Im Ausbildungsjahr 2025/2026 zählten die Berufs- und Berufsfachschulen für Musikinstrumentenbau 417 Schüler:innen. Unter den Auszubildenden steigt der Frauenanteil.

Drei Ausbildungsstätten geben Auszubildenden des Musikinstrumentenbaus in Deutschland im Rahmen der dualen Ausbildung Berufsschulunterricht (Mittenwald, Klingenthal und Ludwigsburg). Die Institutionen in Mittenwald und Klingenthal sind zudem Berufsfachschulen, die eine vollschulische Ausbildung im Musikinstrumentenbau anbieten. Insgesamt zählen die drei Berufs(fach)schulen im Ausbildungsjahr 2025/2026 in den Jahrgangsstufen 10 bis 12 417 Schüler:innen: 314 Berufsschüler:innen und 103 Berufsfachschüler:innen. Die meistgewählten Fachrichtungen sind Orgelbau (96 Schüler:innen), Klavierbau (86) und Metallblasinstrumentenbau (83). Die Zahl der Berufsschüler:innen, die die Gesellenprüfung im Klavierbau anstreben, ist in den letzten Jahren deutlich gesunken – im Ausbildungsjahr 2023/24 waren es noch 124 (-38 bzw. -31 %). Im Metallblasinstrumentenbau (+30) sowie im Holzblasinstrumentenbau (+12 auf 52 im Schuljahr 2025/2026) stieg die Zahl der Berufs(fach)schüler:innen seit 2023/2024 an.

Der Geigenbau zählt im aktuellen Ausbildungsjahr 54 Schüler:innen – die Mehrheit (43) erhält eine schulische Ausbildung an den beiden Berufsfachschulen in Mittenwald und Klingenthal. Auch die Ausbildung im Zupfinstrumentenbau (zuletzt insgesamt 31 Schüler:innen) und im Handzuginstrumentenbau (zuletzt insgesamt 12 Schüler:innen) konzentriert sich überwiegend auf die Berufsfachschulen. Die Ausbildung im Klavier- und Orgelbau sowie im Bogenbau (2025/26 mit drei Berufsschüler:innen in der Jahrgangsstufe 12) erfolgt dagegen ausschließlich dual.

Tabelle
Schüler:innen der Jahrgangsstufen 10 bis 12 an den Berufs- und Berufsfachschulen für Musikinstrumentenbau
Schüler:innen der Jahrgangsstufen 10 bis 12 an den Berufs- und Berufsfachschulen für Musikinstrumentenbau

Sämtliche Berufsschüler:innen stehen im Rahmen ihrer Ausbildung in einem sozialversicherungspflichtigen Anstellungsverhältnis bei den Betrieben – für diese Gruppe liegen seitens der Bundesagentur für Arbeit weitere Daten vor.

Zum Ende des ersten Monats des Ausbildungsjahres 2025/2026 meldeten die Betriebe in Deutschland 370 Auszubildende des Musikinstrumentenbaus als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Die Zahl der Auszubildenden in den Betrieben fiel damit etwas höher aus als die Zahl der Berufsschüler:innen des betreffenden Ausbildungsjahres (314). So meldeten die Betriebe u. a. mehr Auszubildende im Klavierbau (126) und im Orgelbau (114). Als möglichen Grund für diese Diskrepanz nennt der Bundesinnungsverband für das Musikinstrumenten-Handwerk das Vorliegen von Befreiungen von der Berufsschulpflicht. Zu beachten ist zudem, dass die Bundesagentur für Arbeit die Tätigkeitsbereiche anders klassifiziert als die Berufs(fach)schulen, die sich an der Handwerksordnung orientieren.

Für die Auszubildenden in den Betrieben liegen Daten zur Geschlechterverteilung vor. Hier fällt auf: Der Frauenanteil unter den Auszubildenden des Musikinstrumentenbaus steigt deutlich. Innerhalb von zwölf Jahren erhöhte sich der Anteil der Frauen von 25,1 % (98 von 391 Auszubildenden im September 2013) über 26,9 % im September 2015 auf 36,8 % (136 von 370 Auszubildenden im September 2025). Damit lag der Frauenanteil unter den Auszubildenden zuletzt deutlich über dem Niveau aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Berufen des Musikinstrumentenbaus (25,9 %). Die Gesamtzahl der Auszubildenden im Musikinstrumentenbau sank allerdings in den letzten Jahren.

Tabelle
Auszubildende im Musikinstrumentenbau: Meldungen der Betriebe als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
Tabelle: Auszubildende im Musikinstrumentenbau: Meldungen der Betriebe als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Hinweis

Die Schülerzahlen werden seitens des Bundesinnungsverbands für das Musikinstrumenten-Handwerk unter den drei Berufs(fach)schulen für Musikinstrumentenbau in Mittenwald, Klingenthal und Ludwigsburg erhoben. Das Ausbildungsjahr startet turnusgemäß immer am 1. September. Da die Berufsschule für das erste Lehrjahr aufgrund der Probezeit in den Betrieben erst drei Monate später beginnt, wurde als Stichtag der Erhebungen der 30. Januar des jeweiligen Ausbildungsjahres festgelegt. Ausgewiesen ist die Gesamtzahl der Schüler:innen der Jahrgangsstufen 10, 11 und 12, die sich entweder in schulischer Ausbildung befinden (Berufsfachschule) oder ihre Ausbildung dual gestalten (Berufsschule und Betrieb). Die Abschlüsse von Berufsfachschule und Berufsschule sind gleichwertig und werden mit derselben Gesellenprüfung abgelegt. Die Fachrichtungen gliedern sich nach dem Gesetz zur Ordnung des Handwerks (Handwerksordnung) und umfassen alle zulassungspflichtigen und zulassungsfreien Handwerke des Musikinstrumentenbaus. Auszubildende im Musikinstrumentenbau, die in der Vergangenheit bereits einen anderen Ausbildungsberuf erlernt haben und bei denen eine Befreiung der Berufsschulpflicht vorliegt, sind in den Daten nicht berücksichtigt. Sämtliche Schüler:innen der Berufsschulen stehen über den Zeitraum der Ausbildung in einem sozialversicherungspflichtigen Anstellungsverhältnis bei einem handwerklichen Betrieb.

Die Daten zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von Auszubildenden basieren auf der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Als Vollerhebung unter den meldepflichtigen Betrieben spiegelt die Statistik die Beschäftigungssituation in Deutschland. Die Darstellung der Tätigkeitsbereiche basiert auf der „Klassifikation der Berufe 2010“ der Bundesagentur für Arbeit. Maßgebend ist allein die Tätigkeit, die die Beschäftigten aktuell im Angestelltenverhältnis ausüben. In der vorliegenden Statistik werden nur solche Tätigkeitsbereiche berücksichtigt, die als Berufe des Musikinstrumentenbaus ausgewiesen sind. Die Daten werden quartalsweise veröffentlicht – dargestellt sind die von den Betrieben gemeldeten Auszubildenden zum Stichtag 30. September, also zum Ende des ersten Monats des jeweiligen Ausbildungsjahres.

Statistik

Fußnoten

  1. Die Klassifikation der Berufe (KldB 2010) führt unter Sonstige Berufe des Musikinstrumentenbaus auch den Schlaginstrumentenbau auf. Dieser ist gemäß Handwerksordnung seit 1998 allerdings kein Ausbildungsberuf mehr.

Quelleninformationen

Zusammengestellt und berechnet vom Deutschen Musikinformationszentrum nach Angaben des Bundesinnungsverbands für das Musikinstrumenten-Handwerk, sowie: Beschäftigung nach Berufen (KldB 2010), hrsg. von der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg, diverse Jahrgänge.