Lange Zeit kam dem Getränkeverkauf bei der Finanzierung von Musikclubs eine hohe Bedeutung zu. Dies hat sich stark verändert. Machten bei der letzten Erhebung 2017 die Einnahmen aus Gastronomie und Getränkeverkauf noch 60 Prozent der Einnahmen aus und der Eintritt 21 Prozent, ist das Verhältnis nun umgekehrt: Der Eintritt ist mit 59 Prozent die wichtigste Einnahmequelle, während Gastronomie und Getränke bei 20 Prozent liegen.
Hintergrund ist ein verändertes Ausgehverhalten. Das Publikum bleibt kürzer und trinkt weniger. 73 Prozent der befragten Clubs beobachten einen rückläufigen Alkoholkonsum, 60 Prozent einen steigenden Konsum alkoholfreier Getränke, 57 Prozent eine kürzere Aufenthaltsdauer.
Zugleich steigen die Kosten. Als größte Belastungsfaktoren nennen die Befragten Personalkosten (64 Prozent), Betriebskosten (62 Prozent), die sinkende Kaufkraft des Publikums (60 Prozent) sowie Miete und Pacht (54 Prozent). 85 Prozent geben an, dass wirtschaftlicher Druck ihr Veranstaltungsprogramm verändert.
Die Nachfrage ist hingegen ungebrochen: 83 Prozent der Befragten melden eine Auslastung von mindestens 50 Prozent, ein Drittel von mehr als 75 Prozent. Wirtschaftlich schlägt sich das immer seltener nieder: 2017 arbeiteten 79 Prozent mindestens kostendeckend, 2025 sind es 61 Prozent. 39 Prozent schließen das Geschäftsjahr mit Verlusten ab. 2017 waren es 21 Prozent.
Zur Förderung der Clubszene benennt die Studie sechs Handlungsfelder, die im Wesentlichen vier Aspekte umfassen: Die Aktivierung von Flächen für die Clubkultur, eine langfristige Förderung, die Anerkennung von Clubs als Kulturstätten und die Verbesserung von Arbeitsbedingungen.
