
Nach Angaben des Deutschen Bühnenvereins gab es in der Spielzeit 2023/24 an öffentlich finanzierten Theatern insgesamt 10.881 Veranstaltungen des Musik- und Tanztheaters. Damit erreichten die Veranstaltungszahlen der öffentlichen Bühnen nach den pandemiebedingten Einschränkungen des Spielbetriebs annähernd wieder das vorpandemische Niveau (2018/19: 11.717 Veranstaltungen, -7 %). Die Besuchszahl der beiden Sparten stieg auf 6,6 Millionen an, lag damit aber 2023/24 noch 12 % unter dem vorpandemischen Referenzwert der Spielzeit 2018/19 (knapp 7,5 Millionen).
Auf die Oper entfielen in der Spielzeit 2023/24 weiterhin knapp die Hälfte der Veranstaltungs- und Besuchszahlen des gesamten Musik- und Tanztheaters: 5.383 Opernveranstaltungen zählten etwas mehr als 3,3 Millionen Besuche. Operettenvorstellungen gab es 689 mit rund 323.000 Besuchen, Musicals 2.032 mit knapp 1,3 Millionen Besuchen und Tanzaufführungen 2.777 mit rund 1,6 Millionen Besuchen.
Betrachtet man die Veranstaltungs- und Besuchszahlen der einzelnen Sparten und Gattungen über die letzten 20 Jahre, zeichnen sich unterschiedliche Entwicklungen ab. In der Sparte Tanz blieb die Zahl der Veranstaltungen – mit Ausnahme der pandemiebedingten Auswirkungen – über die zwei Jahrzenhnte hinweg nahezu stabil, das Spielzeitergebnis 2023/24 war mit 2.777 Veranstaltungen sogar leicht überdurchschnittlich ausgefallen. Zugleich stieg die Besuchszahl an: Lag sie zwischen 2003/04 und 2009/10 im Schnitt bei 1,4 Millionen pro Spielzeit, erreichten Tanzaufführungen in den 2010er Jahren (vor Einbruch der COVID-19-Pandemie) im Schnitt ca. 1,6 Millionen Besuche.
Die Musiktheater-Sparte verzeichnete dagegen im selben Zeitraum einen Rückgang sowohl der Veranstaltungs- als auch der Besuchszahlen, allerdings mit unterschiedlicher Ausprägung. Die Zahl der Opernveranstaltungen verringerte sich 2023/24 (5.383) gegenüber 2003/04 (6.575) um knapp 1.200 bzw. um 18 %, die Besuchszahl der Gattung um ca. 1 Million bzw. um 23 %. Bei den Operetten war der Rückgang gravierender: Die Veranstaltungszahl sank von 1.591 in der Spielzeit 2003/04 auf zuletzt 689 (-57 %), die Besuchszahl von 838.737 auf zuletzt 323.452 (-61 %). Sowohl bei der Oper als auch bei der Operette war der Rückgang der Spielzeitergebnisse bereits deutlich vor Einbruch der COVID-19-Pandemie zu beobachten. Anders verhält es sich bei den Musicals, die an öffentlichen Bühnen gespielt werden: Hier war die Entwicklung vor der Pandemie nicht eindeutig. Im Vergleich dazu fiel das Spielzeitergebnis 2023/24 allerdings unterdurchschnittlich aus.


Hinweis
Grundlage der Theaterstatistik ist eine schriftliche Befragung der öffentlich finanzierten Theater und Orchester zu ihren betrieblichen Leistungen (Spielstätten, Veranstaltungsangebot, Besuchszahlen, Personal, Finanzen). Die Daten der Zeitreihe sind nur bedingt miteinander vergleichbar, da z. T. einzelne Häuser wegen Baumaßnahmen nicht bespielt werden konnten und/oder die Datenerfassung aufgrund fehlender Meldungen insbesondere in früheren Jahren, aber auch während der COVID-19-Pandemie nicht immer vollständig war.
Fußnoten
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Ohne Konzerte und Besuchszahlen der Theaterorchester sowie der selbständigen Orchester mit Theaterdiensten: vgl. Tabelle „Konzerte und Besuchszahlen der öffentlich finanzierten Orchester“. Veranstaltungen des Kinder- und Jugendtheaters (darunter z. B. Kinder- und Jugendopern oder -ballette) und sonstige Veranstaltungen (wie z. B. Liederabende) sind in der vorliegenden Darstellung ebenfalls nicht berücksichtigt.
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Coronabedingt kamen 2019/20 und 2020/21 nicht alle Inszenierungen zur Premiere. Als Neuinszenierungen aufgeführt werden Produktionen, die zur Premiere kamen und bei denen eine etwaige Einstellung erst danach erfolgte. Hierzu gehörten auch Premieren, die digital durchgeführt und z. B. gestreamt wurden. Darüber hinaus ist zu beachten, dass zur Spielzeit 2022/23 die neuinszenierten Musiktheaterproduktionen erstmals nicht zusammengefasst, sondern getrennt nach Sparten erhoben wurden. Im Zuge dieser Umstellung kam es nach Auskunft des Deutschen Bühnenvereins zu einem Fehler, der zu einer nicht unerheblichen Verzerrung der Ergebnisse führte. Daher wird auf die Darstellung der in der Theaterstatistik ausgewiesenen Neuinzenierungen von Oper, Operette und Musical in den Spielzeiten 2022/23 und 2023/24 verzichtet.
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Die Spielzeitdaten 2019/20 und 2020/21 spiegeln die Auswirkungen der Coronaschutzmaßnahmen auf die Theater. Ab März 2020 führten diese wiederholt zu Einschränkungen des Spielbetriebs bzw. zur Schließung der Häuser. Die Daten der Spielzeit 2021/22 beschreiben die erste Spielzeit für die Bühnen nach dem Ende der pandemiebedingten Einschränkungen.
Quelleninformationen
Zusammengestellt und berechnet vom Deutschen Musikinformationszentrum nach: Theaterstatistik, hrsg. vom Deutschen Bühnenverein, diverse Jahrgänge.


