Musikleben in Zahlen

Musik ist ein zentraler Bestandteil des kulturellen Selbstverständnisses unserer Gesellschaft und genießt nach wie vor einen hohen Stellenwert. Weit über 10.000 Institutionen und Initiativen mit Angeboten für unterschiedliche Zielgruppen sind in den Datenbanken des MIZ erfasst – musikalische Bildungs- und Ausbildungsstätten, Orchester und Musiktheater, Musikfestspiele und -festivals ebenso wie Förderungseinrichtungen, Stiftungen und Verbände, Dokumentations- und Forschungsstätten oder die vielfältigen Branchen der Musikwirtschaft. Sie stehen für ein großes musikalisches Erbe und eine überaus lebendige Musikszene, in der sich verschiedene Genres, Stilrichtungen und unterschiedlichste Musikkulturen entwickeln und entfalten. Und sie prägen – nicht zuletzt auch in der Wahrnehmung des Auslands – den Ruf Deutschlands als ein Land der Musik. Informieren Sie sich im Folgenden über wichtige Kennzahlen zum Musikleben und erfahren Sie mehr über Hintergründe und Fakten.

Musikfinanzierung und -förderung

Die Bedeutung des Musiklebens spiegelt sich auch in den Ausgaben wider, die die öffentliche Hand für seine Finanzierung bereitstellt. Auf rund 3,3 Milliarden Euro summierten sich nach Angaben des Kulturfinanzberichts der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder im Jahr 2011 (letzter Stand) die Ausgaben für Musik und Theater (einschließlich Sprechtheater), das entspricht 34,6 Prozent des gesamten Kulturhaushalts. Rund 1,7 Milliarden Euro entfielen auf die Gemeinden bzw. Zweckverbände und 1,5 Milliarden Euro auf die Bundesländer. Die Ausgaben des Bundes beliefen sich auf 31 Millionen (ohne Ausgaben für die auswärtige Musikförderung und für übergeordnete Aufgabenstellungen). Allerdings ist zu berücksichtigen, dass Musikausgaben nicht nur in der Kategorie „Theater, Musik“, sondern aufgrund ihrer Einbindung in größere Organisations- oder Themenkomplexe häufig auch in anderen Haushaltspositionen erfasst werden (z. B. Ausgaben für musikbezogene Anteile in Bibliotheken, Museen und sozialpädagogischen Projekten, kulturelle Angelegenheiten im Ausland etc.). Die tatsächlichen Ausgaben für den Musikbereich dürften damit sowohl auf Bundes- als auch auf Länder- und kommunaler Ebene um einiges höher liegen als im Kulturfinanzbericht ausgewiesen.

Neben der unmittelbaren finanziellen Unterstützung prägen auf Bundesebene auch gesetzliche Regelungen in der Steuer- und Sozialpolitik, aber auch in der Jugend-, Rechts-, Wirtschafts- und Außenpolitik bestimmte für die Entwicklung des Musiklebens bedeutsame Bereiche. Unmittelbar auf die soziale und rechtliche Stellung der Künstler wirken sich das Künstlersozialversicherungsgesetz und das Urheber- und Urhebervertragsrecht aus. Auf Landesebene werden insbesondere Rahmenbedingungen in den Bereichen Schule, Hochschule, Jugend- und Laienmusikpflege sowie Bibliothekswesen gesetzt.

© Deutscher Bundestag Die Ausgaben für Kultur zählen i. d. R. zu den so genannten freiwilligen Leistungen, sie gehören also nicht zu den Pflichtaufgaben der Länder und Kommunen. Allerdings gibt es Ausnahmen: So wurde Ende 2014 in Nordrhein-Westfalen ein Kulturfördergesetz verabschiedet, das nach dem bereits 1994 in Kraft getretenen Sächsischen Kulturraumgesetz das zweite Landesgesetz in Deutschland ist, das in einem spartenübergreifenden Ansatz Regelungen über die Förderung kultureller Einrichtungen und kultureller Arbeit enthält. Eine generelle Verankerung der Kultur als Staatsziel im Grundgesetz wird seit langem von Parteien und Kulturverbänden gleichermaßen gefordert.

Neben der öffentlichen Musikförderung stellt seit jeher auch die private Musikförderung ein unverzichtbares Fundament für die Entwicklung des Musiklebens dar. Zwar ist ihr Volumen nicht exakt zu beziffern, die ehemalige Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags "Kultur in Deutschland" geht jedoch in ihrem Abschlussbericht aus dem Jahr 2007 von einer jährlichen Größenordnung zwischen 800 Millionen und 2,6 Milliarden Euro aus, allerdings für den gesamten Kulturbereich und ohne so genannte Zeitspenden. Berücksichtigt man zusätzlich das ehrenamtliche Engagement, so wird deutlich, dass der größte Kulturfinanzierer in Deutschland der Bürger ist: Allein das Volumen ehrenamtlicher Zeitspenden entspricht umgerechnet einem geschätzten Geldwert von 9 bis 16 Milliarden Euro.

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Laienmusizieren

Das Laienmusizieren ist seit jeher eine der tragenden Säulen des Musiklebens. Als eine der größten Bewegungen bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland ist es nicht nur Ausdruck der selbstbestimmten Gestaltung individuellen Lebens und Motivation für die Entwicklung sozialer Kompetenzen und kreativen Handelns. Ohne das vokale und instrumentale Laienmusizieren würden bedeutende musikalische Werke nur selten für viele Menschen unmittelbar und live erfahrbar. Mit seinen verschiedenen Szenen und Gruppierungen trägt das Laienmusizieren in erheblichem Maß zur Vitalität unseres Musiklebens bei und bildet den Humus für gelebte kulturelle Vielfalt.

Genaue Angaben über die Größenordnung des Laienmusizierens liegen nicht vor. Aufgrund von Studien Umfragen verschiedener Forschungsinstitute kann jedoch davon ausgegangen werden, dass mindestens 14 Millionen Menschen in Deutschland in ihrer Freizeit musizieren oder in einem Chor singen.

© Deutscher Chorwettbewerb / Foto: Jan Karow Deutscher Chorwettbewerb Für den Bereich des instrumentalen Laienmusizierens lässt sich ein Anteil von rund 13 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren nachweisen, das entspricht rund 9 Millionen Menschen, die ein Musikinstrument spielen. Etwa 4 Millionen singen in einem Chor oder einem anderen Ensemble. Naturgemäß kommt es jedoch zu Überschneidungen in den beiden Gruppen. 32 Prozent der Sängerinnen und Sänger geben an, ebenfalls ein Musikinstrument zu spielen, so dass sich die Summe der Musizierenden ab 14 Jahren insgesamt auf rund 12 Millionen beläuft. Hinzu kommen hochgerechnet mindestens 2 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 2 und 13 Jahren, die regelmäßig singen, ein Instrument spielen oder sich anderweitig musikalisch betätigen.


Verbände organisieren 3,7 Millionen Laienmusizierende
Etwa ein Fünftel der deutschen Amateurmusikerinnen und -musiker, das sind rund 2,9 Millionen, ist in den Verbänden des instrumentalen und vokalen Laienmusizierens aktiv. Hinzu kommen allein für den weltlichen Bereich (Zahlen für den kirchlichen Bereich können aufgrund der differierenden Organisationsstrukturen nicht ausgewiesen werden) etwa 800.000 Musikbegeisterte, die als fördernde Mitglieder die Entwicklung der Verbandstätigkeiten unterstützen und begleiten. Insgesamt verzeichnen die Laienverbände damit rund 3,7 Millionen Mitglieder. Mit 2,1 Millionen gehört ein großer Teil den Chorverbänden an, die insgesamt etwa 60 Prozent der Verbandsmitglieder organisieren. Unter den aktiven Mitgliedern zieht es dabei zwei von Dreien in weltliche Chöre, während sich im kirchlichen Bereich jedes dritte Mitglied engagiert. Die Bandbreite der mittlerweile stark ausdifferenzierten Chorlandschaft reicht vom klassischen Männergesangverein über Gospel- und Barbershop-Chöre bis hin zu so genannten Showchoirs, die Popmusik, Elemente des Musicals und andere Vokalmusik kombinieren und mit Tanz und Bühnenchoreografie aufführen.

Die Vielfalt und Ausdifferenzierung der Ensembles, die bei den Chören zunehmend zu beobachten ist, war schon immer auch ein Kennzeichen des instrumentalen Laienmusizierens. Die rund 1,6 Millionen Verbandsmitglieder des instrumentalen Laienmusizierens spielen in Akkordeonorchestern, Sinfonie- und Streichorchestern, Zupforchestern und Zithermusikgruppen sowie in verschiedenen kirchlichen Instrumentalgruppen. Die meisten jedoch sind in Blasorchestern und Spielmannszügen engagiert, die mit fast 80 Prozent den höchsten Mitgliederanteil unter den Verbänden des instrumentalen Laienmusizierens aufweisen.

Die Gewinnung von musikalischem Nachwuchs nimmt in den Laienverbänden mittlerweile einen hohen Stellenwert ein. Insgesamt rund 770.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene musizieren zurzeit in den Verbänden. Die Anzahl derjenigen, die in verbandlich organisierten Chören singen, liegt aktuell bei 350.000 oder 16 Prozent der aktiven Sängerinnen und Sänger. Etwas höher zeichnet sich dagegen die Zahl der Kinder und Jugendlichen ab, die in einem Verein ein Musikinstrument spielen. Über die Hälfte der aktiven Mitglieder der instrumentalen Laienmusikverbände, derzeit rund 420.000, sind im Kindes-, Jugend- oder jungen Erwachsenenalter.

Über die Mitglieder der Verbände des instrumentalen und vokalen Laienmusizierens hinaus sind weitere Gruppen von Amateurmusikerinnen und -musikern statistisch erfassbar. Dazu zählen vor allem die Musikschüler an Musikschulen des VdM mit über 1,4 Millionen Schülerinnen und Schülern sowie die jährlich rund 93.000 Teilnehmer an musikpraktischen Kursen der Volkshochschulen. Des Weiteren erhalten nach einer Hochrechnung des Deutschen Jugendinstituts 340.000 bis 450.000 der 9- bis 12-Jährigen und 500.000 bis 630.000 der 13- bis 17-Jährigen Unterricht bei Privatmusiklehrerinnen und -lehrern; hinzu kommen Privatschüler in den Altersgruppen außerhalb der 9- bis 17-Jährigen sowie Schülerinnen und Schüler an privaten Musikschulen, über die derzeit jedoch keine Daten vorliegen. Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die in Schulorchestern und -chören, Bands und anderen Ensembles der allgemein bildenden Schulen musizieren, beläuft sich nach Hochrechnungen des MIZ auf insgesamt ca. 756.000.

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Musikalische Bildung & Ausbildung

Allgemein bildende Schule: Fachlehrermangel und Unterrichtsausfall
Allgemein bildende Schulen sind die einzigen gesellschaftlichen Orte, die in der Lage sind, eine gezielte, kontinuierliche, systematische und aufbauende Entwicklung, Förderung und Präsentation der musikalischen Fähigkeiten aller Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen. Dem Beitrag des Unterrichtsfachs Musik wird daher von politischer und administrativer Seite ein bedeutsamer bildungspolitischer Wert zugesprochen. Durch ihn kommen potentiell alle Kinder und Jugendlichen mit musikalischer Bildung in Berührung.

In den Jahrgangsstufen 1 bis 10 ist der Musikunterricht entweder direkt mit dem Status eines ordentlichen Schul- bzw. Pflichtfachs oder indirekt als gewichtiger Bestandteil von übergeordneten Lernbereichen bzw. Fächerverbünden in den Stunden- bzw. Kontingentstundentafeln der diversen Schulformen in den einzelnen Bundesländern verankert. In den Jahrgangsstufen 7 bis 10 wird das Fach Musik vielfach in Phasen des Epochenunterrichts, d. h. im – häufig halbjährigen – Wechsel mit anderen Schulfächern erteilt. Es kann verschiedentlich auch abgewählt bzw. durch andere Fächer ersetzt werden. In der gymnasialen Oberstufe wird Musikunterricht als Grund- oder Leistungskurs angeboten. Dort umfasst er i.d.R. einen zwei- bis dreistündigen (Grundkurs) bzw. einen fünf- bis sechsstündigen Fachunterricht (Leistungskurs). Die Detailregelungen sind in den Bundesländern allerdings sehr unterschiedlich.

Nach Angaben des Bildungsberichts 2012, der erstmals ein Schwerpunktkapitel zur kulturellen/musisch-ästhetischen Bildung umfasste, unterrichten rund 38.000 Musiklehrerinnen und Musiklehrer an den unterschiedlichen Schulformen, das entspricht ca. sieben Prozent aller Lehrkräfte insgesamt. Allerdings konnten bei der Betrachtung einzelne Bundesländer aufgrund fehlender Daten nicht berücksichtigt werden. Eine ältere Untersuchung, die das MIZ im Schuljahr 2006/07 bei den Kultusministerien der Länder durchgeführt hat, ergab, dass rund 47.000 Lehrkräfte im Bereich Musik aktiv sind. Eine Aufschlüsselung, inwieweit diese auch tatsächlich im Fach Musik eingesetzt wurden, liegt allerdings nicht vor.

© Stiftung Jedem Kind ein Instrument Grundlegendes Problem bleibt der beständige Fachlehrermangel. Vor allem im Grund-, Förder- und Hauptschulbereich ist eine Kontinuität des Musikunterrichts nicht immer gewährleistet. Nach Untersuchungen verschiedener Landesverbände des Verbandes Deutscher Schulmusiker (VDS) werden lediglich 20 bis 30 Prozent des erteilten Musikunterrichts an Grundschulen von fachspezifisch ausgebildeten Musiklehrerinnen und -lehrern unterrichtet; ca. 70 bis 80 Prozent werden fachfremd erteilt. Die Quote des tatsächlichen Unterrichtsausfalls ist darüber hinaus nicht bekannt.

Der eklatante Mangel an ausgebildeten Musiklehrern trifft aus pädagogischer Sicht insbesondere den Bereich der Förderschulen bzw. -pädagogik (vormals: Sonderschulen), da in diesen Schultypen erwiesenermaßen die Förderung der Schülerinnen und Schüler durch Musik große Erfolge haben kann. Die Problematik des Musiklehrermangels wird dadurch verschärft, dass Musikunterricht (i. d. R.) bei Erkrankung oder Abwesenheit des Fachlehrers nicht fachgerecht vertreten werden kann.

Durch die oft unzureichende Personalausstattung, die zunehmende Einführung des Ganztagsbetriebs und die Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre (G 8) – die allerdings in einzelnen Bundesländern partiell zurückgenommen wurde – ist mittlerweile auch die Existenz vieler Schulensembles wie Chöre, Orchester, Bands und Musik-AGs massiv gefährdet. Zahlreiche jüngst entstandene Musikvermittlungsprojekte in der Kooperation und Vernetzung schulischer und außerschulischer Bildungsinstitutionen versuchen den Defiziten im Bereich des Musikunterrichts entgegenzuwirken und bieten neue Chancen für eine intensivierte musikalische Bildung. Sie können die zugrunde liegenden Probleme aber nur punktuell beheben.

Dennoch existiert eine Reihe von Schulen, an denen das Fach Musik sogar in erweiterter Form angeboten wird bzw. die Instrumental- und/oder Gesangsunterricht auf Grund eines besonderen schulischen Engagements im Bereich der Musikerziehung erteilen. Das MIZ zählt derzeit über 400 solcher Einrichtungen.


Steigende Schülerzahlen an Musikschulen
Dass Musik eine feste Größe im Leben von Kindern und Jugendlichen darstellt, zeigen die stetig steigenden Schülerzahlen der öffentlichen, zumeist kommunal getragenen Musikschulen. Im Jahr 2015 belegten über 1,4 Million Kinder, Jugendliche und Erwachsene Angebote in Form von Instrumental- und Gesangunterricht, musikalischer Früherziehung und Grundausbildung oder Ensemblefächern. Das entspricht rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr, für das erstmals in einer etwas weiter gefassten Abgrenzung auch Schülerinnen und Schüler aus Projekten und anderen zeitlich begrenzten Angeboten der Musikschulen bzw. Schülerinnen und Schüler, die im Laufe eines Jahres aus einer Musikschule ausgeschieden sind, berücksichtigt worden waren.

© Stiftung Jedem Kind ein Instrument Das Erlernen eines Musikinstruments liegt demnach im Trend. Zu den am meisten belegten Fächern gehören mit weitem Abstand Klavier und Gitarre, gefolgt von der Violine, die die Blockflöte mittlerweile auf Platz vier der Rangfolge verdrängt hat. Ebenfalls Schlaginstrumente, Querflöte, Keyboard und Klarinette stehen auf der Beliebtheitsskala weit oben.

Insgesamt verzeichnet der Verband deutscher Musikschulen (VdM) gegenwärtig 931 Musikschulen in öffentlicher Trägerschaft mit einem bundesweit flächendeckenden Netz von über 4.000 Standorten und rund 39.000 Lehrkräften. Der Gesamtetat der Mitgliedsschulen belief sich im Jahr 2015 auf rund 974 Millionen Euro, von denen etwas weniger als die Hälfte aus Unterrichtsgebühren erwirtschaftet wurde.

Eine wichtige Rolle in der Musikerziehung nehmen auch die privaten Musikschulen sowie die zahlreichen privaten Musikerzieher ein, die sich im Bundesverband Deutscher Privatmusikschulen (bdpm) bzw. im Deutschen Tonkünstlerverband (DTKV) zusammengeschlossen haben oder ohne Verbandszugehörigkeit tätig sind.

Zunehmend kooperieren allgemein bildende Schulen mit außerschulischen Bildungseinrichtungen, z.B. im Rahmen von Ganztagsangeboten im Klassenmusizieren oder in anderen Projekten. Die derzeit größte Unternehmung im Hinblick auf das Zusammenwirken allgemein bildender Schulen und öffentlicher Musikschulen ist das Projekt Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen (Jekits), das aus dem anlässlich des Kulturhauptstadtjahres RUHR.2010 zum Schuljahr 2007/08 flächendeckend im Ruhrgebiet eingeführten Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ hervorgegangen ist und mittlerweile auch bundesweit Nachahmungen findet. Das 2-jährige Bildungsprogramm soll möglichst vielen Kindern in ganz Nordrhein-Westfalen einen Zugang zur musikalisch-tänzerischen Bildung bieten, unabhängig von ihren persönlichen und sozio-ökonomischen Voraussetzungen. Darüber hinaus existieren zahlreiche weitere Musikalisierungs- und Musikvermittlungsprojekte auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene mit unterschiedlichen konzeptionellen Ansätzen.


Musikhochschulen und Universitäten schaffen individuelle Profilierungsmöglichkeiten
Die Ausbildung für Musikberufe wird von entsprechend differenzierten und spezialisierten Bildungs- und Ausbildungsinstitutionen getragen: Musikhochschulen, Wissenschaftlichen, Pädagogischen und Fachhochschulen, Kirchenmusikhochschulen und Kirchenmusikschulen, Konservatorien bzw. Musikakademien und Berufsfachschulen, öffentlichen oder privaten Spezialinstituten z.B. für populäre Musik oder Bühnenberufe, Spezialausbildungsstätten für den Musikinstrumentenbau u.v.m. Dem einerseits sehr speziellen Zuschnitt von Ausbildungsgängen für Musikberufe stehen andererseits Überschneidungen und Doppelungen von Studienangeboten an den verschiedenen Hochschularten gegenüber. So werden Musiklehrer für allgemein bildende Schulen an Musikhochschulen oder Universitäten, regional zudem an Pädagogischen Hochschulen und Berufsfachschulen ausgebildet. Kirchenmusiker können zwischen Ausbildungsangeboten an Musikhochschulen oder Kirchenmusikhochschulen wählen, und Studiengänge für Instrumental- und Vokalpädagogen bieten neben den Musikhochschulen auch Musikakademien, Konservatorien sowie einige Universitäten an.

© Georg Schreiber Folkwang Universität in Essen Rund 32.400 Studierende (ohne die Studierenden an Konservatorien und Musikakademien) waren im Wintersemester 2013/14 mit 1., 2. oder 3. Studienfach in Studiengängen für Musikberufe an deutschen Hochschulen eingeschrieben, über die Hälfte davon an einer der 24 staatlichen Musikhochschulen. Mit über 9.000 Studierenden stand die künstlerische Ausbildung im Bereich Instrumentalmusik/ Orchestermusik weiterhin an erster Stelle der Belegungen, nach einem deutlichen Anstieg in den letzten Jahren allerdings erstmals auf stagnierendem Niveau. Einen Zuwachs konnten die Studiengänge Jazz und Popularmusik sowie die Kirchenmusik verzeichnen, deren Studierendenzahlen sich im Vergleich zum Vorjahr um jeweils 16 Prozent erhöht haben. Auch das Lehramt an allgemein bildenden Schulen mit mehr als 7.500 Studierenden konnte nach Jahren der Stagnation seinen Aufwärtstrend erneut fortsetzen. Der Frauenanteil blieb mit 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr unverändert, ebenso wie der Anteil der ausländischen Studierenden, der im bundesweiten Durchschnitt bei einem Viertel, in einzelnen Studiengängen (Instrumental-/Orchestermusik, Komposition) sogar bei über der Hälfte der Studierenden lag.

Mit rund 6.300 Absolventen hielt sich die Anzahl der Studierenden, die ihr Studium erfolgreich beendet haben, weiterhin auf einem Spitzenniveau. Allein fast 2.200 Orchester- bzw. Instrumentalmusikerinnen und -musiker kamen auf den Arbeitsmarkt, gefolgt von 1.400 angehenden Lehrkräften an allgemein bildenden Schulen. Letztere Gruppe legte im Vergleich zum Vorjahr sogar um zehn Prozent zu. Betrachtet man den Fachlehrermangel an allgemein bildenden Schulen, so ist dies als ein positives Signal zu werten. Auch die Studiengänge Dirigieren und Gesang konnten leichte Zuwächse verbuchen, alle anderen Fächer bewegten sich hingegen auf stagnierendem oder sogar zurückgehenden Niveau. Im 10-Jahresvergleich jedoch konnten die meisten Studiengänge deutliche Zuwächse an Absolventen verbuchen. So hat sich die Zahl der Abschlüsse in den Fächern Gesang, Jazz und Popularmusik und auch in der Musikwissenschaft in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt.

Vor dem Hintergrund internationaler Anforderungen an die Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen im Rahmen des so genannten Bologna-Prozesses und der damit verbundenen Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen haben auch die musikbezogenen Studienbereiche der Hochschulen einen fundamentalen Umstrukturierungsprozess erfahren. Die Dauer der Ausbildungen hat sich im Zuge der Umstellung bzw. Neustrukturierung der Studiengänge unterschiedlich ausdifferenziert. Für künstlerische Studien hat die Kultusministerkonferenz (KMK) einen Umfang von vier Jahren für den Bachelor (BA) und ggf. zusätzlich zwei Jahren für den Master (MA) festgelegt. Ansonsten sind für die Hochschulausbildung mindestens drei Jahre (BA) sowie ggf. zusätzlich ein bis zwei Jahre (MA) vorgesehen. Der Bologna-Prozess hat zu Profilbildungen an den Hochschulen und zur Etablierung neuer Studiengänge geführt, die Möglichkeiten der individuellen Profilierung für die Studierenden und neue Möglichkeiten der Verknüpfung von Studienangeboten geschaffen haben.

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Konzerte und Musiktheater

Musiktheater und Orchester präsentieren jährlich über 21.000 Veranstaltungen
131 öffentlich getragene Sinfonieorchester und 83 Musiktheater prägen das Kulturleben Deutschlands und sind maßstabgebend für eine ambitionierte Programmpolitik von der Alten bis zur Zeitgenössischen Musik. Sie sind gekennzeichnet durch ein hohes Maß an Professionalität in ihrer künstlerischen Arbeit und durch ihre internationale Ausstrahlung sinnstiftend für die kulturelle Identität unseres Landes. In der Spielzeit 2013/14 gingen insgesamt mehr als 21.000 Musikveranstaltungen allein der öffentlich getragenen Institutionen über die Bühnen, davon etwa 40 Prozent im Bereich Konzert und 60 Prozent im Bereich Musiktheater (Oper, Operette, Musical oder Tanz). Die Aufführungen erreichten insgesamt rund 13 Millionen Besucher. Dauerrenner ist die Zauberflöte, die in 44 aktuell laufenden Inszenierungen seit jeher in der Publikumsgunst klar an erster Stelle steht.

© Nina Rogge-Okon Aalto-Theater Essen Das Angebot der Theater und Orchester gestaltet sich zunehmend vielfältiger. Immer mehr Institutionen widmen sich inzwischen verstärkt der Kinder- und Jugendförderung. Neben eigens für diese Zielgruppe konzipierten Konzerten und Opernaufführungen entstehen immer mehr Musikvermittlungsprojekte, so dass 2007 mit dem "netzwerk junge ohren" ein länderübergreifender Zusammenschluss gegründet worden ist, um die zahlreichen Aktivitäten zu koordinieren und weiterzuentwickeln. Nach Angaben der Deutschen Orchestervereinigung hat sich in den vergangenen Jahren die Zahl der musikpädagogischen Veranstaltungen der Orchester deutlich erhöht. Wurden in der Saison 2003/04 noch rund 2.100 Angebote für Kinder und Jugendliche gezählt, so waren es 2013/14 beinahe doppelt so viele. Einige Theater haben bereits eigene Bühnen für Kinder geschaffen oder sogar, wie in Dortmund, eine eigene Spielstätte errichtet.


Einzigartig vielfältig: Orchesterlandschaft im Wandel
Ebenso wie die Musiktheater- ist auch die Orchesterlandschaft in Deutschland durch eine außergewöhnlich hohe Dichte gekennzeichnet. Denn neben den 83 Theater- bzw. Konzertorchestern mit Theaterdiensten, die größtenteils auch Konzerte spielen, in erster Linie jedoch dem Opernbetrieb verpflichtet sind, existieren weitere 28 reine Konzertorchester und 12 Rundfunkorchester sowie acht öffentlich finanzierte Kammerorchester. Die Größe der Orchester variiert dabei von relativ kleinen Ensembles bis hin zu großen Institutionen wie dem Bayerischen Staatsorchester mit 143 Planstellen oder dem Gewandhausorchester Leipzig, das durch seine Doppelfunktion als Theater- und Konzertorchester mit 185 Musikerinnen und Musikern das derzeit größte unter den deutschen Orchestern bildet. Neben den Orchestern in öffentlicher Trägerschaft existieren einige wenige privatwirtschaftlich organisierte Klangkörper, zum Beispiel die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen oder auf bestimmte Musikepochen oder Stile spezialisierte Ensembles, die keine oder nur in geringerem Umfang öffentliche Zuwendungen erhalten.

© Monika Rittershaus/Berliner Philharmoniker Berliner Philharmoniker und Simon Rattle Die Struktur der Orchesterlandschaft hat sich in den letzten Jahren durch Orchesterauflösungen und Fusionen massiv verändert. Nach der Wiedervereinigung kam es vor allem im Osten Deutschlands zu einer weitreichenden Anpassungs- und Konsolidierungswelle. Von den ehemals insgesamt 168 Orchestern existieren heute noch 131. Vor allem in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin wurden viele Klangkörper geschlossen, aber auch in den alten Bundesländern wurden seit der Wende insgesamt elf Ensembles aufgelöst oder miteinander fusioniert, allein sechs davon in Nordrhein-Westfalen. Die ausgewiesenen Musikerplanstellen gingen dabei um 19 Prozent zurück und unterschritten im Jahr 2010 erstmals die Marke 10.000. Die jüngste Orchesterfusion betraf im Jahr 2012 die Neue Elbland Philharmonie (Riesa) und das Orchester der Landesbühnen Sachsen (Radebeul), die zur Elbland Philharmonie Sachsen fusioniert worden sind. Für die Spielzeit 2016/17 ist die Fusion der beiden SWR-Orchester in Baden-Baden und Stuttgart beschlossen; weitere Fusionen stehen 2017 zwischen der Landeskapelle Eisenach und der Thüringen Philharmonie Gotha sowie für die Neubrandenburger Philharmonie mit der Philharmonie Vorpommern (Greifswald/Stralsund) an. Hierdurch wird sich die Anzahl der öffentlich finanzierten Orchester weiter verringern.


Gründungsboom: Zahl der Musikfestivals seit Wiedervereinigung verdreifacht
© Stephan Flad Melt!-Festival Eine offensichtlich gegenläufige Entwicklung ist im Bereich der freien Organisationsformen zu verzeichnen. So kann seit der Wiedervereinigung ein regelrechter Boom an Musikfestivals beobachtet werden, der inzwischen zu einer Festivallandschaft von zuvor nicht gekannter Dichte geführt hat. Die programmatische Vielfalt der Festivals ist dabei enorm. Ihre Bandbreite reicht vom breit angelegten "Klassikfestival" über Spezialfestivals für Alte und Zeitgenössische Musik bis hin zu Szenefestivals für die zahlreichen Strömungen der populären Musik. Aktuell verzeichnet das MIZ mehr als 500 regelmäßig stattfindende Veranstaltungen, bei ersten gesamtdeutschen Erfassung 1993/94 waren es noch rund 140.


Höchste Dichte an Konzerthäusern in Nordrhein-Westfalen
© KölnMusik/Jörg Hejkal Kölner Philharmonie Zusammen mit den Opernhäusern stellen die Konzerthäuser die zentralen Orte musikalischer Darbietungen im E-Musik-Bereich dar. Sie gewährleisten neben den Konzerten der ortsansässigen Ensembles einen regelmäßigen Gastspielbetrieb, bieten ein breites Spektrum musikalischer Genres, von der Alten Musik über klassische Sinfoniekonzerte bis hin zur Zeitgenössischen Musik und zur Popularmusik, und setzen mit einem eigenen künstlerisch geprägten Profil entscheidende programmatische Impulse. Insgesamt 14 Einrichtungen, die diesen Kriterien entsprechen, existieren derzeit in Deutschland. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden seit der Jahrtausendwende zwei neue Häuser eröffnet, das Konzerthaus Dortmund und die Philharmonie Essen. Zusammen mit der Kölner Philharmonie und der Tonhalle Düsseldorf ist Nordrhein-Westfalen somit das Bundesland mit der höchsten Dichte an Konzerthäusern. Und es gibt weitere Planungen: Auch in München laufen Diskussionen zur Errichtung eines neuen Konzertsaals. Das derzeit wohl ehrgeizigste Bauprojekt ist aber Hamburgs neue Elbphilharmonie, Deutschlands prominentestes Beispiel für den gegenwärtigen Boom an Konzerthäusern.

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Musikwirtschaft

Die Musikwirtschaft zählt zu den klassischen und wichtigen Teilmärkten der Kulturwirtschaft. Oft auch als Musikindustrie bzw. Musikmarkt bezeichnet, ist sie durch ein vielfältiges Geflecht unterschiedlichster wirtschaftlicher Aktivitäten geprägt. Neben traditionell manuell-handwerklichen bzw. industriellen Wirtschaftsweisen stehen neue Formen der digitalisierten Musikprodukte und die Entwicklung von Online-Dienstleistungen.

Im Jahr 2013 existierten im Bereich der Musikwirtschaft insgesamt rund 13.800 steuerpflichtige Unternehmen in Deutschland. Dazu zählen selbstständige Musiker und ausübende Künstler, privatwirtschaftliche Musikensembles, Musikverlage, Musikinstrumentenhersteller, private Konzertveranstalter und -agenturen, Tonträgerhersteller, Tonstudios und sonstige Musikverwerter. Sie verzeichneten einen steuerbaren Gesamtumsatz von etwa 7,7 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von etwa acht Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Insgesamt erreichte die Musikwirtschaft einen Anteil von 5,3 Prozent an der Umsatzleistung der gesamten Kultur- und Kreativwirtschaft.

© Popkomm Zu den traditionell umsatzstärksten Branchen zählen vor allem die Theater- und Konzertveranstalter mit einem jährlichen Gesamtumsatz von rund 1,6 Milliarden Euro und der Einzelhandel mit Musikinstrumenten und Musikalien (1,2 Milliarden Euro), gefolgt von den Tonträgerherstellern und Musikverlagen sowie dem Musikinstrumentenbau.

Die Zahl der Erwerbstätigen in der Musikwirtschaft lag im Jahr 2013 bei einem Umfang von rund 43.600 Beschäftigten. Sie verteilten sich zu einem Drittel auf Selbstständige und zu zwei Dritteln auf abhängig bzw. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Zusätzlich waren mindestens ca. 11.500 geringfügig Beschäftigte in der Musikwirtschaft tätig. Die Hauptarbeitgeber waren die Theater- und Konzertveranstalter, die Musikinstrumentenbauer und die Musikeinzelhändler.

Eine aktuelle Studie vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die in Kooperation mit den wichtigsten Verbänden der Musikwirtschaft erarbeitet wurde, geht in einer etwas breiteren Abgrenzung sogar von einem Gesamtumsatz in Höhe von 11,1 Milliarden Euro und insgesamt 127.600 Selbstständigen und Arbeitnehmern aus. Die Bruttowertschöpfung der Musikwirtschaft lag nach Angaben des Instituts im Jahr 2014 mit rund 3,9 Milliarden Euro sogar über der von Filmwirtschaft, Radioveranstaltern, Buch- oder Zeitschriftenverlagen.

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Musik im Rundfunk

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen) ist in Deutschland ein bedeutender Kulturfaktor. Er hat in den vergangenen Jahrzehnten durch Produktionsaufträge, Eigenproduktionen, Kompositionsaufträge und technische Innovationen immer wieder die musikkulturelle Entwicklung in vielen Bereichen entscheidend mitgeprägt, z.B. in der Zeitgenössischen Musik, insbesondere auch in der Elektronischen Musik, in der Alten Musik, in Jazz, Weltmusik und anspruchsvoller Popularmusik.

Ausgehend von der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Landesrundfunkanstalten organisiert. Die elf Sendeanstalten, darunter auch die bundesweit bzw. international empfangbaren Sender Deutschlandradio und Deutsche Welle, strahlen zusammen allein im Hörfunk täglich rund 900 Stunden Musik aus. Insgesamt werden von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten 57 Hörfunkprogramme gesendet, darunter 19 "gehobene" Informations- und Kulturprogramme. Letztere erreichten 2014 täglich 7,5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung (= 5,5 Millionen Personen).

© rbb/Thomas Ernst Der Musikanteil in den Hörfunkprogrammen der ARD lag im Jahr 2013 bei durchschnittlich 62,0 Prozent. In der Entwicklung seit dem Jahr 2004 zeigt sich dieser Wert auf nahezu konstantem Niveau. Anders hingegen verhält es sich bei den Anteilen der einzelnen Musikrichtungen. Während der Klassikanteil bezogen auf das Gesamtprogramm seit dem Jahr 2004 gesunken ist, ist im Bereich der Unterhaltungsmusik ein Aufwärtstrend zu beobachten. Die Rock- und Popmusik hat sich nach einem moderaten Aufschwung mittlerweile auf stagnierendem Niveau eingependelt. Im Jahr 2013 lag ihr Anteil mit 26,3 Prozent im Vergleich der drei Musiksparten am höchsten, gefolgt von der Unterhaltungsmusik mit 18,1 Prozent und der klassischen Musik mit 11,5 Prozent.

Senderbezogen führte im Bereich der Rock- und Popmusik der Saarländische Rundfunk mit 43,8 Prozent am Gesamtprogramm. Bei der Unterhaltungsmusik lag der Mitteldeutsche Rundfunk mit 35,7 Prozent an der Spitze im Sendervergleich. Haben beide Musikrichtungen seit dem Jahr 2004 in vielen Sendern moderate Aufschwünge erfahren, so ist die Entwicklung im Bereich der klassischen Musik bei fast allen Sendern rückläufig.

Neben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksystem existieren in Deutschland zahlreiche private Rundfunkanbieter. Der private Hörfunk bestreitet seine Sendungen nahezu ausschließlich mit populärer Musik. Hinsichtlich der Nutzung lagen die Hörfunkprogramme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Jahr 2014 mit 50,6 Prozent der Bevölkerung vor den privaten mit 41,3 Prozent.

Musiksendungen im Fernsehen spielen im Vergleich zum Hörfunk eine naturgemäß kleinere Rolle, auch wenn die Musik als solche seit jeher einen unverzichtbaren Bestandteil der meisten Programmformate im Fernsehen darstellt. Unter den Landesrundfunkanstalten der ARD lag im Jahr 2013 der Westdeutsche Rundfunk mit rund 11.100 Sendeminuten an der Spitze im bundesdeutschen Vergleich. Bezogen auf das Gesamtprogramm des WDR entspricht dies einem Anteil von 1,6 Prozent. Der Anteil an Musiksendungen am gesamten Fernsehprogramm der Dritten Programme lag zuletzt bei durchschnittlich 0,7 Prozent, während er sich im Ersten und im ZDF-Hauptprogramm mit 0,1 bzw. 0,2 Prozent auf niedrigerem Niveau bewegte. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass Musikanteile auch in anderen Sendeformaten, z.B. in den Programmkategorien Kultur und Wissenschaft oder Unterhaltung enthalten sind; zudem wurden von nicht allen Sendern Daten bereitgestellt. Den höchsten Musikanteil unter allen öffentlich-rechtlichen Fernsehprogrammen verzeichnet das Gemeinschaftsprogramm 3Sat, das mit rund 22.400 Sendeminuten einen Anteil am Gesamtprogramm von zuletzt 4,3 Prozent erreichte. Der Kultursender Arte konnte in den Vergleich nicht einbezogen werden, da der Musikanteil am Gesamtprogramm nur noch im Rahmen des Bereichs „Kultur“ erfasst und nicht separat ausgewiesen wird.

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Letzte Änderung: 9. Juni 2016

 

 

 

Inhalt

 

Musikfinanzierung und -förderung

Laienmusizieren

Musikalische Bildung & Ausbildung

Konzerte und Musiktheater

Musikwirtschaft

Musik im Rundfunk

 

MIZ Wissen

 

Beiträge:

Michael Söndermann: Öffentliche Musikausgaben

Rainer Sprengel: Private Musikfinanzierung

 

Institutionen:

Behörden und Kulturpolitische Gremien:

Bundesebene

Landesebene

Kommunale Ebene

Verbände

Stiftungen

 

Statistiken:

Öffentliche Ausgaben für Kultur nach Kulturbereichen und Körperschaftsgruppen

Verteilung der öffentlichen Ausgaben für Kultur auf die verschiedenen Kulturbereiche nach Ländern

Private Kulturfinanzierung (ohne Kulturwirtschaft)

 

Weitere Informationen zur Musikförderung finden Sie in unseren Themenportalen

MIZ Wissen

 

Beitrag:

Astrid Reimers: Laienmusizieren

 

Institutionen:

Deutscher Musikrat

Landesmusikräte

Verbände des vokalen und instrumentalen Laienmusizierens

Verbände der schulischen und außerschulischen Musikerziehung

Musikschulen im VdM

Sonstige Musikschulen

Fortbildungseinrichtungen für musikalische Jugend- und Erwachsenenbildung

Musikwettbewerbe und Auszeichnungen

Jugendorchester, -ensembles und -chöre

Archive und Forschungsinstitute

Zeitschriften und Jahrbücher

 

Überblick über statistische Erhebungen zur Anzahl der Laienmusizierenden in Deutschland:

Laienmusizieren in Zahlen - Überblick

 

Statistiken zum verbandlich organisierten Laienmusizieren:

Orchester, Ensembles, Chöre und Mitglieder in den Verbänden des Laienmusizierens

Chöre und Mitglieder in den Chorverbänden des Laienmusizierens

Orchester, Ensembles und Mitglieder in den Instrumentalverbänden des Laienmusizierens

 

Statistiken zu Musizierenden in der Bevölkerung ab 14 Jahren:

Verbrauchs- und Medienanalyse: Instrumentalspiel nach Häufigkeit der Ausübung

Verbrauchs- und Medienanalyse: Instrumentalspiel nach Altersgruppen

Verbrauchs- und Medienanalyse: Instrumentalspiel nach demographischen Merkmalen

Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse: Instrumentales und vokales Musizieren

Freizeit-Monitor: Freizeitverhalten der Deutschen

SOMM: Instrumentalspiel in Haushalten

SOMM: Instrumentalspiel in Haushalten nach Instrumentengattungen

 

Statistiken zu musikalischen Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen:

MediKuS-Studie: Musikalische Aktivitäten von 9- bis 24-Jährigen

KIM-Studie: Häufigkeit des Musizierens bei 2- bis 13-Jährigen

 

Weitere Informationen zum Laienmusizieren finden Sie in unseren Themenportalen

MIZ Wissen

 

Beiträge:

Ortwin Nimczik: Musik in der allgemein bildenden Schule

Michael Dartsch: Vorschulische Musikerziehung

Michael Dartsch: Außerschulische Musikerziehung

Ortwin Nimczik / Hans Bäßler / Detlef Altenburg: Ausbildung für Musikberufe

 

Institutionen:

Allgemein bildende Schulen mit Schwerpunkt Musik

Musikschulen im VdM

Sonstige Musikschulen

Musikvermittlungsprojekte

Konservatorien bzw. Musikakademien, Kirchenmusikschulen und -hochschulen

Musikhochschulen

Universitäten, Pädagogische Hochschulen, Fachhochschulen

Spezialausbildungstätten für Musikberufe

Staatliche Institute für Lehrerfortbildung

Fortbildungseinrichtungen für Jugend- & Erwachsenenbildung

Sonstige Aus- & Fortbildungseinrichtungen

Verbände & Forschungsinstitute

 

Topografien:

Öffentliche Musikschulen im VdM

Musikhochschulen, Konservatorien und Fachakademien

Universitäten, Pädagogische Hochschulen und Fachhochschulen

Ausbildungsstätten für Kirchenmusik

Ausbildungsstätten für Pop, Rock und Jazz

 

Statistiken:

Lehrkräfte mit Lehrbefähigung Musik an allgemein bildenden Schulen

Schülerzahl und Altersverteilung an Musikschulen im VdM

Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Fächern der VdM-Musikschulen

Einnahmen und Ausgaben der Musikschulen im VdM

Studierende in Studiengängen für Musikberufe - nach Studienfächern

Absolventen in Studiengängen für Musikberufe

 

Weitere Informationen zur musikalischen Bildung und Ausbildung finden Sie in unseren Themenportalen

MIZ Wissen

 

Beiträge:

Gerald Mertens: Kulturorchester, Rundfunkensembles und Opernchöre

Arnold Jacobshagen: Musiktheater

Raoul Mörchen: Konzerthäuser in Deutschland

Franz Willnauer: Musikfestivals und Festspiele in Deutschland

Hans Neuhoff: Konzertpublika

 

Institutionen:

Symphonieorchester

Konzerthäuser

Musiktheater

Musicalbühnen

Musikfestivals, Festspiele, Festwochen

Kammerorchester

Ensembles für Zeitgenössische Musik

Ensembles für Alte Musik

Musik bei Bundeswehr, Bundespolizei und Polizei

 

Topografien:

Öffentlich finanzierte Orchester

Öffentlich finanzierte Musiktheater

 

Statistiken:

Planstellen der öffentlich finanzierten Orchester

Strukturveränderungen der Orchesterlandschaft

Veranstaltungen der öffentlich finanzierten Orchester und Rundfunkensembles

Veranstaltungen und Besucher der öffentlichen Musiktheater

Ausgaben der öffentlichen Theater

Einnahmen der öffentlichen Theater

Opern mit den meisten Aufführungen in Deutschland

Gründungsjahre der Festivals in Deutschland

 

Weitere Informationen zu Konzerten und Musiktheater finden Sie in unseren Themenportalen

MIZ Wissen

 

Beiträge:

Michael Söndermann: Musikwirtschaft

Lothar Scholz: Phonomarkt

Birgit Böcher: Musikinstrumentenbau

Thomas Tietze: Musikverlage

Birgit Böcher: Musikfachhandel

Burkhard Glashoff: Konzertdirektionen und Künstleragenturen

 

Institutionen:

Musikverlage

Musikinstrumentenbau

Musikfachhandel

Musikantiquariate

Tonträgerhersteller

Messen und Ausstellungen

Verwertungsgesellschaften

 

Statistiken:

Unternehmen und Umsätze in der Musikwirtschaft

Erwerbstätigkeit in der Musikwirtschaft

 

Weitere Informationen zur Musikwirtschaft finden Sie in unseren Themenportalen

MIZ Wissen

 

Beitrag:

Helmut Scherer / Beate Schneider: Musik im Rundfunk

 

Institutionen:

Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten

Private Rundfunkanbieter

 

Statistiken:

Nutzung der ARD-Hörfunkprogramme

Nutzung der privaten Hörfunkprogramme

Musik und Wort in den ARD-Hörfunkprogrammen

Musiksendungen im Ersten und in den Dritten Fernsehprogrammen der ARD

 

Weitere Informationen zu Musik im Rundfunk finden Sie in unseren Themenportalen

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