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Komponieren und Dichten unter politischer Repression


Beschreibung:
Anlässlich der Deutschen Erstaufführung der Originalfassung von Weinbergs "Wir gratulieren (Mazl tov)" im Kontext der Weinberg/Korngold-Doppelpremiere sowie des 100. Geburtstages des großen koreanischen, im damaligen West-Berlin künstlerisch beheimateten Komponisten Isang Yun veranstaltet das Theater Heidelberg am 28. Mai 2017 ein Symposion zum Thema Komponieren und Dichten unter politischer Repression. Gemeinsam mit Schriftstellern, Librettisten, Komponisten, Sängern und Musikwissenschaftlern soll versucht werden, den Zugriff repressiver und totalitärer Systeme auf den künstlerischen Schaffensprozess sowie Strategien zur Gewinnung künstlerischer Freiräume zu untersuchen.

Im Fokus stehen hierbei die unterschiedlichen Lebensläufe der Komponisten Mieczysław Weinberg (1919–1996), Isang Yun (1917–1995) und Erich Wolfgang Korngold (1897–1957) aus dem 20. Jahrhundert sowie diejenigen der russischen Lyrikerin Olga Borissowna Martynowa (*1962) und des türkischstämmigen Schriftstellers Zafer Şenocak (*1961), die beide beim Symposion anwesend sein werden.

Sängerporträt
So 28.05.2017, 11.00 Uhr

Im Rahmen des Symposions Komponisten und Dichter unter politischer Repression werden im Sängerporträt Auszüge aus Isang Yuns Oper "Die Witwe des Schmetterlings" vorgestellt und mit Dichterlesungen von Hans Thill, Zafer Şenocak und Olga Borissowna Martinova kombiniert. In der Reihe Sängerporträt haben Sie die Gelegenheit, den Mitgliedern des Heidelberger Opernensembles im intimen konzertanten Rahmen und von musikalisch ungewohnter Seite zu begegnen. Durch das Programm führt Operndirektor Heribert Germeshausen.

Vorträge und Diskussionen
So 28.05.2017, 12.30 Uhr

Der Blick auf die unterschiedlichen Voraussetzungen für das künstlerische Wirken sowie die interdisziplinäre Auseinandersetzung hiermit sollen das Augenmerk auf die Auswirkungen von politischer Repression auf kreative Prozesse lenken. Mit dabei sind u. a. Hans Thill, Autor und "Writers-for-Peace"-Beauftragter im Präsidium des deutschen PEN; Liudmila Slepneva, Sängerin der Uraufführung von Weinbergs "Der Idiot", Prof. Dr. Friedrich Geiger, Leiter des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Hamburg; Prof. Dr. Matthias Wiegandt, Professor für Musikwissenschaft an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe; Heribert Germeshausen, Operndirektor am Theater und Orchester Heidelberg sowie Dr. Merle Fahrholz, Musikwissenschaftlerin und Dramaturgin am Theater und Orchester Heidelberg.

Wir gratulieren (Mazl tov) / Der Ring des Polykrates
Premiere, So 28.05.2017, 19.00 Uhr


Wir gratulieren (Mazl tov)
Deutsche Erstaufführung der Originalfassung
Oper in zwei Akten von Mieczysław Weinberg
Libretto von Mieczysław Weinberg nach dem Schauspiel Mazl tov von Scholem Alejchem
In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Der Ring des Polykrates
Heitere Oper in einem Akt von Erich Wolfgang Korngold
Freie Adaption der gleichnamigen Komödie von Heinrich Teweles
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Zwei (tragi-)komische Opern verbünden sich zu einem bezaubernd bizarren Opernabend; zwei exilierte Komponisten begegnen einander musikalisch. Unter dem übermächtigen Schatten seines bewunderten Freundes Schostakowitsch verschwand der Name Mieczysław Weinberg, polnischer Jude im russischen Exil, als bloßer "Epigone". Seine Wiederentdeckung erregt nun allseits große Begeisterung. Der 1897 geborene Erich Wolfgang Korngold hingegen galt als Wunderkind und war einer der bekanntesten österreichischen Komponisten der 1920er-Jahre. Später teilte er jedoch das Schicksal fast aller jüdischen Komponisten seiner Generation: Seine Musik wurde von den Nazis verboten und nach 1945 konnte er nicht mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen.

Wir gratulieren (Mazl tov) ist geprägt vom Humor des ostjüdischen Autors Scholem Alejchem: Vier Dienstboten kommen einander in der Küche über geteilten Frust und viel Klatsch und Tratsch paarweise nahe, wobei "denen da oben" nicht immer zum Lachen zumute sein dürfte. In Korngolds Opernerstling Der Ring des Polykrates hingegen befinden sich Hausherren und Dienerschaft in schönster Einträchtigkeit. Erst ein Gast bringt Unruhe in die Liebeskonstellationen, die aus diesen Prüfungen allerdings gestärkt hervorgehen.

 

Termin:
28.05.2017

Veranstaltungsort:
Theater Heidelberg
Theaterstraße 10, 69117 Heidelberg

Veranstalter:
Theater und Orchester Heidelberg

Partner:
Writers-for-Peace-Committe des PEN-Zentrums Deutschland, UNESCO City of Literature Heidelberg.

Anmeldung:


Anmeldeschluss: Keine Angabe

Webseite:

www.theaterheidelberg.de/sparten/musikthea
ter/komponieren-in-totalitaeren-systemen