Die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen in der HRK (RKM) hat erneut in einem Offenen Brief der GEMA ihre anhaltend tiefe Besorgnis über die aus ihrer Sicht nach wie vor unausgewogenen Reformbestrebungen ausgedrückt. Die GEMA-Spitze war bei der Mitgliederversammlung im Mai 2025 im 1. Anlauf mit ihrem Reformvorhaben gescheitert. Die Musikhochschulen sehen in den inzwischen vorgelegten, nur partiell modifizierten Reformvorschlägen unverändert einen dramatischen „Abbruch des bisherigen Solidarhauses“ GEMA, der den allergrößten Teil der Komponist:innen neuer Avantgarde-Musik, und damit auch den komponierenden Nachwuchs der Hochschulen, systematisch marginalisieren und in die Nebenberuflichkeit drängen wird.
Der Vorsitzende der RKM, Prof. Christian Fischer, meint dazu: „Auch nach unserem Gespräch mit Teilen der GEMA-Spitze bleibt für uns die wichtigste Frage unbeantwortet: Warum will die GEMA, als mächtiger Monopolist, sich von einem gewachsenen solidarischen Verwertungs- und Fördersystem verabschieden, als das es vor über 100 Jahren konzipiert wurde, zu einem im Kern kommerziell ausgerichteten Inkasso-Umverteilungssystem? Die Opferung dieses seinerzeit bewusst geschaffenen Solidarsystems zugunsten von marktgetriebenen Inkasso-Prinzipien gehört gestoppt und nach unser Ansicht auf den Tisch von Kontrollinstanzen des Justizministeriums. Zudem erwarten wir von der GEMA, dass sie Alternativvorschläge aus den Reihen ihrer Mitglieder ernst nimmt und ihren Mitgliedern transparent macht.“
Den vollständigen Offenen Brief finden Sie hier.