Fertige Musikinstrumente und Bögen, in denen Fernambuk-Holz verarbeitet ist, bleiben für nicht kommerzielle Zwecke genehmigungsfrei, solange kein Verkauf oder Eigentumswechsel erfolgt. Damit sind die am 5. Dezember auf der CITES-Vertragsstaatenkonferenz in Samarkand geänderten Regeln zum Schutz der bedrohten Holzart Fernambuk für Musiker:innen insgesamt positiv. Es ändert sich nichts bei Konzertreisen, Proben, Wettbewerben, Leihen, Unterricht oder Reparaturen. „Für professionelle Musiker:innen ist Rechtssicherheit entscheidend“, sagt unisono-Geschäftsführerin Julia Hofmann. „Die neuen Regeln schützen die Art besser, ohne die Mobilität der Kulturschaffenden zu beeinträchtigen. Gleichzeitig setzen sie ein starkes Signal für mehr Transparenz im internationalen Handel und für die dringend notwendige Forschung zu nachhaltigen Alternativen.“

Beim Verkauf aller neuen und bereits bestehenden Fernambukbögen werden spezielle CITES-Genehmigungen notwendig. Für diese müssen Verkäufer: innen nachweisen, dass das verwendete Holz vor 2007 geerntet wurde; jenem Jahr, in dem Fernambuk unter Schutz gestellt wurde. Innerhalb der EU ist er Nachweis des legalen Erwerbs ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der entsprechend geänderten Verordnung erforderlich. Völkerrechtlich treten die Änderungen 90 Tage nach dem Beschluss in Kraft.

Wild geerntetes Fernambukholz ohne Nachweis darf nicht mehr kommerziell gehandelt werden. Die Vertragsstaaten verständigten sich außerdem auf eine Reihe von Maßnahmen, die den Schutz und die nachhaltige Nutzung langfristig verbessern sollen. Dazu gehören u.a. die Forschung zu alternativen Materialien für den Bogenbau, der Aufbau und die Weiterentwicklung von Rückverfolgbarkeitssystemen und die Unterstützung von Projekten zur Bekämpfung illegaler Ernte sowie zum Schutz der natürlichen Lebensräume der Art.

Ein Beispiel hierfür ist das Araponga-Projekt der Klimaschutzinitiative Orchester des Wandels (OdW), deren Schirmherrin unisono ist. Die Initiative verbindet künstlerisches Engagement mit konkretem Klima- und Artenschutz, etwa durch das Araponga-Wiederaufforstungsprojekt in Brasilien, durch Bildungsprogramme und durch die Zusammenarbeit mit lokalen Akteur:innen. Die OdW-Aktiven zeigen eindrücklich, wie Orchester durch ihr kulturelles Gewicht und ihr gesellschaftliches Engagement unmittelbar zu Biodiversitätsschutz und nachhaltiger Ressourcennutzung beitragen können. „Es ist erleichternd, dass eine Lösung gefunden wurde, die sowohl den Artenschutz als auch die Interessen der Musiker berücksichtigt“, sagt der OdW-Vorsitzende Detlef Grooß. Ich hoffe, dass jetzt alle zusammenarbeiten, um in großem Stil Waldflächen wiederaufzuforsten, damit die Art in ihrer ursprünglichen Biodiversität wieder gedeihen kann. Ich glaube fest daran, dass die weltweite Gemeinschaft der Musiker ihren Beitrag dazu zu leisten wird.“

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