News

Zurück

In MyMIZ gespeichert

Eintrag in MyMIZ speichern

16.04.2018 Kulturrat NRW und Landesmusikrat NRW positionieren sich zur „Echo“-Auszeichnung von Farid Bang und Kollegah

 

Der Kulturrat NRW und der Landesmusikrat NRW nehmen den „Echo“-Preis für Farid Bang und Kollegah u.a. für das Lied „0815“ auf der EP „§185“ aus „Jung Brutal Gutaussehend 3“ in der Kategorie „Hip-Hop / Urban International“ mit Unverständnis zur Kenntnis und begrüßen die Absicht des Bundesverbands Musikindustrie, den Preis neu zu konzipieren. Der Preis  wurde am 12. April übergeben, gekrönt durch einen Live-Auftritt beider Künstler, trotz kritischer Einwände gegen den menschenverachtenden und diffamierenden Text von „0815“, welcher  in der Zeile „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ gipfelt.

Meinungs- und Kunstfreiheit sind schwerwiegende Argumente im Umgang mit künstlerischen Äußerungen. Die Menschenwürde aber ist auch eines. Wir sind der Ansicht, dass mit dem Text, insbesondere mit dieser konkreten Formulierung  und zumal mit der damit verbundenen Kontextualisierung eine Grenze überschritten ist, deren Übertritt nicht zu ertragen und nicht zu rechtfertigen ist:  Es ist nicht hinnehmbar, dass das Andenken von Opfern systematischer Massenvernichtung beschmutzt wird. Ein Mindestmaß an Respekt jedem Menschen gegenüber muss jeder Künstlerin und jedem Künstler abverlangt werden.

Der „Echo“ ist ein Industriepreis, der für den Absatz eines Produkts verliehen wird. Das ist an sich nicht kritikwürdig. Für die Preisvergabe aber wurden offensichtlich bislang ethische und inhaltliche Maßstäbe, die zumindest in Kunst und Kultur selbstverständlich sind, in den Hintergrund gestellt. Auch der Beirat des „Echo“ konnte keine ethische Komponente in das Procedere des Preises einbringen.

Der Kulturrat NRW und der Landesmusikrat begrüßen daher nachdrücklich die Absicht des Bundesverbands Musikindustrie, den Preis grundsätzlich neu zu konzipieren.  Die Auszeichnung hat in ihrer bisherigen Form in einer Gesellschaft, die gleichermaßen der Meinungsfreiheit, der Menschenwürde, der Toleranz und nicht zuletzt dem Gedenken des Holocaust verpflichtet ist, keinen Platz.

Gerhart Baum, Vorsitzender des Kulturrats NRW
Reinhard Knoll, Präsident des Landesmusikrats NRW

Quelle: http://www.lmr-nrw.de

 
 

Mehr zum Thema

23.05.2018
ECHO Musikpreis - nmz Media im Interview mit Martin Maria Krüger ...
» mehr
14.05.2018
Union Deutscher Jazzmusiker sieht „Echo Jazz“-Neustart als Chance ...
» mehr
11.05.2018
Verleihung des ECHO-Jazz-Preises findet nicht statt ...
» mehr
26.04.2018
CDU/CSU-Bundestagsfraktion bedauert Abschaffung des ECHO zu Lasten der Klassik- und Jazzpreise ...
» mehr
25.04.2018
ECHO Musikpreis - Bundesverband Musikindustrie plant Neuanfang ...
» mehr
24.04.2018
BVMI stellt sich vor ECHO KLASSIK und ECHO JAZZ ...
» mehr
23.04.2018
Daniel Barenboim gibt ECHO-Auszeichnungen zurück - "Essenzielle Fragen des Anstands und unserer Menschlichkeit" ...
» mehr
20.04.2018
Musikunternehmen BMG unterstreicht "künstlerische Freiheit" von Kollegah und Farid Bang - Planung einer Kampagne gegen Antisemitismus ...
» mehr
19.04.2018
ECHO 2018 - Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung fordert klare Stellung gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit ...
» mehr
18.04.2018
Musikrats-Präsident Martin Maria Krüger erklärt seinen Austritt aus dem ECHO-Beirat ...
» mehr
18.04.2018
Staatsministerin Grütters verfasst Stellungnahme zur Verleihung des ECHO-Preises an Farid Bang und Kollegah ...
» mehr
17.04.2018
Kulturratspräsident Christian Höppner tritt aus ECHO-Beirat aus ...
» mehr
16.04.2018
BVMI veröffentlicht Stellungnahme zur aktuellen ECHO-Debatte ...
» mehr

MyMIZ

alle Einträge im Detail anzeigen

kein Eintrag vorhanden

cookie: Mappe löschen

» MyMIZ Daten speichern/laden