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20.05.2020 Netzwerk Junge Ohren präsentiert Studienergebnisse zu Arbeitsbedingungen für Musikvermittler*innen

 

Auf Grundlage einer gemeinsam mit dem Forschungs- und Beratungsinstitut EDUCULT (Wien) durchgeführten Umfrage zu Arbeitsbedingungen von Musikvermittler*innen im deutschsprachigen Raum legt das Netzwerk Junge Ohren nun eine Zusammenfassung und Auswertung der Ergebnisse vor. Die Broschüre steht auf der Webseite www.jungeohren.de zum Download bereit.

Ziel der 2018 unter Musikvermittler*innen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg lancierten Umfrage war es, Informationen über Kontexte und Tätigkeitsbereiche, Leistungsspektren und Rahmenbedingungen des noch jungen Arbeitsfeldes Musikvermittlung zu generieren. Erste Ergebnisse wurden noch 2018 im Rahmen der Deutschen Orchesterkonferenz durch Prof. Michael Wimmer (EDUCULT) vorgetragen.

An der Umfrage nahmen rund 400 Akteur*innen teil, sodass die Ergebnisse eine klare und belastbare Sprache sprechen:

Die überwiegend jungen und in der Mehrzahl weiblichen Musikvermittler*innen sind hochmotiviert und sehr gut ausgebildet. Sie schauen optimistisch in die Zukunft und verbinden mit ihrer Arbeit Leidenschaft und Freude. Auf der anderen Seite der Medaille stehen überwiegend prekäre Arbeitsverhältnisse im Bereich der Mindestgage (NV-Bühne), kurze Verweildauern in den jeweiligen Arbeitsverhältnissen, wodurch den Arbeitgeber*innen immer wieder große Mengen an Kenntnissen verloren gehen und eine Kontinuität der Programmentwicklung nicht gewährleistet werden kann. Ebenfalls wird ein erheblicher Gender Pay Gap offensichtlich, der in anderen Bereichen der Musiklandschaft (bspw. Orchestermusiker*innen) längst überwunden ist.

Bedauert wird, dass es für den Bereich in den bestehenden Strukturen keine anerkannte Interessensvertretung gibt, die mit Handlungsempfehlungen und/oder Lohnempfehlungen unterstützt. Um den Bereich Musikvermittlung – häufig Motor für innovative Ansätze der Publikumsansprache und wichtiger Impulsgeber für gesellschaftliche Teilhabe – weiter zu stärken, müssen die Akteur*innen selbst stärker in das Scheinwerferlicht hinaustreten. Die vorhandenen Netzwerke (darunter das Netzwerk Junge Ohren) arbeiten daran, das Arbeitsfeld Musikvermittlung als Selbstverständlichkeit in den Leitungsebenen des Musikbetriebs zu etablieren.

Download der Broschüre:  https://www.jungeohren.de/downloads/ergebnisse-der-umfrage-arbeitsbedingungen-fuer-musikvermittlerinnen/

Die Rohdaten stellt das Netzwerk Junge Ohren für weitere Recherchen gerne auf Rückfrage zur Verfügung.

Quelle: https://www.jungeohren.de