Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) setzt in angespannten finanziellen Rahmenbedingungen gleichermaßen auf Fokussierung und Weiterentwicklung. Mit der gestern unterzeichneten Zielvereinbarung mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur formuliert die Hochschule ihre Vorhaben bis 2031. Die Vereinbarung setzt für Hochschule und Wissenschaftsministerium den Erwartungsrahmen und definiert Schwerpunkte, mit denen die HfMDK ihre künstlerische und wissenschaftliche Exzellenz auch unter den schwierigen Bedingungen des aktuellen Hessischen Hochschulpakts sichert.

„Die Zielvereinbarung bindet beide Seiten: die HfMDK mit konkreten Vorhaben und das Ministerium mit finanziellen Zusicherungen bis 2031. Wir wollen die HfMDK unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen als hervorragenden Studienort und attraktiven Arbeitgeber erhalten. Dabei setzen wir auf Qualität, auf Innovation statt Stillstand und die enge Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft“, sagt HfMDK-Präsident Prof. Elmar Fulda.

Stu­di­en­an­ge­bo­te wei­ter­ent­wi­ckeln

Im Fokus der strategischen Hochschulentwicklung stehen die Studienangebote. Statt Studiengänge abzubauen, will die HfMDK ihr Profil entsprechend gesellschaftlicher und künstlerischer Entwicklungen schärfen. Besonderes Augenmerk gilt dem Ausbau musikpädagogischer Angebote sowie der stärkeren Vermittlung pädagogischer Kompetenzen in künstlerischen Studiengängen, um Studierende auf ein breites Spektrum beruflicher Perspektiven vorzubereiten. In den Musikschulen gehen nach neuesten Studien bis Mitte der 2030er Jahre fast dreiviertel der Musiklehrer*innen in Ruhestand. Nachwuchs wird dringend gesucht. Die HfMDK verstärkt entsprechende Studienmöglichkeiten.

Digitalisierung in Lehre und Verwaltung stärken

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung. Künftig sollen Themen wie digitale Produktions-, Distributions- und Rezeptionsformen sowie neue digitale Möglichkeiten, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz, durch die Entwicklung entsprechender künstlerischer Lehrangebote in den Studiengängen verankert werden. Gleichzeitig investiert die Hochschule in die digitale Infrastruktur und in die weitere Digitalisierung von administrativen Prozessen.

Fokussieren und Kooperationen fortsetzen

Der Hochschulpakt zwingt die Hochschulen zur Reduktion. Auch die HfMDK muss sich fokussieren und justiert ihre Studierendenzahlen entsprechend.

Kooperationen mit Bildungs- und Kulturpartnern wie Ensemble Modern, hr-Bigband oder Kronberg Academy werden fortgesetzt, um im engen Austausch mit Kunst, Wissenschaft, Berufsfeld und Gesellschaft zu bleiben. Ein sichtbares Zeichen dieser Entwicklung ist auch die Einrichtung von drei Stiftungsprofessuren in den kommenden Semestern, insbesondere in pädagogischen Fächern.

Lehrbeauftragte und akademischen Mittelbau stärken

Ein besonderes Augenmerk gilt den Lehrbeauftragten, die wie an allen Musikhochschulen in Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung leisten. Die HfMDK setzt mit der Anhebung der Honorare ein wichtiges Zeichen. Auch erwartet die Hochschule weiterhin vom Land, dass es sie bei der Einrichtung von festen Stellen im akademischen Mittelbau unterstützt.

Weitere Ziele bis 2031

Darüber hinaus umfasst die Zielvereinbarung Maßnahmen zur Förderung von Forschung und künstlerischer Entwicklung, zur Stärkung von Chancengleichheit und Inklusion, zur Förderung von Gesundheit und Resilienz der Hochschulangehörigen sowie zur nachhaltigen Entwicklung der Hochschule.

Konsolidierung trifft vor allem Forschung und Lehre

Die Umsetzung dieser Ziele erfolgt unter anspruchsvollen finanziellen Rahmenbedingungen. Der Hessische Hochschulpakt führt für die HfMDK zu einer dauerhaften strukturellen Reduzierung des Finanzrahmens. Zwar bestehen grundsätzlich auch bei Sachausgaben, etwa für Gebäude und Infrastruktur, Einspar- und Gestaltungsmöglichkeiten, ihr Potenzial ist jedoch begrenzt. Da die Personalkosten den größten Anteil am Haushalt ausmachen, konzentrieren sich die Konsolidierungsmaßnahmen zwangsläufig auf den Personalbereich und aufgrund der spezifischen Altersstruktur der HfMDK insbesondere auf Forschung und Lehre. Freiwerdende Professuren werden daher vielfach vorübergehend nicht wiederbesetzt oder entfallen dauerhaft.

„Wir haben uns trotz der schwierigen Rahmenbedingungen bewusst für eine Weiterentwicklung entschieden“, betont Fulda. „Kunsthochschulen müssen Orte bleiben, an denen gesellschaftliche Entwicklungen reflektiert und neue Ideen erprobt werden. Mit den Vereinbarungen mit dem Wissenschaftsministerium schaffen wir die Voraussetzungen, diesem Anspruch auch in Zukunft gerecht zu werden.“

Die Zielvereinbarungen im Volltext sowie ein druckfähiges Foto von der Unterzeichnung finden Sie hier: https://www.hfmdk-frankfurt.de/news/trotz-kuerzungen-hfmdk-investiert-qualitaet-und-zukunft-zielvereinbarung-mit-dem-land