Ein starkes Bekenntnis zu Nürnberg als Kulturstadt: Staatsintendant und Operndirektor Jens-Daniel Herzog hat seinen Vertrag mit der Stiftung Staatstheater Nürnberg um weitere fünf Jahre verlängert. Herzog, der Bayerns größtes Mehrspartenhaus seit der Spielzeit 2018/19 künstlerisch leitet, wird seine Intendanz bis 2036 fortsetzen. Eine seiner zentralen Aufgaben in dieser Zeit: die neue Spielstätte des Staatstheaters, die derzeit in der Kongresshalle Nürnberg entsteht, programmatisch zu prägen.
„Wir freuen uns sehr über Jens-Daniel Herzogs anhaltendes Bekenntnis zu Nürnberg als Kulturstadt“, kommentiert Oberbürgermeister Marcus König die Vertragsverlängerung. Prof. Dr. Julia Lehner, Bürgermeisterin mit dem Geschäftsbereich Kultur, ergänzt: „Jens-Daniel Herzog hat das Staatstheater Nürnberg in den vergangenen Jahren künstlerisch stark positioniert. Dass er nun perspektivisch auch die Kongresshalle Nürnberg programmatisch prägen wird, ist ein großer Gewinn für unsere Stadt.“
Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, betont: „Jens-Daniel Herzog vereint künstlerische Klasse mit strategischem Können. Er ist ein versierter Team-Player, der es versteht, außergewöhnliche Talente ans Staatstheater Nürnberg zu holen – von der international gefeierten Dirigentin Joana Mallwitz über den renommierten Choreografen Richard Siegal bis hin zum künftigen Generalmusikdirektor Killian Farrell. Ich freue mich, dass dieser künstlerische Spirit weitere fünf Jahre fortgeführt wird und Jens-Daniel Herzog bis 2036 an der Spitze von Bayerns größtem Mehrspartenhaus steht.“
„Alle Schlüsselposition am Staatstheater sind nun langfristig und zukunftsfähig besetzt“, sagt Staatsintendant Jens-Daniel Herzog. Gemeinsam mit Christian Ruppert, dem Geschäftsführenden Direktor der Stiftung Staatstheater Nürnberg, plant er, im Stiftungsvorstand die Erfolgsgeschichte von Bayerns größtem Mehrspartenhaus auch in der Kongresshalle fortzuschreiben. „Wir haben lange und mit viel Kraft darauf hingearbeitet, die Kongresshalle zu einem Ort der Kultur und einem neuen Zentrum für unsere Stadt zu machen“, so Jens-Daniel Herzog. Jetzt könne diese Vision gemeinsam mit den Mitarbeitenden des Staatstheaters Wirklichkeit werden. „In der Kongresshalle wird ein Theater der Zukunft entstehen. In diesen Prozess möchte ich meine langjährige Erfahrung als Nürnberger Staatsintendant einbringen, zusammen mit meinem Team und den Ensembles die Entwicklungen gestalten und mich von all dem Neuen, das dort möglich wird, überraschen lassen.“
Zur Person
Jens-Daniel Herzog, Jahrgang 1963, ist der Sohn des Schauspielers Peter Herzog. Nach einem Philosophiestudium an der FU Berlin ging Jens-Daniel Herzog 1990 als Regieassistent an die Münchner Kammerspiele, wo er mehrere Inszenierungen des Intendanten Dieter Dorn begleitete, unter anderem dessen „König Lear“ (1992). 1993 hatte Herzogs Debütinszenierung, die Uraufführung von Marlene Streeruwitz’ Stück „New York, New York“, im Werkraum der Münchner Kammerspiele Premiere.
In den folgenden Jahren war Herzog Spielleiter und fester Regisseur an den Münchner Kammerspielen, daneben gastierte er am Thalia Theater Hamburg, am Wiener Burgtheater, am Schauspiel Frankfurt und am Schauspielhaus Zürich; seine dortige Inszenierung von David Mamets „Oleanna“ war beim Berliner Theatertreffen zu sehen. Am Opernhaus Zürich inszenierte Herzog Wagners „Tannhäuser“ und Tschaikowskys „Pique Dame“. Von 2000 bis 2006 war er Schauspieldirektor am Nationaltheater Mannheim, wo er auch die Mozart-Opern „Così fan tutte“ und „Die Entführung aus dem Serail“ sowie Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ inszenierte.
Nach dem Ende seiner Mannheimer Zeit widmete sich Herzog vorrangig der Opernregie und inszenierte am Opernhaus Zürich, dem Staatstheater Mainz, dem Koreanischen Nationaltheater in Seoul, dem Staatstheater Nürnberg, den Tagen für Alte Musik Innsbruck, der Hamburgischen Staatsoper und wiederum dem Nationaltheater Mannheim. Schauspielinszenierungen entstanden am Bayerischen Staatsschauspiel München und dem Badischen Staatstheater Karlsruhe.
Herzogs Zürcher Produktion von Händels Oper „Rinaldo“ unter der musikalischen Leitung von William Christie wurde auf DVD aufgenommen. Ebenfalls 2008 inszenierte er in Zürich „Intermezzo“ von Richard Strauss. Seine erste Arbeit an der Semperoper war 2009 Händels „Giulio Cesare in Egitto“. An der Oper Frankfurt inszenierte er Wagners „Lohengrin“ und Verdis „Les Vêpres siciliennes“.
Von 2011 bis 2018 war Jens-Daniel Herzog Intendant der Oper Dortmund. Neben seinem dortigen Engagement arbeitet er weiterhin als freischaffender Regisseur am Grand Théâtre de Genève, dem Theater an der Wien, der Hamburger Staatsoper sowie der Semperoper Dresden. Im Juli 2012 eröffnete er die Salzburger Festspiele mit der „Zauberflöte“ unter der musikalischen Leitung von Nikolaus Harnoncourt.
In Dortmund versammelte und entwickelte Jens-Daniel Herzog ein spielfreudiges Sängerensemble von hoher musikalischer Qualität. Durch künstlerische Qualität und die Einbindung der Oper in einen stadtgesellschaftlichen Kontext hat Jens-Daniel Herzog der Oper sowohl in der Stadt als auch überregional Ansehen zurückerobert. Anlässlich der Premiere von Herzogs Inszenierung von „Tristan und Isolde“ bezeichnete der Bayerische Rundfunk die Oper Dortmund als „das derzeit tonangebende Opernhaus im deutschen Westen“. An der Deutschen Oper am Rhein stellte er mit Lehárs „Graf von Luxemburg“ seine erste Operetten-Inszenierung vor.
Seit der Spielzeit 2018/2019 ist Jens-Daniel Herzog Staatsintendant und Operndirektor am Staatstheater Nürnberg. Bei den Osterfestspielen Salzburg 2019 inszenierte Herzog Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ in der musikalischen Leitung von Christian Thielemann, eine Koproduktion mit der Dresdner Semperoper, dem Tokyo Bunka Kaikan und dem New National Theatre Tokyo. Im Oktober 2020 wurde Herzog zum Honorarprofessor an der Hochschule für Musik Nürnberg ernannt.