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01.10.2018 Verein KulturLeben Berlin initiiert inklusives Musikprojekt "Werkstatt Utopia"

 

Am 28.09.2018 stellte der Verein KulturLeben Berlin sein von der Aktion Mensch gefördertes Musikprojekt Werkstatt Utopia in einer Pressekonferenz im Musikinstrumenten-Museum vor. Seit dem Start im Mai 2018 fanden 30 Musikinteressierte mit und ohne Behinderung ihren Weg in die Werkstatt Utopia. Projektleiter Mariano Domingo ist begeistert von der Resonanz: „Sie wollen nicht nur spielen, sondern die Werkstatt mitgestalten, indem sie ihre künstlerischen Ideen, ihre Kreativität und eigene Kompositionen miteinbringen. Das übersteigt unsere Erwartungen und ist ein großes Geschenk!“ Seine Arbeit beschreibt Mariano Domingo als Experiment im positiven Sinne. Mit der Musiktherapeutin Katharina Liesche möchte er in den kommenden drei Jahren neue Formen des musikalischen Zusammenspiels und der zwischenmenschlichen Kommunikation entwickeln. Bereits auf der Pressekonferenz verzauberte das Klavierquartett der Werkstatt Utopia das Publikum mit Auszügen aus der Farben Suite der Komponistin und Pianistin Viktoria Volovik. Am 3.12.2018 findet in der Reformationskirche Moabit das erste Konzert des Utopia Orchesters statt, für den 27.10.2018 ist der erste musikalische Kreativ-Workshop geplant.

Kultursenator Dr. Klaus Lederer ist Schirmherr der Werkstatt Utopia und übermittelte zur Pressekonferenz eine persönliche Botschaft: „Die Werkstatt Utopia leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Förderung sozialer Gerechtigkeit und Diversität, sie bricht auch eine Lanze für die aktive künstlerische Teilhabe von Menschen mit Behinderung an klassischen musikalischen Angeboten in Berlin.“

In ihrer Begrüßung verwies die Direktorin des Musikinstrumenten-Museums Prof. Dr. Conny Restle auf die Musikgeschichte der letzten Jahrhunderte, in der MusikerInnen und KomponistInnen mit Behinderung ihren festen Platz haben. Eine gute Vernetzungsmöglichkeit mit der Werkstatt Utopia sieht sie im Rahmen der Kinderkonzertreihe des Museums. Philipp Harpain, Leiter des GRIPS Theaters und Schirmherr von KulturLeben Berlin, hob in seiner Ansprache das bürgerschaftliche Engagement hervor, mit dem sich der Verein seit acht Jahren für kulturelle und soziale Inklusion einsetzt. Gerade in Zeiten rechter Hetze müsse man ein menschenwürdiges Weltbild ohne Ausgrenzung als Gegenmodell hochhalten.

Im Podium sprachen Partner über die Bedeutung des Projekts für die Teilhabe behinderter Menschen an Angeboten der klassischen (Laien-)Musik: Inklusion ist eine gemeinsame Vision, für die es sich lohnt, einzutreten, so Dr. Gabriele Schlimper vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin. Um kulturelle Inklusion lebbar zu machen, brauche es inspirierte Menschen, die mit Projekten wie der Werkstatt Utopia einen Prozess der Sensibilisierung in Gang setzen. Mit ihrem Verband will Dr. Gabriele Schlimper die Werkstatt Utopia darin unterstützen, von einer breiten Öffentlichkeit gesehen und gehört zu werden. Gerald Mertens sieht sich als Mittler zwischen dem Profi- und Laienmusikbereich. Über die DOV plant er, Profis und Laien in der Werkstatt Utopia zusammenbringen. So könnten sich ProfimusikerInnen im Ruhestand dort als Tutoren engagieren. Manfred Scharbach vom ABSV unterstützt die Werkstatt Utopia in der Öffentlichkeitsarbeit und stellt Probenräume in Aussicht. Das Interesse seiner Vereinsmitglieder an der Werkstatt Utopia sei groß, meint Manfred Scharbach. Im Gegensatz zu anderen Aktivitäten, stehe die Musik blinden Menschen offen. Musikprogramme erarbeite man sich über Braillenoten oder Musikaufnahmen. Dass dies funktioniert, beweist Pianistin und Komponistin Viktoria Volovik, die zufällig Mariano Domingo begegnete und sofort von der Werkstatt Utopia begeistert war: „Das hat mir die ganze Zeit gefehlt. Endlich kann ich mit tollen Leuten Musik machen!" Die Künstlerin ordnet Wörter und Musikstücke Farben und Gerüchen zu. Aus ihrer Komposition Farben Suite spielte das Utopia Quartett zum Abschluss der Pressekonferenz das Stück Utopia Blue. Denn Utopia, so Viktoria Volovik, ist blau und riecht nach tropischem Wasser. 

Quelle: http://www.kulturleben-berlin.de

 
 

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