnen und Besucher per App an.

Wirtschaftsdezernent Markus Frank freut sich über die Chance für die betroffenen sowie wirtschaftlich angeschlagenen Betriebe, einen wissenschaftlich fundierten Nachweis für sichere Orte erbringen zu können: "Das hiesige Gastgewerbe hat sich selbst hohe Qualitätsstandards auferlegt. Organisierte Räume schaffen Sicherheit und Perspektiven für einen höheren Infektionsschutz. Überlebensnotwendig ist die gesamtheitliche Betrachtung für Tourismus, Hotels und Restaurants, sowohl in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und fachliche Qualifikation auch für pandemische Sondersituationen.“

Kulturdezernentin Ina Hartwig begrüßt die Initiative: "Dringender denn je benötigt der Frankfurter Kulturbetrieb eine Öffnungsperspektive. Bereits in der Vergangenheit haben unsere städtischen Museen sowie viele weitere Kultureinrichtungen mit ihren professionellen Hygienekonzepten bewiesen, dass sie alle Standards erfüllen und damit einen verantwortungsvollen Betrieb gewährleisten können. Digitale Hilfsmittel, die uns hierbei unterstützen, sind hochwillkommen. Mit der geplanten wissenschaftlichen Begleitung können wir unsere Kenntnisse über das Ansteckungeschehen vor Ort erweitern. Ich gehe davon aus, dass sich bereits vorliegende Studien, die von einer niedrigen Ansteckungsgefahr in Kultureinrichtungen mit vorliegenden Hygienekonzepten ausgehen, bestätigen lassen.“

Von dem Modellprojekt erhofft sich die Stadt außerdem eine Signalwirkung für andere Städte und übrige Wirtschaftszweige, wie auch eine weitere Öffnung unter den gegebenen Voraussetzungen. Die wissenschaftliche Begleitung soll in der Tat Hinweise liefern, wie das Übertragungsrisiko insgesamt gesenkt werden kann.

Die Stadt Frankfurt möchte sich mit dieser Strategie als eine von drei Modellregionen des Landes Hessen bewerben. Erste Gespräche auf Landesebene haben bereits stattgefunden.

Absätze