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11.05.2020 Preisträger*innen des Bayerischen Staatspreises für Musik 2020 stehen fest

 

Fünf Künstlerinnen und Künstler bzw. Musikensembles erhalten den Bayerischen Staatspreis für Musik 2020. Das gab Kunstminister Bernd Sibler heute bekannt. Der Bayerische Musikpreis wird vom Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst verliehen und umfasst alle Sparten der Musik, vom Profibereich bis zur Laienmusik. „Musik, Singen und Musizieren sind tief in der bayerischen Seele verwurzelt. Sie schaffen Identität, bewahren Tradition und erfüllen den Freistaat mit einem bunten Potpourri an Klängen. Mit dem Bayerischen Staatspreis für Musik würdigen wir die Vielfalt der bayerischen Musikszene im Profi- wie im Laienbereich.“ Die Verleihung des Bayerischen Staatspreises für Musik sei gerade in der aktuellen Zeit, in der Musikerinnen und Musiker aufgrund der Corona-Pandemie keine regulären Auftrittsmöglichkeiten haben, ein Signal der Wertschätzung und Anerkennung für Kunst und Kultur, so Sibler. „Die Preisträgerinnen und Preisträger bringen den Freistaat zum Klingen, sodass er weit über seine Grenzen hinaus gehört wird. Dafür sagen wir Danke!“, betonte der Minister. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Staatsregierung bereits intensiv an einem abgewogenen Konzept für eine Lockerung im kulturellen Bereich arbeite.

Hochrangige Expertenjury wählt Kandidatinnen und Kandidaten aus

Eine hochrangig besetzte Expertenjury unter dem Vorsitz des Münchner Dirigenten Alexander Liebreich, Chefdirigent und Künstlerischer Direktor des Rundfunk-Sinfonieorchesters Prag und Künstlerischer Leiter des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen, schlägt nach fachlicher Beratung eine Auswahl an geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten vor. Der Preis wird sowohl an Einzelpersönlichkeiten als auch an Musikensembles vergeben, die sich durch herausragende Leistungen oder innovative Konzepte in besonderer Weise um die Musik, das Singen und Musizieren in Bayern verdient gemacht haben. In der Regel werden jeweils zwei Musikpreise in den Kategorien "Laienmusizieren" und "Professionelles Musizieren" vergeben. Hinzu kommt ein Sonderpreis zur Würdigung eines Lebenswerkes. Die Bayerischen Musikpreise in der Kategorie „Laienmusizieren“ sind jeweils mit 3.000 Euro dotiert.

Die Auszeichnungen werden in diesem Jahr zum vierten Mal verliehen. Die Verleihung soll im Rahmen einer Festveranstaltung am 23. November 2020 im Cuvilliéstheater in München stattfinden, soweit dies dann möglich sein wird.

Der Bayerische Staatspreis für Musik 2020 geht

a)  in der Kategorie „Professionelles Musizieren“ an:

Bamberger Symphoniker (gegr. 1946)

Die Bamberger Symphoniker sind ein außergewöhnliches Orchester. Ein Klangkörper von Weltformat, der in einer bayerischen Kleinstadt sein Zuhause findet. Und doch sind die Bamberger Symphoniker weit mehr als das musikalische Zentrum der Stadt und der ganzen Region. Sie sind eines der reisefreudigsten Orchester Deutschlands überhaupt. Die Umstände ihrer Gründung machen die Bamberger Symphoniker zu einem Spiegel der deutschen und der bayerischen Geschichte: In den Nachkriegswirren trafen ehemalige Mitglieder des Deutschen Philharmonischen Orchesters Prag in Bamberg auf Musikerkollegen und gründeten das „Bamberger Tonkünstlerorchester“, kurze Zeit später umbenannt in Bamberger Symphoniker.

Die Jury würdigt das mit Bayern besonders verbundene Profil der Bamberger Symphoniker und schätzt die damit einhergehende enorme Botschaftswirkung für die Kultur in Bayern.

Andreas Martin Hofmeir (geb. 1978)

Der preisgekrönte Tubist hat enorme Aufmerksamkeit für ein Instrument geschaffen. Er spielt weltweit als Solist und hat als solcher das Repertoire für die Tuba als Soloinstrument etabliert und durch neues Repertoire erweitert, darunter einige Auftragskompositionen und ihm gewidmete Werke. Hofmeir gewann 2005 den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs und 2013 einen ECHO Klassik als „Instrumentalist des Jahres“. Seit 2010 ist er Professor für Tuba an der Universität Mozarteum Salzburg. Andreas Martin Hofmeir ist ein ungemein vielseitiger Musiker von großer Originalität und Kreativität. Das Musikantische der bayerischen Blasmusiktradition bringt er in seinem Spiel mit allen anderen Stilrichtungen der Musikgeschichte von Klassik bis Jazz zusammen, oftmals auch brillant-humorig gefärbt. Hofmeir ist außerdem Mitbegründer der erfolgreichen Brass-Band LaBrassBanda, die die Tradition bayerischer Blasmusik erweitert und mit großem Erfolg unter jungen Zuhörern bekannt und populär gemacht hat, auch über Bayern und Deutschland hinaus.

Die Jury stützt sich bei ihrer Entscheidung insbesondere auf die Multiplikatoreigenschaft Hofmeirs für jede Musikrichtung, die er verfolgt. Sie charakterisiert ihn als jemanden, der musikalisch voranschreitet und in seinem Stil stets präsent ist.

b) in der Kategorie „Laienmusizieren“ an:

MonteverdiChor Würzburg

Der im Jahr 1998 gegründeten Konzertchor setzt sich aus Studentinnen und Studenten sowie Absolventinnen und Absolventen der Universität Würzburg, der Würzburger Musikhochschule und der Hochschule für angewandte Wissenschaften zusammen. Den renommierten Chor leitet seit Anbeginn Matthias Beckert - Dirigent und Professor für Chorleitung an der Hochschule für Musik in Karlsruhe. Zahlreiche Würzburger Erstaufführungen und viel beachtete Konzerte nach Maßgabe der Historischen Aufführungspraxis zeigen die Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit des Klangkörpers. Mit zahlreichen Auszeichnungen zählt der MonteverdiChor Würzburg zu den Spitzenchören Deutschlands. Der Chor arbeitet erfolgreich mit renommierten Orchestern wie der Akademie für Alte Musik Berlin, der Jenaer Philharmonie, den Nürnberger Symphonikern, den Thüringer Symphonikern Saalfeld-Rudolstadt, der Thüringen Philharmonie Gotha, der Vogtland Philharmonie Greiz-Reichenbach, der Rheinischen Philharmonie, den Hofer Symphonikern sowie der Mainphilharmonie.

Das Juryvotum stützt sich insbesondere auf das breit gefächerte Konzertrepertoire der wichtigsten Oratorienwerke von der Renaissance bis zur Moderne.

Gloria Brass

Die Bläsergruppe Gloria Brass setzt sich aus 12 ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitenden des Verbandes Evangelischer Posaunenchöre in Bayern e.V. zusammen. Die Mitglieder von Gloria Brass sind alle in den Posaunenchören ihrer Heimatorte engagiert – sie leiten zum Teil die Chöre, engagieren sich in der Bläserarbeit innerhalb ihres regionalen Umfelds, bilden Jungbläser aus oder spielen im Chor mit. Darüber hinaus bringen sie als musikalische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Begabung bei Bläserschulungen und verschiedenen Lehrgängen und Fortbildungsveranstaltungen des Posaunenchorverbandes ein. Als Aushängeschild des Verbandes Evangelischer Posaunenchöre in Bayern e.V. repräsentieren sie ca. 900 evangelische Posaunenchöre mit über 19.000 aktiven Bläserinnen und Bläsern. Gloria Brass setzt sich aus Musikern aus den verschiedenen Regionen zusammen und steht damit für ganz Bayern.

Nicht zuletzt die Tatsache, dass Gloria Brass auf herausragende Weise Stücke mit der Posaune interpretiert, konnte die Jury überzeugen. Die Posaunenszene würde mit der Auszeichnung von Gloria Brass die nötige Beachtung erhalten.

c)  in der Kategorie „Sonderpreis“ an:

Prof. Ana Chumachenco (geb. 1945)

Prof. Ana Chumachenco ist Violinistin und hatte viele Jahre einen Lehrstuhl für Geige an der Hochschule für Musik und Theater München inne. Ein Studium bei Prof. Ana Chumachenco oder ein gemeinsames kammermusikalisches Musizieren stellt für Generationen von Musikern und Musikerinnen etwas Unvergessliches dar. Weltweit genießt sie durch ihre immensen künstlerischen und pädagogischen Erfolge größtes Lob. Ana Chumachenco ist eine international anerkannte Künstlerpersönlichkeit.

Mit ihrem unkonventionellen Unterricht richtet sich Ana Chumachenco nicht nach einer bestimmten Mode, Stilistik oder Methode. Sie betrachtet alle ihr anvertrauten Studierenden zuerst als Menschen mit individuellen Fähigkeiten und Charakteren. Geduld, Warmherzigkeit und Leidenschaftlichkeit zeichnen ihren Unterricht seit Jahrzehnten aus. Wer einen Platz in ihrer Klasse ergattern kann, wird mit ihrer scheinbar nie nachlassenden Energie und vollkommener Hingabe beschenkt. Viele ihrer ehemaligen Studierenden wie beispielsweise Julia Fischer, Veronika Eberle und Lisa Batiashvili gehören heute zu den weltweit berühmtesten Geigerinnen, einige sind inzwischen selbst als Professorinnen tätig. Jede von ihnen sowie viele der anderen ehemaligen Studierenden fanden dabei ihren eigenen unverwechselbaren Stil, auch dies ist nicht zuletzt ein großer Verdienst von Ana Chumachenco. Sie verstand und versteht es, auch den begabtesten und erfolgreichsten jungen Musikerinnen und Musikern Zeit für ihre Reifung zu lassen.

Neben ihren Auftritten in Rezitalen und als Solistin mit einigen der größten Orchester hat sich Ana Chumachenco intensiv der Kammermusik gewidmet. So bildete sie über 20 Jahre lang mit dem Bratschisten Osca Lysy und dem Cellisten Walter Nothas das Münchner Streichtrio.

Quelle: https://www.stmwk.bayern.de