Im Fokus des zweiten Teils der Umfragenreihe „Musikmonitor Deutschland“ stehen Hörerfahrungen, Einstellungen und Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber der Nutzung von KI.

KI-generierte Musik ist für viele Menschen bereits Teil ihrer Hörerfahrung. Zugleich wünscht sich eine deutliche Mehrheit Transparenz: Zwei Drittel der Bevölkerung ab 16 Jahre sprechen sich dafür aus, KI-generierte Musik eindeutig zu kennzeichnen.

Eine Mehrheit der Bevölkerung (58 %) spricht sich außerdem dafür aus, Musiker:innen und Komponist:innen zu vergüten, wenn ihre Werke zum Training von KI genutzt werden. Ebenso viele sehen in KI eine Bedrohung für die berufliche Existenz von Künstler:innen. Auch mögliche politische Risiken werden wahrgenommen: 28 % befürchten, dass KI verstärkt eingesetzt werden könnte, um Lieder mit radikalen politischen Botschaften zu produzieren und zu verbreiten.

Wie der Einsatz von KI bewertet wird, hängt stark vom jeweiligen Anwendungsbereich ab. Als unterstützendes Werkzeug oder zur Erzeugung von Hintergrundmusik findet KI häufiger Zustimmung. So finden 64 % ihren Einsatz in Computerspielen in Ordnung, 58 % in der Werbung und 56 % in Videoclips. Dass KI dafür eingesetzt wird, alte oder beschädigte Aufnahmen zu reparieren, akzeptieren 74 % der Bevölkerung. Auf vergleichsweise große Zustimmung stoßen auch Anwendungen, die den individuellen Musikkonsum erleichtern: So ist es für 63 % in Ordnung, wenn KI Musikstücke automatisch erkennt und dazu passende Informationen liefert. 44 % akzeptieren außerdem die Erstellung personalisierter Playlists oder Musikempfehlungen.

Wo die KI dagegen an die Stelle menschlicher Kreativität tritt oder KI-generierte Musik als eigenständiges musikalisches Angebot im Mittelpunkt steht, überwiegen die Vorbehalte in der Bevölkerung: Nur 15 % finden es in Ordnung, wenn KI ohne menschliche Beteiligung Musikstücke generiert. KI-generierte Gesangsstimmen akzeptieren 16 %, die Imitation der Stimmen bestimmter Künstler:innen lediglich 10 %. Dass KI-generierte Musik bei Streamingdiensten angeboten wird, finden 22 % in Ordnung; im Radio akzeptieren dies nur 15 %.

Jüngere Menschen stehen dem Einsatz von KI aufgeschlossener gegenüber und erkennen darin auch häufiger kreative Potenziale. So glauben 47 % der 16- bis 29-Jährigen, dass durch KI neue Arten von Musik oder neue Musikgenres entstehen können; bei den über 60-Jährigen sind es 24 %. Auch bewusste Hörerfahrungen mit KI-generierter Musik sind unter Jüngeren weiter verbreitet: Während der Anteil in der Gesamtbevölkerung bei 40 % liegt, beträgt er bei den 16- bis 29-Jährigen 63 %. Knapp der Hälfte der Bevölkerung mit bewussten Hörerfahrungen hat die KI-generierte Musik gut oder sehr gut gefallen, unter den 16- bis 29-Jährigen mit Hörerfahrung liegt der Anteil bei 57 %.

Selbst Musik mithilfe von KI erstellt haben bislang erst 4 % der Bevölkerung.

Die Studie ist die zweite Umfrage der Reihe „Musikmonitor Deutschland“ des Deutschen Musikinformationszentrums. Für die Untersuchung führte das Institut für Demoskopie Allensbach zwischen dem 3. und 16. Juli 2026 insgesamt 1.040 mündlich-persönliche Interviews mit Personen ab 16 Jahre durch. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland ab 16 Jahre.