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05.09.2018 Israelischer Dirigent Daniel Cohen wird neuer Generalmusikdirektor des Staatstheaters Darmstadt

 

Hessens Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat gestern (4. September 2018) bekannt gegeben, dass Daniel Cohen neuer Generalmusikdirektor des Staatstheaters Darmstadt wird. Der 34-jährige israelische Dirigent tritt sein Amt bereits im Oktober 2018 an und wird damit Nachfolger des in diesem Sommer ausgeschiedenen Will Humburg. Daniel Cohen erhält einen Vertrag über zunächst fünf Spielzeiten.

Ein großes Talent

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Mit Daniel Cohen gewinnen wir einen jungen, aber trotzdem schon sehr erfahrenen Künstler für Darmstadt und Hessen. Er zählt ohne Zweifel zu den großen Talenten seiner Generation, weshalb ich mich sehr freue, dass er sich für unser Staatstheater entschieden hat. Ich bin gespannt, welche künstlerischen Schwerpunkte er in den kommenden Jahren setzen wird. Daniel Cohen hat sicherlich das Potenzial, eine Ära zu prägen.“

Kurzfristig möglicher Amtsantritt

Daniel Cohen konnte sich in einem zweistufigen Verfahren gegen vier weitere Kandidatinnen und Kandidaten durchsetzen. Sein Dirigat einer Vorstellung von Mozarts „Così fan tutte“ und eine Arbeitsprobe mit dem Staatsorchester Darmstadt überzeugten dabei die Findungskommission. Der erste Teil des Findungsverfahrens war im vergangenen Jahr zunächst ergebnislos geblieben, sodass eine zweite Runde nötig war. Das Staatstheater Darmstadt wollte die Spielzeit 2018/2019 deshalb eigentlich ohne Generalmusikdirektor bestreiten, was durch den kurzfristig möglichen Amtsantritt von Daniel Cohen nun vermieden wird.

Oberbürgermeister Jochen Partsch: „Wir gewinnen einen jungen, dynamischen Musiker, der unserer Musikstadt Darmstadt sicher neue Impulse geben wird. Besonders glücklich bin ich darüber, dass sich Daniel Cohen gleich für fünf Jahre an unser Theater verpflichtet hat. Über das einhellige Votum der Findungskommission, des Orchesters und des Opernensembles freue ich mich sehr.“

Dank an scheidendenn Generalmusikdirektor Humburg

Kunstminister Boris Rhein und Oberbürgermeister Jochen Partsch dankten dem scheidenden Generalmusikdirektor Will Humburg für dessen Arbeit. Humburg habe das Amt in einer für das Theater herausfordernden Zeit übernommen, die Arbeit des Orchesters konsolidiert und in kürzester Zeit zu großen künstlerischen Erfolgen geführt. „Ich danke Will Humburg für sein Engagement und seine Verdienste um das Musiktheater und das Staatsorchester Darmstadt und wünsche ihm auf seinem weiteren beruflichen Weg alles Gute und viel Erfolg“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Daniel Cohen wird sein Debüt am Staatstheater Darmstadt mit dem 2. Sinfoniekonzert (18./19.11.2018, Großes Haus) und mit der Premiere von Giuseppe Verdis „Ein Maskenball“ (Premiere: 8.12.2018, Großes Haus) geben. Seine erste Saison 2018/2019 wird er mit Brahms‘ erster Sinfonie und sowie mit Neuproduktionen von Verdis „Maskenball“ und Dvoraks „Rusalka“ beginnen.

Vita Daniel Cohen

Ausgebildet als Geiger, studierte Daniel Cohen in London Dirigieren und gewann im Anschluss an das Studium erste Preise beim Admont International Conducting Competition und den Aviv Competitions. Er war zehn Jahre lang musikalischer Leiter des Jersey Chamber Orchestra und arbeitete dort mit Künstlerinnen und Künstlern wie Nicola Benedetti, Sophie Bevan, Alison Balsom und Lawrence Zazzo. Als Geiger war Daniel Cohen über viele Jahre Mitglied des West-Eastern Divan Orchestra von Daniel Barenboim und dort später auch bis 2011 dessen Assistent. In der Saison 2013/2014 war er Gustavo-Dudamel-Stipendiat des Los Angeles Philharmonic Orchestra und Stipendiat des Tanglewood Music Festival.

Nach seinem erfolgreichen Debüt an der Staatsoper Berlin mit Strawinskys „Le Sacre du Printemps” folgten Wiedereinladungen an das Haus für Dirigate der „Zauberflöte“, „Il barbiere di Siviglia“ und zur Wiederaufnahme von Brittens „The Turn oft the Screw“ in der Regie von Klaus Guth. Zuvor war Daniel ​Cohen Kapellmeister an der Deutschen Oper Berlin, wo er zahlreiche Vorstellungen von „Così fan tutte“, „Don Giovanni“, „Dornröschen“, „Lucia di Lammermoor“, „La Traviata“ und Georg Friedrich Haas‘ „Morgen und Abend“ dirigierte.

​Weitere Opernengagements führen ihn zur Canadian Opera Company, zum Macerata Opera Festival, ans Teatro Massimo di Palermo und regelmäßig an die New Israeli Opera Tel Aviv. In dieser Spielzeit gibt Daniel Cohen sein Debüt an der Norwegischen Staatsoper in Oslo mit Mozarts „Le Nozze di Figaro“.

Daniel Cohen ist gleichermaßen als Dirigent von sinfonischen Programmen gefragt. So arbeitete er in den vergangenen Jahren unter anderem mit der Staatskapelle Berlin, dem Los Angeles Philharmonic, den Dresdner Philharmonikern, dem Philharmonischen Orchester Helsinki, dem RTÉ National Symphony Dublin, dem Orchestra del Maggio Musicale in Florenz und dem Sinfonieorchester Basel.

​Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist für Daniel Cohen die zeitgenössische Musik. Er arbeitete von 2011 bis 2013 an der Seite von Pierre Boulez beim Composer Project der Lucerne Festival Academy und ist künstlerischer Leiter des 2007 von ihm gegründeten Gropius Ensemble, das sich auf interdisziplinäre Projekte mit Musik und Darstellender Kunst spezialisiert hat. Darüber hinaus hat Daniel Cohen schon häufig mit Mitgliedern des London Symphony Orchestra für das LSO-Soundhub-Programm für junge Komponisten gearbeitet.

Quelle: https://wissenschaft.hessen.de

 
 

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