Mit den CD-Porträts der Reihe EDITION ZEITGENÖSSISCHE MUSIK dokumentiert der Deutsche Musikrat seit 1986 das Schaffen junger deutscher Komponistinnen und Komponisten. Häufig wird Ihnen damit erstmals die Möglichkeit gegeben, sich auf Tonträgern einem breiteren Publikum im In- und Ausland zu präsentieren. Einführende Kommentare und Analysen, der Abdruck der vertonten Texte, sowie Werkverzeichnisse sollen zu einem tieferen Verständnis der Musik und der Gedankenwelt führen, der sich die jungen Komponisten verbunden fühlen.

Eine neue CD widmet sich nun dem Berliner Komponisten Sebastian Claren (* 1965). Nach seinem musikwissenschaftlichen Studium und Promotion über das Gesamtwerk von Morton Feldman, schloss Claren Kompositionsstudien bei Walter Zimmermann in Berlin und Mathias Spahlinger in Freiburg an. Als Komponist erhielt er diverse Stipendien und Preise, seine Werke wurden bereits von zahlreichen Spezialensembles für Neue Musik wie Ensemble Modern, Ensemble Recherche und dem Klangforum Wien u. a. sowie durch Orchester wie dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem HR-Sinfonieorchester und dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR aufgeführt.

Zur Musik Sebastian Clarens
„Organisierte Verwirrung“ – ein Markenzeichen der Musik von Sebastian Claren. Weitere Charakteristika sind ein steter Wechsel zwischen Kontinuität und Diskontinuität, sukzessiv wie simultan, Spiele mit ausgefeilten Montagetechniken, eine Vielzahl von Schnittfolgen und in Musik transformierte Kameraeinstellungen – Korrespondenzen mit unserer Lebenswirklichkeit und mit der Wahrnehmung derselben. Das Leben als immerwährende Montage, ebenso die Musik. Jedenfalls die von Sebastian Claren, deren Strukturen und Dramaturgien der Gleichzeitigkeit von eben nur vermeintlich Ungleichzeitigem verpflichtet sind. Seine stupend energetischen und teils auch sehr energischen Kompositionen sind allerdings keine Collagewerke, in ihnen geht es nicht um die Reproduktion von bereits Gesagtem. Ihn interessiert vielmehr die dichte Synchronizität der (inneren) Ereignisse aus der Perspektive des Selbst, des Komponisten, der natürlich mit und in der Geschichte und Gegenwart der Musik operiert. Und dazu gehört auch seine intensive Beschäftigung mit gewissen Richtungen des Pop Sektors. Sie sind für Clarens Musik ebenso prägend wie die nun gut hundert Jahre Neue Musik und ihre vorherigen Epochen. (Stefan Fricke)

Die Produktionen der Reihe EDITION ZEITGENÖSSISCHE MUSIK entstehen in Zusammenarbeit mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und werden gefördert aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien. Die neue CD ist ab 1. September 2007 bei WERGO erhältlich.

Weitere Informationen zur CD von Sebastian Claren erhalten Sie unter http://www.musikrat.de/index.php?id=4683

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