Für den legendären St. Pauli-Livemusikclub Gruenspan in der Großen Freiheit wurde für den Zeitraum der Sanierung eine Interimsfläche auf dem Fleischgroßmarkt Hamburg gefunden. Zur Verfügung stehen rund 1.000 Quadratmeter innerhalb der historischen Halle D in der Lagerstraße 17. Nachdem die umfangreichen Baumaßnahmen zur Herrichtung der Halle erfolgreich umgesetzt wurden, kann die Interimsspielstätte nun zum 1. Juli 2026 an die Betreiber übergeben werden. Das Investitionsvolumen für dieses anspruchsvolle Umnutzungsprojekt beläuft sich auf rund 2,6 Millionen Euro und wurde aus Mitteln der Behörde für Kultur und Medien und dem Quartiersfonds des Bezirks finanziert. Sprinkenhof hat die Interimsspielstätte in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Finanzbehörde, der Kulturbehörde, dem Bezirk, dem Fleischgroßmarkt Hamburg und dem Clubbetreiber des Gruenspan hergerichtet. So wird ein nahtloser Fortbestand des Spielbetriebs während der jetzt beginnenden Sanierungsphase des Hauptstandorts bis mindestens Ende 2028 gesichert.

Finanzsenator und Sprinkenhof Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Andreas Dressel: „Hamburg ist eine Stadt mit vielen legendären Musikclubs und das Gruenspan gehört unzweifelhaft zu diesen Legenden, die die Clubkultur der Stadt prägen. Bis das Gruenspan wieder zurück in die Große Freiheit ziehen kann, hat es hier am Fleischgroßmarkt einen hervorragenden Interimsstandort gefunden. Mein Dank geht an alle Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und ich wünsche dem Gruenspan einen perfekten Start in den neuen Räumen und unzählige tolle Veranstaltungen.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit dem neuen Interimsstandort können wir dem Gruenspan für die Zeit der Sanierung des traditionsreichen Clubs in der Großen Freiheit eine standesgemäße Alternative in aller bester Lage bieten. Das ist nicht nur für das Unternehmen Gruenspan und dessen Spielplan wichtig, sondern auch für den Musikstandort Hamburg, dem damit auch während der Sanierungsarbeiten wichtige Kapazitäten für Livemusik erhalten bleiben. Zugleich erschließen wir mit diesem neuen Standort für die Übergangszeit eine ganz neue Musikbühne in Hamburg. Ich bin sehr gespannt darauf, wie sie das kulturelle Angebot in Schanzenviertel und Karoviertel in den nächsten Jahren bereichern wird. Mein großer Dank gilt allen Beteiligten, die diese Perspektive mit großem Engagement möglich gemacht haben.“

Jan Zunke, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Der erfolgreiche Abschluss dieses anspruchsvollen Umbaus zeigt, wie städtische Akteure und lebendige Clubkultur Hand in Hand gehen können: Mit der finanziellen Absicherung der Herrichtung des Interims durch die FHH innerhalb der Halle D auf dem Fleischgroßmarkt haben wir dazu beigetragen, ein historisches Gebäude zu revitalisieren und dem Gruenspan eine hochmoderne Ausweichstätte zu sichern. Ein solcher Kraftakt gelingt nur in der engen partnerschaftlichen Zusammenarbeit: ein ausdrücklicher Dank gilt der Behörde für Kultur und Medien, der Finanzbehörde, den beteiligten Planungsbüros und dem Clubbetreiber sowie insbesondere dem Fleischgroßmarkt Hamburg für die erfolgreiche bauliche Durchführung. Gemeinsam haben wir dafür gesorgt, dass der Spielbetrieb dieses Hamburger Traditionsclubs nun nahtlos fortgeführt werden kann.“

Frank Seitz, Geschäftsführer Fleischgroßmarkt Hamburg GmbH: „Ein architektonisches Meisterstück – ein Dreiklang aus Architektur, Baukunst und außergewöhnlichem Engagement aller Beteiligten.“

Timur Börü, geschäftsführender Gesellschafter Gruenspan GmbH: „Nach 58 bewegten Jahren Hamburger Musikgeschichte an der Großen Freiheit 58 verbindet uns mit diesem Ort weit mehr als die Erinnerungen an vergangene Jahrzehnte. Umso wichtiger war es für uns, für die Zeit der bevorstehenden Sanierung eine Perspektive zu schaffen, die es ermöglicht, den Spielbetrieb fortzuführen und unsere kulturelle Arbeit als Team fortzusetzen. Wir sind sehr froh, die Möglichkeit zu haben, den Entwicklungsprozess unserer Interimsspielstätte von Beginn an zu begleiten und unsere Erfahrungen aus dem Veranstaltungsbetrieb einbringen zu können. Unser besonderer Dank gilt den Verantwortlichen in der Kultur- und Finanzbehörde, der Sprinkenhof sowie allen Beteiligten, die dieses Vorhaben unterstützt und möglich gemacht haben. Entstanden ist ein lebendiger Ort mitten in der Sternschanze, der weit mehr als eine Übergangslösung ist: eine moderne und barrierefreie Spielstätte, die historische Substanz und zeitgemäße Anforderungen miteinander verbindet und Raum für Kultur, Begegnung und viele besondere musikalische Erlebnisse schafft.“

Hintergrund

Die fertiggestellte Spielstätte bietet eine Kapazität für bis zu 900 Gäste und entspricht auch technisch vollumfänglich den aktuellen Anforderungen an einen modernen Betrieb. Zudem wurde die historische Halle im Zuge des Umbaus barrierefrei zugänglich gestaltet und der historische Vorderbau durch den Fleischgroßmarkt Hamburg in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt rekonstruiert. Nunmehr erstrahlt der Bereich der Halle D in seinem historischen Glanz und beinhaltet auf der anderen Seite eine moderne und ansprechende Spielstätte für die Hamburger Clubszene. Der Zugang zum Interimsstandort erfolgt direkt über die Lagerstraße 17, wofür die bestehende Mauer geöffnet wurde.

Der vorübergehende Umzug des Gruenspans war notwendig geworden, da das Stammgebäude in der Großen Freiheit umfassend saniert werden muss. Aus diesem Grund wurde der dortige Spielbetrieb für die Dauer der Bauphase eingestellt. Die anstehenden Maßnahmen am Hauptstandort umfassen wesentliche Fassadensanierungen, den barrierefreien Ausbau und brandschutztechnische Verbesserungen des teils denkmalgeschützten Gebäudes. Um die Statik nachhaltig zu verbessern, wird an der Südseite des Gruenspans eine neue Fassade als zusätzliches Tragsystem vor die bestehende Außenhülle gesetzt. 

Auf der neuen Fassade wird auch das 500 Quadratmeter große Wandbild der Künstler Werner Nöfer und Dieter Glasmacher von 1968 neu aufgetragen. Darüber hinaus werden die Neben- und Technikflächen erweitert – so wird der Club durch einen Neubauteil im Backstage-Bereich vergrößert. Durch diese Maßnahmen kann die Kapazität am Hauptstandort auf 1.100 Personen erhöht werden, was sicherstellt, dass das Gruenspan auch zukünftig wettbewerbsfähig bleibt. Die Stadt Hamburg fördert die Gesamtmaßnahme mit 14,3 Millionen Euro aus Restmitteln des Sanierungsfonds der Bürgerschaft und Mitteln der Finanzbehörde. Zusammen mit Eigenmitteln der zur Finanzbehörde gehörenden Sprinkenhof beläuft sich das Volumen des Gesamtprojekts auf rund 18,9 Millionen Euro.

Absätze