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13.07.2017 Darmstädter Jazzforum zeigt Fotoausstellung zu Legenden des Jazz

 

"Heldengeschichten" der ganz besonderen Art zeigt das Jazzinstitut Darmstadt ab 1. September 2017 im Literaturhaus Darmstadt. Der Fotograf und Journalist Arne Reimer erzählt mit seinen unkonventionellen Farbporträts Jazzgeschichte auf eine faszinierend künstlerische und anrührende Weise. Die Fotoausstellung ist Bestandteil des 15. Darmstädter Jazzforum Jazz@100 – (k)eine Heldengeschichte.

Mit einem enormen Zeitaufwand bereiste Arne Reimer über Jahre die USA bis an die entlegensten Orte, um die "Jazz Heroen" in ihrem persönlichen Umfeld porträtieren zu dürfen. Das Ergebnis sind zahlreiche Lebensgeschichten von Musikerinnen und Musikern, die ihr Können dieser besonderen Musik gewidmet haben. Sie sind alle jenseits der 70 und waren Teil der über hundertjährigen Historie dieser Musik: manche als gefeierte Stars wie Sonny Rollins oder Herbie Hancock, andere mit eher unbekannteren Karrieren wie Frank Wess
oder Eddie Henderson.

Allen gemeinsam ist ein langes Musikerleben. Die Kamera fängt sie in ihren privaten Lebenswelten ein, sei es bei ihnen zu Hause, am Arbeitsplatz oder an anderen Lieblingsorten. Sie geben sich schüchtern introvertiert oder selbstbewusst, im feinen Anzug oder spärlich bekleidet. So entstehen spannende Psychogramme in kunstvoll ästhetischen Bildern.

Arne Reimer nähert sich den Protagonisten aber immer mit Würde und Respekt. Die mitreißend authentischen Porträts beschönigen nichts von der Rauheit des Lebens als Jazzmusikerin oder Jazzmusiker. Sie entfalten eine eindringliche Intimität, die berührt und den Raum zur Musik öffnet. Oft musste Reimer lange auf Antworten der Musikerinnen und Musiker warten, bevor er sie in ihren Wohnungen und Häusern besuchen durfte. Bei seinen Aufenthalten war er aber stets unaufdringlich, hielt sich zurück und ließ den Musiker sprechen. Genau diese Sensibilität spiegeln diese ungewöhnlichen Fotografien wider.

Nicht "Helden", sondern Individuen mit einer großen musikalischen Lebensleistung, begegnen dem Betrachter in den ergreifend ehrlichen Bildern, in denen man Mythen, Brüche, Hoffnungen und Sehnsüchte zu erkennen glaubt. Denn, so wird der 2013 verstorbene Saxofonist Yusef Lateef zitiert, "das Beste was man werden kann, ist man selbst".

Für das 15. Darmstädter Jazzforum hat Arne Reimer eine besondere Auswahl seiner "American Jazz Heroes" Aufnahmen zusammengestellt und wird sich auch als Referent im Rahmen der internationalen Konferenz vom 28. bis 30. September dem Thema Jazz@100 nähern.

Quelle: http://www.jazzinstitut.de

 
 

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