Die Erhebung beleuchtet, wie Menschen in Deutschland ihren Musikunterricht rückblickend erlebt haben – und welche Bedeutung sie ihm heute beimessen.
Musikunterricht genießt in Deutschland einen hohen Stellenwert: 69 % der Bevölkerung ab 16 Jahre halten es für wichtig oder sehr wichtig, dass Kinder und Jugendliche in der Schule Musikunterricht erhalten. Der wahrgenommene Stellenwert hängt eng zusammen mit den eigenen Erfahrungen mit dem Schulfach. So liegt der Anteil bei 85 % unter denjenigen, die während der gesamten Schullaufbahn Musik im Stundenplan hatten, und sogar bei 92 % unter denjenigen, denen der Musikunterricht in der Regel Spaß gemacht hat. Auch Alter und Geschlecht stehen in Zusammenhang mit dem wahrgenommenen Stellenwert des Schulfachs Musik.
61 % der Bevölkerung berichten, dass sie in den meisten Schuljahren (38 %) oder sogar in der gesamten Schulzeit (23 %) Musik als Unterrichtsfach hatten. Auffällig ist dabei, dass 39 % der ostdeutschen Bevölkerung angeben, in der gesamten Schulzeit Musikunterricht gehabt zu haben, während dies im Westen lediglich auf 20 % zutrifft.
Einer knappen Mehrheit bleibt der schulische Musikunterricht in guter Erinnerung: 52 % berichten, dass er ihnen Spaß gemacht hat. Besonders positiv erinnern sich viele an gemeinsames Singen und Musizieren: 64 % derjenigen mit positiven Unterrichtserfahrungen nennen dies ausdrücklich. Ebenso berichten 56 %, sie profitierten bis heute von im Unterricht erworbenen Fähigkeiten wie Notenlesen, Rhythmusgefühl oder musikalischem Allgemeinwissen.
Zugleich zeigt die Studie einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Regelmäßigkeit des Musikunterrichts und dem späteren eigenen Musizieren: Von den Menschen, die während ihrer gesamten Schulzeit Musikunterricht hatten, musizieren heute noch 42 % selbst. Bei Personen ohne Musikunterricht liegt dieser Anteil hingegen nur bei 14 %. Besonders ausgeprägt ist der Effekt beim Instrumentalspiel.
Die Studie bildet den Auftakt der neuen Umfragereihe „Musikmonitor Deutschland“. Grundlage dieser ersten Umfrage sind 1.057 mündlich-persönliche Interviews mit Personen ab 16 Jahre, die zwischen dem 23. März und 9. April 2026 durch das Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt wurden.
