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23.03.2018 Stadt Oldenburg zeichnet Sarah Nemtsov mit dem Kompositionspreis für Zeitgenössische Musik aus

 

Die gebürtige Oldenburgerin Sarah Nemtsov (37) erhält in diesem Jahr den Kompositionspreis für Zeitgenössische Musik der Stadt Oldenburg. Während des Festaktes zur Vergabe des Carl-von-Ossietzky-Preises wird ihr eigens zu diesem Anlass komponiertes Werk „Fenster. Shloshim“ am Freitag, 4. Mai, im Kulturzentrum PFL uraufgeführt. Damit vergibt die Stadt die an die Preisverleihung gekoppelte und mit 3.000 Euro honorierte Auftragskomposition bereits zum 16. Mal. Das deutsch-isländische „Ensemble Adapter“ in der Besetzung Kristjana Helgadóttir (Flöte), Ingólfur Vilhjálmsson (Klarinette), Gunnhildur Einarsdóttir (Harfe), Matthias Engler (Schlagzeug) wird das Werk in Anwesenheit der Komponistin spielen.

Empfohlen wurde Nemtsov von einem musikalischen Beirat, dem der Oldenburger Komponist und Musiker Eckart Beinke (oh ton – Förderung aktueller Musik e. V.), Michael Hagemeister (Oldenburgisches Staatstheater) sowie der Musikpädagoge Professor Dr. Lars Oberhaus (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) angehören.

Der Beirat schreibt in seiner Begründung: „Sarah Nemtsov überzeugt nicht nur aufgrund ihres umfangreichen und vielfältigen Œuvres, sondern insbesondere durch die Entwicklung einer ihr eigenen Klanglichkeit. Die Komponistin nutzt in ihren Werken häufig mikrotonale Intervalle. Diese lassen gegenüber unserem tradierten System der wohltemperierten Stimmung neue Zusammenklänge zu – nicht als Ornament, sondern als Teil einer neuen Harmonik. Als Inspiration dienen ihr dabei sowohl orientalische Musik als auch abendländische Traditionen wie polyphone Mehrstimmigkeit, ohne dabei auf Tonalität zurückzugreifen. Ihr Schaffen basiert gleichermaßen auch auf der Auseinandersetzung mit Schrift, Literatur und Sprachtheorie. Werktitel wie ‚Briefe’, ‚Zeichen’ oder ‚Chiffre’ stehen dafür. Auch das literaturtheoretische Verfahren der Dekonstruktion findet Anwendung in Nemtsovs kompositorischer Arbeit. In Opern und Vokalwerken vertont sie unter anderem Texte von Paul Celan und James Joyce.“

Sarah Nemtsov wurde 1980 in Oldenburg als Tochter der Malerin Elisabeth Naomi Reuter geboren. Bereits mit acht Jahren begann sie zu komponieren. Als Flötistin und Oboistin wirkte sie bei zahlreichen Konzerten mit. Zunächst war sie Jungstudentin für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und setzte danach dort ihr Studium der Komposition und Oboe fort. Beide Fächer schloss sie 2005 mit Diplom ab. Danach legte sie ihr Examen als Meisterschülerin im Fach Komposition an der Universität der Künste Berlin mit Auszeichnung ab. 2014 war sie Gastdozentin für Komposition an der Musikhochschule Köln. Im Sommersemester 2018 lehrt sie an der University of Haifa.

Sarah Nemtsov erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, so auch 2012 den Deutschen Musikautorenpreis, Kategorie Nachwuchsförderung, und 2013 den Busoni-Kompositionspreis der Akademie der Künste Berlin. 2016 gewann sie den Kompositionswettbewerb RicordiLAB des Ricordi-Verlags. In der Spielzeit 2014/2015 war Nemtsov Composer-in-Residence am Theater Erfurt, wo ihre Orchesterwerke vom Philharmonischen Orchester Erfurt aufgeführt wurden. 2015/2016 initiierte sie das Projekt MEKOMOT, eine Konzertreihe mit zeitgenössischen Kompositionen und traditionellen jüdischen Gesängen in ehemaligen deutschen und polnischen Synagogen.

Weitere Informationen sind online unter www.ossietzky-preis.de zu finden.

Quelle: http://www.oldenburg.de

 
 

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