Zentralstellen und Ämter für Kirchenmusik

Neben ihrer liturgischen Funktion im Gottesdienst ist die katholische Kirchenmusik seit Jahrhunderten ein wichtiger künstlerischer und organisatorischer Teil des Lebens in den Klöstern, an den Domkirchen und in den einzelnen Pfarrkirchen und ihren Gemeinden. Vorläufer für eine "Organisation" der katholischen Kirchenmusik sind in neuerer Zeit besonders seit dem 19. Jahrhundert zu erkennen (Cäcilien-Verein). Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) wurden bei den Diözesanleitungen Kirchenmusikämter eingerichtet, die mit den im Allgemeinen Cäcilienverband (ACV) zusammengeschlossenen Diözesan-Cäcilienverbänden zusammenarbeiten. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Organisation der Kirchenchöre fördernd zu begleiten, liturgisch-kirchenmusikalische Instruktionen weiterzugeben und zu erläutern, für die Fortbildung der haupt- und insbesondere der nebenamtlichen Kirchenmusiker Sorge zu tragen und diözesane Kirchenmusikschulen einzurichten. Daneben werden zusammen mit den kirchlichen Arbeitgebern und Dienststellen Regelungen für die Anstellung und Besoldung der Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker erarbeitet. Als Berufsgruppenvertretung ist der Bundesverband Katholischer Kirchenmusiker in Deutschland zuständig; Fragen der kirchenmusikalischen Ausbildung werden von der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Ausbildungsstätten für katholische Kirchenmusik in Deutschland behandelt.

Die evangelischen Kirchen sind äußerlich in Landeskirchen gegliedert, deren Grenzen noch alte politische Strukturen widerspiegeln. Auf landeskirchlicher Ebene gibt es Ämter für Kirchenmusik, die sich vor allem der Fortbildungsaufgaben (z.B. Literaturkunde, Reflexion der Arbeit) annehmen. Darüber hinaus bietet die Evangelische Kirche C-Prüfungen in einigen Landeskirchen nicht nur an den dargestellten Institutionen, sondern auch in einzelnen Kirchenbezirken und in anderer Form an, z.B. in Form von Ausbildungen unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektorinnen und -direktoren. Die Fachaufsicht über die Kirchenmusikerinnen und -musiker in den einzelnen Kirchenkreisen führen Kreiskantorinnen und -kantoren. Sie fördern den Austausch untereinander und sind für die Ausbildung des kirchenmusikalischen Nachwuchses sowie für die Einrichtung kirchenmusikalischer Fortbildungsangebote zuständig. Als Berufsgruppenvertretung arbeitet der Verband evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Deutschland; für Ausbildungsfragen ist die Direktorenkonferenz Kirchenmusik in der Evangelischen Kirche in Deutschland zuständig. Das kirchliche Laienmusizieren wird insbesondere durch den Chorverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland und den Evangelischen Posaunendienst in Deutschland betreut.

Kirchenmusikalische Verbände sind in der Rubrik "Organisationen des Musiklebens" unter Verbände, Vereinigungen, Gesellschaften dargestellt. Aus- und Fortbildungsstätten für Kirchenmusiker werden in der Rubrik "Musikunterricht, Ausbildung, Fortbildung" unter Konservatorien, Musikakademien, Kirchenmusikhochschulen und weitere kirchliche Ausbildungsstätten sowie unter Musikhochschulen aufgeführt.

 

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