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05.10.2020 GEMA-Mitgliederversammlung 2020 sieht weiter Unterstützungsbedarf für Musikschaffende

 

Vom 29. Sep­tem­ber bis 1. Ok­to­ber fand die dies­jäh­ri­ge Mit­glie­der­ver­samm­lung der GEMA statt, auf­grund der Co­ro­na-Pan­de­mie voll­stän­dig auf vir­tu­el­lem Wege. Be­schlos­sen wur­den wie in jedem Jahr eine Reihe von Re­gel­werks­än­de­run­gen, dar­un­ter eine Re­ge­lung, die eine ef­fi­zi­en­te­re und wir­kungs­vol­le­re Li­zen­zie­rung von User-Ge­ne­ra­ted-Con­tent-Platt­for­men er­mög­licht. Ei­nig­keit be­stand, dass zu­sätz­li­che Un­ter­stüt­zungs­maß­nah­men für von den Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie be­son­ders be­trof­fe­ne Mu­sik­schaf­fen­de er­for­der­lich sind.

Die drei­tä­gi­ge Mit­glie­der­ver­samm­lung der GEMA ist das Herz­stück der So­li­dar­ge­mein­schaft von 78.000 Mit­glie­dern und es­sen­ti­ell für eine star­ke Bin­nen­de­mo­kra­tie. Auf­grund der Co­ro­na-Pan­de­mie muss­te die für Mai ge­plan­te Mit­glie­der­ver­samm­lung ver­scho­ben wer­den und wurde nun, den be­hörd­li­chen Vor­ga­ben zur Durch­füh­rung einer sol­chen Ver­an­stal­tung fol­gend, vir­tu­ell nach­ge­holt. Rund 1.000 Kom­po­nis­ten, Text­dich­ter und Ver­le­ger tra­fen sich auf die­sem Wege, dis­ku­tier­ten und fass­ten Be­schlüs­se. Damit haben vir­tu­ell mehr Mit­glie­der als in den Vor­jah­ren die Chan­ce ge­nutzt, zu par­ti­zi­pie­ren und ihr Stimm­recht wahr­zu­neh­men. Ein wich­ti­ges Ziel an allen drei Tagen: Die Mit­glie­der soll­ten sich wie ge­wohnt mit Re­de­bei­trä­gen aktiv zu den The­men der Ta­ges­ord­nung aus­tau­schen kön­nen. 

Die Mit­glie­der­ver­samm­lung der GEMA lebt üb­li­cher­wei­se vom per­sön­li­chen Kon­takt der Mit­glie­der bei ihren De­bat­ten und Be­schlüs­sen vor Ort. Der GEMA ist es ge­lun­gen, die­sen Aus­tausch vir­tu­ell zu er­mög­li­chen. Über ein tech­nisch an­spruchs­vol­les und stark ge­si­cher­tes Sys­tem konn­ten die Mit­glie­der wäh­rend der Live-Über­tra­gung der Sit­zun­gen di­gi­tal mit­dis­ku­tie­ren, sich mit Vi­deo­bei­trä­gen zu­schal­ten und per Live-Vo­ting über An­trä­ge ab­stim­men. In vir­tu­el­len Räu­men fan­den die Haupt­ver­samm­lung sowie die ge­trenn­ten Sit­zun­gen der Be­rufs­grup­pen (Kom­po­nis­ten, Text­dich­ter und Ver­le­ger) statt.

„Die GEMA bie­tet ihren Mit­glie­dern be­reits seit 2017 ein E-Vo­ting im Vor­feld der Mit­glie­der­ver­samm­lung an und nutzt bei ihren Prä­senz­ver­an­stal­tun­gen ein elek­tro­ni­sches Ab­stim­mungs­ver­fah­ren“, sagte Dr. Ha­rald Heker, Vor­stands­vor­sit­zen­der der GEMA. „Schon damit haben wir ge­zeigt, wie mo­der­ne de­mo­kra­ti­sche Teil­ha­be ohne Prä­senz aus­se­hen kann. Daran konn­ten wir in die­sem Jahr an­knüp­fen und mit einem aus­ge­klü­gel­ten tech­ni­schen Sys­tem un­se­ren Mit­glie­dern auf vir­tu­el­lem Wege die ge­wohn­te Mit­wir­kung er­mög­li­chen.“

„Unser An­spruch war es, der für un­se­re Mit­glie­der ver­trau­ten Form einer Prä­senz­ver­an­stal­tung mit all ihren Aus­tausch­for­ma­ten so nahe wie mög­lich zu kom­men. Das ist uns im vir­tu­el­len Raum mit sei­nen ein­ge­schränk­ten Mög­lich­kei­ten sehr gut ge­lun­gen. Hier hat Co­ro­na quasi als Di­gi­ta­li­sie­rungs­be­schleu­ni­ger ge­wirkt“, re­sü­miert auch der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de Dr. Ralf Wei­gand. „Die GEMA hat sich in her­aus­ra­gen­der Weise als tech­nisch ver­siert und in­no­va­tiv ge­zeigt und damit durch­aus Maß­stä­be ge­setzt – ein gutes Zei­chen in Rich­tung Zu­kunft. Den­noch darf ich wohl so­wohl für un­se­re Mit­glie­der als auch den Auf­sichts­rat fest­stel­len, dass uns allen die per­sön­li­che Be­geg­nung und der phy­si­sche Aus­tausch schon sehr ge­fehlt haben – da sind wir als stets Musik-Be­fass­te ein­fach zu sehr von Ex­pres­si­on, Schwin­gun­gen und Sen­so­rik ge­prägt!“

We­sent­li­che Be­schlüs­se der Mit­glie­der­ver­samm­lung 2020

  • Än­de­run­gen des Ver­tei­lungs­plans: Neben einer grund­le­gen­den Ver­ein­fa­chung der Re­geln für die Be­stim­mung der An­tei­le, die Ur­he­ber und Ver­le­ger bei der Ver­tei­lung pro Werk er­hal­ten, wurde unter an­de­rem eine Son­der­re­ge­lung für die Ver­tei­lung der Ein­nah­men aus me­cha­ni­scher Wie­der­ga­be für das Ge­schäfts­jahr 2020 be­schlos­sen. Diese Re­ge­lung soll Ver­zer­run­gen bei der Ver­tei­lung ent­ge­gen­wir­ken, die an­sons­ten auf­grund der durch die Co­ro­na-Pan­de­mie be­ding­ten Ver­an­stal­tungs­aus­fäl­le ent­ste­hen könn­ten. Die Re­ge­lung ist Teil des Maß­nah­men­pa­kets, mit dem die GEMA die wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen der Co­ro­na-Pan­de­mie für ihre Mit­glie­der ab­zu­fe­dern sucht.
  • Ef­fi­zi­en­te­re Wahr­neh­mung von On­line-Rech­ten: Die GEMA hat die Klau­seln ihres Be­rech­ti­gungs­ver­trags über die Wahr­neh­mung von On­line-Rech­ten an die neue Rechts­la­ge an­ge­passt, die durch das In­kraft­tre­ten der EU-Ur­he­ber­rechts­richt­li­nie ent­stan­den ist. Die Än­de­run­gen er­mög­li­chen es der GEMA, die Rech­te ihrer Mit­glie­der im On­line­be­reich noch ef­fi­zi­en­ter und wir­kungs­vol­ler wahr­zu­neh­men als bis­her. Platt­form­be­trei­ber wie bei­spiels­wei­se You­Tube kön­nen bei der GEMA künf­tig ein Rech­te­pa­ket li­zen­zie­ren, das auch das Her­stel­lungs­recht für nicht-ge­werb­li­chen UGC (User-Ge­ne­ra­ted-Con­tent) und die Rech­te für das Ein­blen­den von Ly­rics um­fasst. Mit die­sen An­pas­sun­gen leis­tet die GEMA einen wich­ti­gen Bei­trag zur Stär­kung von Li­zenz­lö­sun­gen im Sinne der EU-Richt­li­nie, durch die Platt­form­be­trei­ber eine an­ge­mes­se­ne Ver­gü­tung an die Rech­te­inha­ber zah­len und pri­va­te Uploa­der vor Haf­tungs­ri­si­ken ge­schützt wer­den sol­len.
  • Ver­ein­fach­tes Mo­dell der Mit­glied­schaft: Die Mit­glie­der­ver­samm­lung hat be­schlos­sen, die Re­ge­lun­gen zur Mit­glied­schaft bei der GEMA zu mo­der­ni­sie­ren. Das bis­he­ri­ge kom­ple­xe Mo­dell mit drei Mit­glied­schafts­stu­fen wurde durch eine ein­fa­che zwei­stu­fi­ge Struk­tur er­setzt, dem­nach geht die an­ge­schlos­se­ne Mit­glied­schaft in der au­ßer­or­dent­li­chen Mit­glied­schaft auf.

Co­ro­na-Pan­de­mie be­herr­schen­des Thema, Er­trags­pro­gno­se 2020 kri­tisch

Die per­sön­li­che Be­trof­fen­heit vie­ler Mit­glie­der auf­grund der Co­ro­na-Pan­de­mie präg­te die Mit­glie­der­ver­samm­lung. „Zu sehen, wie viele Krea­ti­ve unter den Fol­gen von Co­ro­na lei­den, tut weh. Spür­bar in der gan­zen GEMA“, be­ton­te Heker in sei­nem Be­richt in der Haupt­ver­samm­lung. „Sehr schnell haben wir des­halb im Früh­jahr Maß­nah­men er­grif­fen, um Mit­glie­dern zu hel­fen, die vor allem von Gagen und Live-Auf­trit­ten leben.“ Die GEMA re­agier­te im März mit fi­nan­zi­el­len Hil­fen für ihre Mit­glie­der sowie mit Ku­lanz­re­ge­lun­gen für Li­zenz­neh­mer auf die Still­le­gung des öf­fent­li­chen und kul­tu­rel­len Le­bens. Zudem un­ter­stützt die GEMA die Bun­des­re­gie­rung bei der Ver­tei­lung von 30 Mil­lio­nen Euro aus dem Ret­tungs­pa­ket „NEU­START KUL­TUR“, mit dem das kul­tu­rel­le Leben in Deutsch­land wie­der­be­lebt und die Exis­tenz von Mu­sik­spiel­stät­ten, Clubs und Fes­ti­vals ge­si­chert wer­den soll.

Heker un­ter­strich ge­gen­über den Mit­glie­dern: „Wir sind uns im Kla­ren, dass diese aku­ten Hil­fen nicht rei­chen. 2021 wird für viele von Ihnen wirt­schaft­lich noch schwie­ri­ger wer­den: Un­se­re Er­trä­ge wer­den deut­lich nied­ri­ger sein als im Vor­jahr, daher wer­den wir we­ni­ger an Sie aus­schüt­ten kön­nen.“ Ins­be­son­de­re im Au­ßen­dienst der GEMA führt die Co­ro­na-Pan­de­mie zu einem dras­ti­schen Ein­bruch. „Seit März fin­den kaum Ver­an­stal­tun­gen statt, ein im­menser wirt­schaft­li­cher Scha­den“, so Heker. Eben­so werde das Ton­trä­ger­ge­schäft einen wei­te­ren Er­trags­rück­gang ver­zeich­nen, weil es mo­na­te­lang mas­si­ve Ein­schrän­kun­gen im Han­del gab.

Vor­stand und Auf­sichts­rat der GEMA wer­den in den kom­men­den Mo­na­ten über wei­te­re Un­ter­stüt­zung für be­son­ders be­trof­fe­ne Mit­glie­der be­ra­ten, um die Fol­gen des „Co­ro­na­jahrs“ 2020 ab­zu­mil­dern. Ge­gen­über der Po­li­tik setzt sich die GEMA ins­be­son­de­re dafür ein, dass ge­zielt Pro­gram­me für Solo-Selb­stän­di­ge auf­ge­setzt wer­den. „Kul­tur­schaf­fen­de müs­sen wie­der eine Be­schäf­ti­gungs- und Er­werbs­per­spek­ti­ve be­kom­men. Viel wurde in kur­zer Zeit auf den Weg ge­bracht – jetzt heißt es: genau hin­schau­en und klug nach­bes­sern“, rich­te­te sich Heker an die Po­li­tik.

Der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de Dr. Ralf Wei­gand wand­te sich ein­dring­lich an die Mit­glie­der: „Wir wis­sen um die schwie­ri­ge und pre­kä­re Lage vie­ler un­se­rer Mit­glie­der. Ich wün­sche allen Mu­sik­schaf­fen­den und -ver­le­gern, aber auch un­se­ren Part­nern als Spiel­stät­ten­be­trei­ber oder Kon­zert­ver­an­stal­ter im ge­sam­ten Land alle Kraft. Hier ist jetzt Zu­sam­men­halt ge­fragt! Wir wer­den uns sei­tens Auf­sichts­rat dafür ein­set­zen, dass die Pro­gram­me der Bun­des­re­gie­rung fort­ge­führt und im Sinne der Mu­sik­schaf­fen­den noch bes­ser an­ge­passt wer­den. Die Ver­ein­sa­mung und so­zia­le Er­schüt­te­rung durch Co­ro­na zeigt: Un­se­re Ge­sell­schaft braucht krea­ti­ves Schaf­fen eben­so drin­gend wie Orte, an denen Mu­sik­kul­tur ge­lebt wer­den kann.“ Wei­gand dank­te allen Mit­glie­dern sowie sehr aus­drück­lich auch den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der GEMA, die sich in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten bei vol­lem Ein­satz so ein­drucks­voll für die So­li­dar­ge­mein­schaft en­ga­giert haben. „Dass wir trotz oder ge­ra­de wegen un­se­rer sehr offen und vital ge­führ­ten Dis­kus­sio­nen in der Krise ge­mein­sam stark sind und ent­ge­gen vie­ler Wid­rig­kei­ten be­son­nen und am Ende kon­sen­su­al wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen de­mo­kra­tisch tref­fen kön­nen, haben die letz­ten Tage be­ein­dru­ckend be­stä­tigt.“

Das Mit­glie­der­fest muss­te in die­sem Jahr ent­fal­len. Die Ver­lei­hung des Fred Jay Prei­ses sowie die Ver­lei­hung des Ra­dio­kul­tur­prei­ses, die üb­li­cher­wei­se im Rah­men von Mit­glie­der­fest und Haupt­ver­samm­lung statt­fin­den, wer­den bei an­de­rer Ge­le­gen­heit nach­ge­holt.

Die GEMA ver­tritt in Deutsch­land die Ur­he­ber­rech­te von rund 78.000 Mit­glie­dern (Kom­po­nis­ten, Text­au­to­ren und Mu­sik­ver­le­ger) sowie von über zwei Mil­lio­nen Rech­te­inha­bern aus aller Welt. Sie ist welt­weit eine der grö­ß­ten Au­to­ren­ge­sell­schaf­ten für Werke der Musik.

Quelle: https://www.gema.de/

 
 

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