Englisch- und anderssprachiger Pop international hat nach Angaben des Bundesverbands Musikindustrie den höchsten Anteil am Gesamtumsatz physischer Tonträger und digitaler Musikprodukte. Während Pop in den Nullerjahren noch über 35 % erreichte, liegt sein Anteil heute stabil bei rund einem Viertel des Gesamtumsatzes. Im Jahr 2024 war Pop in den Formaten Audio-Streaming, CD und Vinyl-LP nahezu gleich stark vertreten. Im Streaming erreichte er mit genau 25 % den höchsten Umsatzanteil, dicht gefolgt von Hip-Hop und Rap mit 21 %.

Hip-Hop und Rap büßten im Vergleich zu 2019 zwar fünf Prozentpunkte an Umsatzanteil im Audio-Streaming ein, das Umsatzvolumen des Streamings hatte sich im selben Zeitraum insgesamt allerdings mehr als verdoppelt (vgl. Statistik „Gesamtumsatz aus Verkäufen physischer Tonträger und digitaler Musik in Deutschland“). Höhere Umsatzanteile von 13 % hatten im Audio-Streaming 2024 auch die Repertoiresegmente Dance, Rock/Hardrock/Heavy Metal sowie Family (früher unter der Bezeichnung Kinderprodukte). Family hatte in den letzten zehn Jahren deutlich an Umsatz gewonnen. Deutschpop (2024: 4 %), Schlager (2 %), Klassik und Jazz (jeweils 1 %) erzielen im Streaming-Markt dagegen nur geringe Umsatzanteile.
Bei den physischen Tonträgern CD und Vinyl-LP sind die Umsatzanteile der Repertoirekategorien jenseits des Pops anders gewichtet. Hier hatten Rock, Hardrock und Heavy-Metal 2024 den höchsten Umsatzanteil: 31 % bei CDs und sogar – wenn auch mit sinkender Tendenz – 49 % bei Vinyl-LPs. Dance spielt im physischen Tonträgermarkt eher eine untergeordnete Rolle (zuletzt 2 % bzw. 3 % Umsatzanteil), während Hip-Hop und Rap vor allem auf Vinyl zunehmend höhere Umsatzanteile erzielen konnten (2024: 9 %).
Auf dem CD-Markt generieren Schlager einen vergleichsweise hohen Umsatzanteil (2024: 11 %), Volksmusik erzielt dort überhaupt nur einen nennenswerten Anteil (zuletzt 2 %). Wird der Gesamtumsatz physisch und digital herangezogen, kam Volksmusik 2024 nur noch auf einen Anteil von insgesamt 0,3 %.
Auch Klassik und Jazz generierten am Gesamtmarkt 2024 insgesamt nur geringe Umsatzanteile von jeweils 1,6 %, was auf den geringeren Anteil beim umsatzstarken Audio-Streaming zurückzuführen ist. Auf CD hatte Klassik dagegen einen Umsatzanteil von 7 %, bei Jazz waren es 3 %. Umgekehrt war Jazz auf Vinyl-LP mit 5 % etwas umsatzstärker als Klassik (2 %). Die Anteile blieben in den letzten zehn Jahren konstant, während das Umsatzvolumen durch den Verkauf von CDs deutlich sank, der Vinyl-Markt hingegen stärker wurde.

Hinweis
Die Angaben basieren auf Umsätzen zu Endverbraucherpreisen, d. h. einschließlich Mehrwertsteuer und Gewinnmargen des Handels. Das Format Audio-Streaming umfasst sowohl Premium- als auch Free-Angebote. Die Jahresangaben beruhen auf z. T. nachträglich veröffentlichten Revisionen. Genrezuordnung laut PHONONET-Produktanmeldung.
Fußnoten
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Pop entspricht Pop international und weiteren Genres populärer internationaler Musik, die auch von Künstler:innen aus Deutschland stammen kann; die Kategorie „Deutschpop“ meint hingegen den deutschsprachigen Pop.
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Einschl. Crossover.
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Bis 2017 inkl. Hörbuch-Umsätze, ab 2018 ohne.
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Bis 2021 unter der Bezeichnung „Kinderprodukte“.
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Gesamtumsatz ab 2005 inkl. Downloads, ab 2006 inkl. Mobile, ab 2015 inkl. Premium Streaming.
Quelleninformationen
Zusammengestellt vom Deutschen Musikinformationszentrum nach: Musikindustrie in Zahlen, hrsg. vom Bundesverband Musikindustrie, diverse Jahrgänge.