Normalerweise steht ein Künstler im Mittelpunkt der Preisverleihung des Berenberg Kulturpreises. Gelegentlich war es auch mal ein Duo oder ein Trio. Gestern Abend jedoch konnten sich gleich 50 junge Musikerinnen und Musiker über die renommierte Auszeichnung freuen, denn erstmals wurde mit dem Kammerchor der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT) ein so großes Ensemble ausgezeichnet.

„Der Chor wurde 2013 gegründet und gibt den Studierenden die Möglichkeit, Chormusik auf einem sehr hohen Niveau zu erarbeiten. Unter der Leitung von Prof. Cornelius Trantow wird intensiv an der Entwicklung des Chorklangs gearbeitet und ein breites Repertoire, insbesondere von A-Capella-Chormusik gepflegt“, erläuterte der Präsident der HfMT und Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Jan Philipp Sprick den 300 Gästen bei der Preisverleihung im Kleinen Saal der Elbphilharmonie. Dr. Hans-Walter Peters, Vorstandsvorsitzender der Berenberg Bank Stiftung von 1990, überreichte den mit 12.000 Euro dotierten Preis und sagte: „Dieser Chor ist ein tolles Beispiel dafür, wie bunt und vielfältig Musik sein kann. Mit dem Preis wollen wir das kulturelle Leben in unserer Heimatstadt Hamburg fördern, nicht zuletzt, weil es ein wichtiger Beitrag zur Attraktivität des Standortes ist.“

Neben dem Kulturpreis vergab die aus Anlass des 400-jährigen Bestehens der Bank gegründete Stiftung mehrere Stipendien. Zusammen mit dem Theater Kiel schreibt die Stiftung einen Wettbewerb für Nachwuchsautoren aus. Intendant Daniel Karasek: „Es ist sehr schwierig, Autoren zu finden, die psychologische Dialoge fürs Theater schreiben können. Daher bin ich sehr dankbar, zusammen mit der Berenberg Bank Stiftung den Blick auf dieses Genre lenken zu können.“

Im Bereich der Bildenden Kunst wurde die iranische Malerin Simin Jalilian mit einem Stipendium gefördert. Die 1989 in Teheran geborene Künstlerin studiert seit 2017 an der HFBK Hamburg. Kuratoriumsmitglied Prof. Martin Köttering, Präsident der HFBK: „Simin Jalilian setzt sich in ihren expressiv figurativen Arbeiten mit patriarchalen Machtstrukturen auseinander, wie sie etwa in Kriegen oder im politischen System ihres Heimatlandes Iran wirksam sind.“ Werke von ihr sind derzeit in der Ausstellung „Dix und die Gegenwart“ in den Deichtorhallen zu sehen.

Weitere Stipendien erhielten das Tovesco Trio, bestehend aus Veronika Rädler (Violine), Francesco Maccarrone (Klavier) und Thomas Haas (Violoncello) sowie die Cembalistin Elena Khurgina. Die gebürtige Ukrainerin fokussiert sich auf historische Aufführungen und kollaborative interdisziplinäre Projekte, die die Beziehung zwischen Klang, Kunst und Bewegung erforschen.

Die Berenberg Bank Stiftung hat seit ihrer Gründung 1990 etwa 170 junge Künstlerinnen und Künstler mit weit über einer Million Euro unterstützt. Dr. Hans-Walter Peters dankte den Kuratoriumsmitgliedern Katharina Trebitsch (Filmproduzentin), Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Rauhe (Ehrenpräsident der HfMT), Prof. Martin Köttering (Präsident der HFBK) und Prof. Dr. Jan Philipp Sprick (Präsident der HfMT), die den Vorstand der Stiftung seit vielen Jahren unterstützen.

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